Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hoffnung für Kinder mit Hirntumoren

01.09.2008
Die Erlöse der diesjährigen Charity-Tour des Radtreffs Rhein-Neckar gehen an Dr. Stefan Pfister aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum.

Der Arzt und Wissenschaftler entdeckte bei Hirntumoren von Kindern Hinweise im Erbgut der Krebszellen, die eine Vorhersage des Krankheitsverlaufs ermöglichen.

So kann die Behandlungsmethode der individuellen Erkrankung angepasst werden. Die Ergebnisse eröffnen außerdem neue Ansätze für spezifische und zielgerichtete Behandlungsmöglichkeiten.

Wenn Kinder an Krebs erkranken, ist eine sichere Beurteilung der Erkrankung entscheidend: Gibt es Hinweise auf ein gutes Ansprechen auf die Behandlung, kann die Therapieintensität verringert werden, etwa indem die Strahlendosis reduziert wird. Damit sollen für die kleinen Patienten Nebenwirkungen und gefährliche Spätfolgen minimiert werden. Ärzte und Wissenschaftler suchen daher intensiv nach so genannten molekularen Markern, die eine Vorhersage des Krankheitsverlaufs erlauben.

Dr. Stefan Pfister aus der Abteilung Molekulare Genetik im Deutschen Krebsforschungszentrum analysiert die molekulargenetischen Eigenschaften der drei häufigsten Hirntumoren des Kindesalters, des Medulloblastoms, des niedriggradigen Astrozytoms und des Ependymoms. Stefan Pfister, der zugleich als Assistenzarzt in der Angelika Lautenschläger-Kinderklinik des Universitätsklinikums Heidelberg arbeitet, zeigte gemeinsam mit seinen Kollegen, dass der Schweregrad der Krankheit von der Aktivität bestimmter Gene in den Krebszellen abhängt. Mit diesem Wissen können die Ärzte in Zukunft gleich bei der Diagnosestellung die Intensität der Behandlung dem individuellen Risiko des Patienten anpassen. Außerdem eröffnen Pfisters Ergebnisse Ansatzpunkte für neue zielgerichtete Therapien.

Die Organisatoren der Charity-Tour des Radtreffs Rhein-Neckar, die seit 1999 auf Initiative von Manfred Lautenschläger an den Start geht, waren von den Ergebnissen von Pfister und Kollegen beeindruckt. Daher soll der Erlös der diesjährigen Tour dem jungen Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum zugute kommen. Diese Entscheidung ist auch ganz im Sinne der Initiative "Tour der Hoffnung", die mit Radsportveranstaltungen Spenden für krebskranke Kinder sammelt und damit die bei der Charity-Tour eingenommene Summe verdoppelt. So kann Stefan Pfister einen symbolischen Scheck über die stolze Summe von 85.000 Euro für seine Forschungsarbeit im Empfang nehmen. Die Scheckübergabe findet nach der Zielankunft der Tour am heutigen Montag, um 15.45 Uhr, in der Wieslocher Alten Heerstraße auf dem Gelände der Firma MLP statt.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat die Aufgabe, die Mechanismen der Krebsentstehung systematisch zu untersuchen und Krebsrisikofaktoren zu erfassen. Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung sollen zu neuen Ansätzen in Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen führen. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V.

Dr. Stefanie Seltmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.dkfz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie