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Hilft Kaffeetrinken gegen Diabetes?

31.01.2013
Medizinische Universitätsklinik Heidelberg sucht Studienteilnehmer mit neu diagnostizierter Zuckerkrankheit / Wissenschaftler erforschen, ob spezielle Diät mit Kaffee, Vollkorn und ohne rotes Fleisch Zuckerwerte verbessert und Diabetes mildert

Können fünf Tassen Kaffee am Tag, viele Vollkornprodukte und der Verzicht auf rotes Fleisch Diabetes mildern?

Um dies im Rahmen einer Studie zu erforschen, suchen Ärzte der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg Männer und Frauen im Alter von 18 bis 69 Jahren, bei denen innerhalb der letzten zwölf Monate eine Zuckerkrankheit neu diagnostiziert wurde und die keine Insulintherapie erhalten. Die Studie untersucht erstmals den Einfluss dieser speziellen Ernährung im Rahmen einer achtwöchigen Diät auf bereits bestehenden Diabetes.

Bislang konnten wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Menschen, die viel Kaffee trinken seltener an Diabetes erkranken. Auch der Verzehr von Vollkornprodukten senkt das Risiko einer Neuerkrankung. Wer hingegen viel rotes Fleisch isst, hat ein höheres Risiko. Neu ist die Idee, diese Erkenntnisse auch gezielt in der Behandlung bei bereits bestehendem Diabetes einzusetzen. Die Studie, die zeitgleich an sechs weiteren Standorten in Deutschland läuft, wird in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung in Düsseldorf durchgeführt.

Diabetes gehört zu den großen Volkskrankheiten, die Zahl der Patienten nimmt zu. In Deutschland sind rund sechs Prozent der Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren an einem Diabetes erkrankt, dazu rechnen Experten mit einer großen Dunkelziffer unerkannter Fällen. Langfristig verursacht Diabetes häufig Gefäßverengungen, die unter anderem zu Komplikationen wie Herzinfarkt und Schlaganfall führen sowie zu Schäden an Augen,, Nieren und Nerven.

Insulinempfindlichkeit soll steigen, Blutzuckerwerte sinken

Das Hormon Insulin schleust Blutzucker, der mit der Nahrung aufgenommen wird, in Zellen, die diesen zur Energiegewinnung nutzen. Bei Patienten mit Diabetes mellitus vom Typ 2 sind diese Zellen weniger empfindlich für Insulin. Das heißt, es wird mehr Insulin für den Zuckertransport benötigt. In der Folge muss die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin ausschütten. Ist die Produktion nicht mehr ausreichend, kann die Zuckerkonzentration im Blut gefährlich ansteigen.
Hier setzt die Diät an: „Wir hoffen, dass Kaffee, Vollkorn und wenig rotes Fleisch die Insulinempfindlichkeit und damit die Blutzuckerwerte verbessern“, erklärt Dr. Jan Gröner, Assistenzarzt der Abteilung Endokrinologie und Stoffwechsel, der die Studie in Heidelberg durchführt. „Über die genaue Wirkweise dieser Nahrungsmittel auf die Insulinempfindlichkeit gibt es bislang jedoch keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse.“

Acht Wochen Diät unter ärztlicher Kontrolle / Probanden erhalten Aufwandsentschädigung

Für die Studie werden die Probanden per Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt: Während eine Gruppe ganz auf rotes Fleisch verzichtet, viele Vollkornprodukte isst und fünf Tassen Kaffee pro Tag trinkt, steht auf dem Speiseplan der Vergleichsgruppe täglich rotes Fleisch, aber kein Kaffee und kein Vollkorn.

Insgesamt dauert die Studie zehn Wochen, die Diät läuft über einen Zeitraum von acht Wochen. Die Teilnehmer kommen regelmäßig zu ambulanten Kurzuntersuchungen ins Universitätsklinikum. Unter anderem werden sie dabei zu ihrer Ernährung befragt und es erfolgen Blut- und Urinkontrollen. Vor und nach der Diät werden Ganzkörper-, Leber- und Muskelfettanteil mittels Magnetresonanztomographie bestimmt, einem sicheren und nebenwirkungsarmen Verfahren, das ohne belastende Röntgenstrahlung oder andere ionisierende Strahlung auskommt. Zudem wird das Ansprechen des Körpers auf Insulin ermittelt. Die Studienteilnehmer erhalten eine Aufwandsentschädigung.

Weitere Informationen und Anmeldung zur Studie (bis ca. Mai 2013):
Innere Medizin I Endokrinologie und Stoffwechsel
Medizinische Universitätsklinik
Im Neuenheimer Feld 410
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 8606
Internet
Informationen über die Studie
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Aktuelle-Klinische-Studien.112264.0.html

Webseite der Abteilung
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Willkommen.879.0.html

Studienzentrum Innere Medizin I und Klinische Chemie:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Studienzentrum.111996.0.html

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 11.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 110.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und 400.000 Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Leiterin Unternehmenskommunikation / Pressestelle
des Universitätsklinikums Heidelberg und der
Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 56-4536
Fax: 06221 56-4544
E-Mail: annette.tuffs@med.uni-heidelberg.de

Julia Bird
Referentin Unternehmenskommunikation / Pressestelle
des Universitätsklinikums Heidelberg und der
Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 56-7071
Fax: 06221 56-4544
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