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Herzdiagnostik im Mutterleib und bei Neugeborenen

02.11.2012
Jedes 100. Kind kommt mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt. Mittels modernster Echokardiografie ist es heute möglich, Fehlbildungen bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel zu diagnostizieren. Das wird deshalb empfohlen, weil die Behandlung umso aussichtsreicher ist, je früher sie einsetzt - mitunter bereits vor der Geburt.

Mit einem interdisziplinären Symposium für Kinderärzte, Kinderkardiologen und Frauenärzte informiert das Zentrum für Angeborene Herzfehler im Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, an diesem Wochenende erstmals über die heutigen Möglichkeiten der vorgeburtlichen Diagnostik.

Unter der Leitung der Chefärzte Prof. Dr. Deniz Kececioglu (Kinderkardiologie) und Dr. Eugen Sandica (Herzchirurgie), unterstützt von Dr. Johannes Steinhard (Pränatalmedizin und Fetale Kardiologie und Dr. Kai-Thorsten Laser (Fetale Kardiologie) bietet die Universitätsklinik Vorträge und Ultraschallkurse in der fetalen Echokardiografie und pädiatrischen Echokardiografie an.

Neben der Darstellung aktueller Möglichkeiten zur Herzdiagnostik von Feten und Neugeborenen und der Behandlung herzkranker Neugeborener stehen auch neue Ultraschalltechniken wie die sogenannte parametrische Bildgebung im Mittelpunkt der Veranstaltung. Dieses Diagnoseverfahren wird im HDZ NRW in dem von Dr. Steinhard geleiteten Department für Fetale Kardiologie eingesetzt.

„Bislang haben wir uns darauf konzentriert, die Struktur und Form der fetalen Herzen zu prüfen. Dank der hochauflösenden Ultraschallsysteme können wir auch die Herzfunktion immer besser prüfen und Herzfehler bereits sehr früh in der Schwangerschaft zu erkennen. Neue Techniken erlauben erstmals, die Muskelarbeit des kleinen Herzens zu erfassen und auch komplexe Herzrhythmusstörungen der ungeborenen Patienten zu erkennen“, erläutert Dr. Steinhard.

Gemeinsam mit den Universitätskliniken Bonn, Gießen und dem Bürgerhospital Frankfurt hat Steinhard die „Fetal Cardiac Imaging Research Group Germany gegründet, die die neuen parametrischen Ultraschalltechnologien wissenschaftlich in der klinischen Anwendung prüft.

„Von den Erfahrungswerten mit der neuen Technologie erhoffen wir uns nicht zuletzt eindeutige Aussagen darüber, wie lange das Kind gefahrlos im Mutterleib verbleiben kann“, betont Dr. Steinhard. „Das wäre ein Meilenstein in der Pränatalmedizin.“

Das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, ist ein international führendes Zentrum zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und Diabeteserkrankungen. 38.000 Patienten pro Jahr, davon 15.000 in stationärer Behandlung, werden im Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum versorgt.

Das Zentrum für Angeborene Herzfehler des HDZ NRW unter der Leitung von Prof. Dr. med. Deniz Kececioglu und Dr. Eugen Sandica gehört zu den weltweit anerkannten Kliniken bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit angeborenem Herzfehler und ist zertifiziertes Zentrum für die Behandlung von Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern (EMAH). Im Zentrum werden alle Arten von angeborenen Herzfehlern im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter mit modernsten Methoden therapiert und jährlich rund 450 Operationen und über 500 Herzkathetereingriffe durchgeführt. Bei Herzklappeneingriffen erzielt das Zentrum herausragende Ergebnisse auch im internationalen Vergleich.

Weitere Informationen:

Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen
Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Anna Reiss (Ltg.)
Georgstr. 11
32545 Bad Oeynhausen
Tel. 05731 / 97 1955
Fax 05731 / 97 2028
E-Mail: info@hdz-nrw.de

Anna Reiss | idw
Weitere Informationen:
http://www.hdz-nrw.de

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