Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Individuelle Dosimetrie in der Strahlentherapie

07.09.2015

Ein neues Verfahren zur Überwachung der individuellen Strahlendosis in der Krebstherapie entwickelt die TH Mittelhessen. Leiter des Forschungsprojekts am Gießener Institut für Medizinische Physik und Strahlenschutz ist Prof. Dr. Klemens Zink. Kooperationspartner sind Prof. Dr. Rita Engenhart-Cabillic, Direktorin der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie an der Philipps-Universität Marburg, und die MedCom Gesellschaft für medizinische Bildverarbeitung in Darmstadt. Das Land Hessen fördert das Vorhaben mit 424.000 Euro.

Fast 500.000 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr neu an Krebs. Neben Chirurgie und Chemotherapie ist die Strahlentherapie eine der Hauptbehandlungsmethoden. Mehr als die Hälfte aller Tumorpatienten erhält eine solche Behandlung.


Prof. Rita Engenhart-Cabillic, Prof. Klemens Zink (links) und Mitarbeiter Thilo Seliger diskutieren einen Bestrahlungsplan. Im Hintergrund ein klinischer Linearbeschleuniger für die Strahlentherapie.

TH Mittelhessen

Ziel ist die Zerstörung der Tumorzellen. Die Nebenwirkungen im gesunden Gewebe sollen so gering wie möglich sein. Wichtig für den Therapieerfolg moderner Bestrahlungstechniken, die hochenergetische Röntgenstrahlen nutzen, ist deshalb, die jeweils im Zielgewebe und den anliegenden Risikoorganen deponierte Dosis noch während der Behandlung zu bestimmen.

Mithilfe der am Bestrahlungsgerät vorhandenen Flachdetektoren messen die Wissenschaftler die während der Bestrahlung aus dem Patienten austretende Dosis. Daraus rekonstruieren sie mittels bestimmter Algorithmen die Dosisverteilung im Patienten.

Das Verfahren erlaube es dem Arzt zukünftig, auf Veränderungen des Tumors oder andere anatomische Änderungen des Patienten schnell zu reagieren und die Dosisverteilung in den nachfolgenden Bestrahlungssitzungen anzupassen, erläutert Prof. Engenhart-Cabillic. Darüber hinaus erhöhe das System die Sicherheit strahlentherapeutischer Anwendungen.

Die neue Software, so Prof. Zink, „ermöglicht eine patientenindividuelle Online-Überwachung und damit eine Dosiskontrolle während der Strahlenbehandlung. Dies führt zu einer höheren Patientensicherheit und verspricht bessere Therapieerfolge.“

Das Programm soll in ein bereits existierendes strahlentherapeutisches Softwarepaket des Kooperationspartners MedCom integriert werden, das schon am Markt etabliert ist.

Das Vorhaben hat ein Gesamtvolumen von 565.000 Euro und läuft bis Mitte 2017. Es wird im Rahmen der Förderlinie 3 der hessischen „Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz“ (LOEWE) unterstützt.

Damit bezuschusst die Landesregierung Projekte, bei denen Hochschulen mit kleinen und mittleren hessischen Unternehmen zusammenarbeiten.

Erhard Jakobs | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.th-mittelhessen.de/site/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Revolutionär: Ein Algensaft deckt täglichen Vitamin-B12-Bedarf
23.04.2018 | Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

nachricht Eine Teleskopschiene für Nanomaschinen
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Standort Stuttgart, Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von der Genexpression zur Mikrostruktur des Gehirns

24.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Bestrahlungserfolg bei Hirntumoren lässt sich mit kombinierter PET/MRT vorhersagen

24.04.2018 | Medizintechnik

RWI/ISL-Containerumschlag-Index auf hohem Niveau deutlich rückläufig

24.04.2018 | Wirtschaft Finanzen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics