Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geschlechtshormone gegen plötzlichen Herztod

03.05.2013
Wissenschaftlerin des Universitäts-Herzzentrums Freiburg - Bad Krozingen stellt wichtige Erkenntnisse zur Behandlung des seltenen Long-QT Syndroms beim diesjährigen „Heart Rhythm Society Meeting“ in Denver (USA) vor

Erstmals konnte eine Forschergruppe um Privatdozentin Dr. Katja Odening der Klinik für Kardiologie und Angiologie I des Universitäts-Herzzentrums Freiburg - Bad Krozingen gemeinsam mit Wissenschaftlern der Brown University (Providence, USA) und der Penn State University (Hershey, USA) zeigen, dass das Hormon Progesteron bei Menschen mit Long-QT Syndrom Herzrhythmusstörungen vorbeugen und damit einen plötzlichen Herztod verhindern kann.

Auf Basis dieser Erkenntnis könnten künftig vor allem Frauen mit dem Long-QT-Syndrom behandelt werden, da diese deutlich häufiger von den lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen betroffen sind als Männer. Die Veröffentlichung der Ergebnisse im renommierten „Heart Rhythm Journal“ wurde als eine der vier bedeutendsten „Basic Science Publikationen“ 2012 geehrt. Verbunden mit dieser Auszeichnung wird Privatdozentin Dr. Katja Odening ihre Arbeit beim diesjährigen „Heart Rhythm Society Meeting“ (8. bis 11. Mai 2013) in Denver (USA) vorstellen.

Das Long-QT Syndrom ist eine seltene angeborene oder durch unerwünschte Medikamentennebenwirkung erworbene Erkrankung, die Herzrhythmusstörungen (so genannte ventrikuläre Arrhythmien) hervorrufen und zu Bewusstlosigkeit oder zum plötzlichen Herztod führen kann. „Auffällig ist, dass Frauen mit dem Long-QT Syndrom ein deutlich höheres Risiko für diese Rhythmusstörungen haben als Männer“, erklärt Privatdozentin Dr. Katja Odening. „Das betrifft vor allem die Zeit nach der Schwangerschaft, während die Schwangerschaft selbst einen gewissen Schutz bietet. Für uns war dies ein Zeichen dafür, dass Hormone einen Einfluss auf die Erkrankung haben.“ Von diesem Wissen ausgehend, hat das Forscherteam anhand von Tiermodellen untersucht, ob und über welche Mechanismen Geschlechtshormone das Risiko für Rhythmusstörungen beim Long-QT Syndrom 2 beeinflussen.

Die Mediziner des Universitäts-Herzzentrums konnten erstmals zeigen, dass das Geschlechtshormon Progesteron beim Long-QT Syndrom Herzrhythmusstörungen vermeiden und somit auch den plötzlichen Herztod verhindern kann, wohingegen Östrogen diese potentiell tödlichen Herzrhythmusstörungen fördert. Sie konnten zudem die molekularen Mechanismen, die diesen protektiven bzw. Arrhythmie-fördernden Hormonwirkungen zu Grunde liegen, identifizieren. Basierend auf der Beobachtung des protektiven Effektes von Progesteron führten die Wissenschaftler zudem eine retrospektive Analyse der Long-QT Syndrom-Registerdaten von 1.400 Patientinnen durch. Diese zeigte, dass Progesteron – eingenommen als empfängnisverhütendes Mittel – bei Patientinnen mit Long-QT Syndrom protektiv wirkt.

„Basierend auf diesen vielversprechenden tierexperimentellen und klinischen Daten planen wir jetzt eine internationale Multicenter-Studie zum therapeutischen Einsatz von Progesteron“, sagt Privatdozentin Dr. Katja Odening. Ziel ist es, ein Medikament zu entwickeln, das den plötzlichen Herztod bei Long-QT Syndrom-Patienten verhindern kann.

Hanna Mühlbauer | idw
Weitere Informationen:
http://www.herzzentrum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Starkes Übergewicht: Magenbypass und Schlauchmagen vergleichbar
17.01.2018 | Universität Basel

nachricht Therapieansatz: Kombination von Neuroroboter und Hirnstimulation aktiviert ungenutzte Nervenbahnen
16.01.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

18.01.2018 | Informationstechnologie

Optimierter Einsatz magnetischer Bauteile - Seminar „Magnettechnik Magnetwerkstoffe“

18.01.2018 | Seminare Workshops

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten