Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internetabhängigkeit als Suchtkrankheit anerkennen

16.08.2012
Wenn der Medienkonsum unkontrollierbar wird ...
RUB-Forscher: „Internetabhängigkeit als Suchtkrankheit anerkennen“
Fachverband Medienabhängigkeit veröffentlicht Empfehlungen

„Wer dauernd am Tropf des Internet hängt und Computerspiele spielt ist suchtgefährdet. Wer darüber hinaus sogar das Gefühl entwickelt, nicht mehr ohne das Internet leben zu können und Entzugserscheinungen bei Abstinenz zeigt, ist der Sucht verfallen und benötigt konkret Hilfe“, sagt PD Dr. med. Bert te Wildt von LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum.

Unter seinem Vorsitz hat nun der Fachverband Mediensucht e.V. „Empfehlungen für die Behandlung von Medienabhängigkeit im deutschen Sozial- und Gesundheitssystem“ veröffentlicht.

Diese werden auf der gamescom in Köln am Freitag, 17.8. vorgestellt. Die gamescom ist die nach eigenen Angaben das „weltweit größte Messe- und Event-Highlight für interaktive Spiele und Unterhaltung“.

Empfehlungen im Internet

Die kompletten Empfehlungen können hier als PDF heruntergeladen werden:
http://www.fv-medienabhaengigkeit.de/fileadmin/images/Dateien/Empfehlungen-Fachverbandmedienabh%C3%A4ngigkeit.pdf
Primäre und sekundäre Suchtkriterien

Die Online-Computerspielabhängigkeit ist die weitaus häufigste Form der Internetabhängigkeit. Weitere Arten sind die Abhängigkeit von Cybersex und von virtuellen Sozialen Netzwerken. Allein aufgrund der im Internet verbrachten Zeit lässt sich eine Diagnose nicht stellen. Vielmehr greifen auch hier die Kriterien für andere Suchterkrankungen. Primäre Suchtkriterien beziehen sich auf ein exzessives Internetnutzungsverhalten, das von den zumeist jungen, männlichen Betroffenen nicht mehr kontrolliert werden kann; die Betroffenen haben dann das Gefühl, nicht mehr ohne das Internet leben zu können und entwickeln Entzugserscheinungen bei Abstinenz. Um eine Internetabhängigkeit diagnostizieren zu können, müssen aber auch sekundäre Kriterien erfüllt sein. Dazu gehören negative Auswirkungen auf den eigenen Körper, auf persönliche Beziehungen oder schulische und berufliche Leistungen.
Behandlung im Suchthilfesystem

Durch die wissenschaftlich nachgewiesene Nähe zu stoffgebundenen Suchterkrankungen empfiehlt der Fachverband eine Behandlung in Einrichtungen der etablierten Suchthilfe, die ihre Kompetenz in Deutschland für Medienabhängige schon lange als erster und häufigster Ansprechpartner zur Verfügung stellt. In diesem Sinne argumentiert der Fachverband Medienabhängigkeit in seinen gerade veröffentlichten "Empfehlungen" für eine Anerkennung von Medienabhängigkeit im Sinne eines eigenständigen Krankheitsbildes als Suchterkrankung. Dies ist eine Voraussetzung dafür, dass die Beratungsstellen und Ambulanzen im Suchtbereich eine finanzielle und juristische Grundlage für ihre Arbeit haben. Darüber hinaus plädiert der Verband grundsätzlich für eine zentrale Verortung der Behandlung von Medienabhängigen im Suchthilfesystem.
Weitere Information

PD Dr. med. Bert te Wildt, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, Tel. 0234/50773176, E-Mail: berttewildt@me.com

Redaktion: Dr. Josef König

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Eine Teleskopschiene für Nanomaschinen
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Standort Stuttgart, Stuttgart

nachricht Künstlicher Leberfleck als Frühwarnsystem
19.04.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

20.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Digitale Medien für die Aus- und Weiterbildung: Schweißsimulator auf Hannover Messe live erleben

20.04.2018 | HANNOVER MESSE

Neurodegenerative Erkrankungen - Fatale Tröpfchen

20.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics