Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher entdecken Verfahren gegen Blutvergiftung

04.06.2010
Blockierung eines Enzyms senkt Sterberisiko bei Mäusen

Wissenschaftler der University of Glasgow haben ein neues Verfahren zur Behandlung von Blutvergiftungen entdeckt. Das Blockieren eines Moleküls, das während eines septischen Schocks aktiviert wird, konnte in Experimenten die Todesrate bei Mäusen senken.

50 Prozent sterben

Nun hoffen die Forscher, dass die in Science veröffentlichen Forschungsergebnisse zur Entwicklung einer ganzen Reihe von Medikamenten beitragen können. 20 Mio. Menschen erkranken laut BBC weltweit jedes Jahr an einer Sepsis. Bis zu 50 Prozent jener, die einen septischen Schock erleiden, sterben.

Die aktuelle Studie baut auf früheren Forschungsergebnissen auf. Diese haben nachgewiesen, dass das Enzym SphK1 während der Entzündung, die bei einem septischen Schock stattfindet, aktiviert wird. Immunzellen von Patienten mit einer schweren Sepsis produzieren abnormal hohe Werte des Enzyms.

Das Enzym blockieren

Eine Blockierung verringerte die von den Zellen ausgesendeten Entzündungssignale. Medikamente, die das Enzym blockieren, zeigten, dass eine Behandlung das Sterberisiko zumindest bei Mäusen senken kann. Die behandelten Tiere waren auch vor einem multiplen Organversagen geschützt und kamen mit der bakteriellen Infektion viel besser zu recht.

Der leitende Wissenschaftler Alirio Melendez betont, dass die Anzahl der Sepsis-Erkrankungen ansteige, die Behandlungsmöglichkeiten noch immer nicht adäquat seien und daher dieser Durchbruch gerade zur richtigen Zeit komme. Einer der entscheidenden Faktoren zur Verbesserung der Überlebenschancen sei jedoch eine frühzeitige Diagnose und eine sehr gezielte Behandlung, so John Heyworth vom College of Emergency Medicine.

Allein in England und Wales sterben jährlich rund 31.000 Menschen an einer schweren Sepsis, also an einer Reaktion des Immunsystems auf eine Infektion, die zu einem Organversagen führt. Patienten müssen auf die Intensivstation eingeliefert, ihre Organe unterstützt werden, während gleichzeitig auch die Infektion bekämpft wird.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.gla.ac.uk
http://www.sciencemag.org

Weitere Berichte zu: Blockierung Blutvergiftung Enzym Infektion Medikament Mäuse Organversagen Sepsis Sterberisiko enzyme

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie