Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

HIV/AIDS: Kinder brauchen kindgerechte Versorgung

01.12.2009
RUB-Experte fordert mehr Unterstützung für die Forschung
Internationales und nationales Engagement ist nötig

Täglich sterben rund 800 Kinder an den Folgen von AIDS. In Deutschland sind ca. 400 bis 500 Kinder HIV-positiv. Bei Kindern und Jugendlichen verläuft die Krankheit anders als bei Erwachsenen, daher brauchen sie eine spezielle Therapie und Betreuung.

Auch die HIV-Forschung müsse sich speziellen Fragestellungen widmen, fordern Experten: "Wir brauchen dringend mehr Unterstützung für die HIV/AIDS-Forschung, -Dokumentation und -Behandlung von Kindern!", sagt Prof. Dr. Norbert H. Brockmeyer (Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum), Sprecher des Kompetenznetzes HIV/AIDS. Diese Forderung wird von der Pädiatrischen Arbeitsgemeinschaft Aids (PAAD) unterstützt.

Auch nationales Engagement ist wichtig

Mit der richtigen Therapie und Vorsorge bei der Geburt kann das Risiko der HIV-Übertragung von der Mutter auf das Kind minimiert werden. Doch gerade in Schwellen- und Entwicklungsländern fehlt es häufig an den notwendigen Medikamenten und dem Wissen um Infektionswege. Ohne medizinische Versorgung stirbt jedes zweite infizierte Kind vor seinem zweiten Geburtstag. Nicht nur im pädiatrischen Bereich fehlt es an Mitteln für die Forschung, Dokumentation und Behandlung von HIV - insgesamt wird in Deutschland, verglichen mit anderen westeuropäischen Ländern oder den USA, deutlich weniger Geld für den Kampf gegen HIV/AIDS ausgegeben. Internationale Hilfsprojekte, auch für Kinder, werden von der Bundesregierung unterstützt. So sind z.B. in der Ukraine das Bundesgesundheitsministerium (BMG) und das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) engagiert, auch im Rahmen eines über das Internationale Büro des Bundesforschungsministeriums (BMBF) geförderten Projektes des Kompetenznetzes HIV/AIDS ist Deutschland aktiv. "Dieses Engagement ist wichtig, allerdings wäre eine günstigere Beeinflussung der Situation zu HIV/AIDS in der Ukraine über die Etablierung von längerfristig angesetzten und geförderten Projekten wünschenswert", so Prof. Brockmeyer. "Allerdings wäre dies nicht nur auf internationaler Ebene notwendig, sondern auch durch Stärkung der HIV-Forschung in Deutschland, mit dem Ziel einer optimierten therapeutischen Versorgung von Kindern, die weltweit Kindern zugutekommen würde."

Deutsche Forschung birgt Potential für weltweite Hilfe

Im Kompetenznetz HIV/AIDS werden in Zusammenarbeit mit der Pädiatrischen Arbeitsgemeinschaft Aids (PAAD) Daten zum Verlauf der HIV-Infektion bei Kindern gesammelt und ausgewertet - die Basis für die Weiterentwicklung von kindgerechten Medikamenten und Therapien. Diese Kinderkohorte wird von der Firma Abbott unterstützt. Auch die Dokumentation im Rahmen der Schwangeren-Kohorte zur optimalen Versorgung ungeborener Kinder wurde im Kompetenznetz gestartet, obgleich die Mittel knapp sind. "Diese Dokumentations- und Forschungsarbeit kann nicht in den von der AIDS-Epidemie heimgesuchten Entwicklungsländern geleistet werden, denn dort fehlt es an ausreichend ausgestatteten medizinischen Zentren. Deutschland muss seiner Pflicht gegenüber den von HIV besonders betroffenen Ländern nachkommen und sich gegen die Ausbreitung von HIV bei Kindern stark machen", sagt Prof. Brockmeyer. "Beim weltweiten Kampf gegen AIDS wurden Kinder zu lange vergessen." Zwei Millionen Kinder weltweit leben mit HIV, und jedes habe ein Recht auf eine kindgerechte Behandlung. Die PAAD und das Kompetenznetz HIV/AIDS fordern die Bundesregierung daher auf, die Unterstützung für die HIV-Forschung in Deutschland in Bezug auf Kinder auszuweiten - als essenzieller Bestandteil der Entwicklungszusammenarbeit Deutschlands für die Welt.

Informationen im Internet

Zahlen laut Unicef Deutschland: http://www.unicef.de/6059.html (13.11.09).
Zahlen laut HIV&More: http://www.hivandmore.de/archiv/2008-sonder/HIVSoA2008_Baumann.shtml (13.11.09).

Weitere Informationen

Prof. Dr. Norbert H. Brockmeyer, Sprecher des Kompetenznetzes HIV/AIDS, Direktor Forschung und Lehre, Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum, Tel.: 0234-509 3471, 74, E-Mail: n.brockmeyer@derma.de

Dr. Christoph Königs, PD Dr. Ulrich Baumann, Pädiatrischen Arbeitsgemeinschaft Aids (PAAD), E-Mail: ckoenigs@zki.uni-frankfurt.de, Baumann.Ulrich@mh-hannover.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.kompetenznetz-hiv.de
http://www.kinder-aids.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz: Nierenschädigungen therapieren, bevor Symptome auftreten
20.09.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften