Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europäisches Jahr für aktives Altern und Solidarität - DGEM sieht Schwerpunkte

19.03.2012
Die Europäische Kommission hat das Jahr 2012 zum "Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen" ausgerufen.
Im Mittelpunkt steht die demografische Entwicklung in Europa, die sowohl an das Gemeinwesen als auch an das Gesundheitswesen neue Anforderungen stellt. Vor allem geht es darum, europaweit die Möglichkeiten für aktives Altern und ein unabhängiges Leben im Alter zu verbessern.

„Um das wirklich umsetzen zu können, braucht es drei Säulen: eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität und soziale Kontakte. Wenn Menschen älter werden und ihr Leben auf diese drei Säulen stützen, dann kann aktives Altern und unabhängiges Leben Wirklichkeit werden“, sagt Prof. Dr. Cornel Sieber, Geriater und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM).
Dabei sei das Essen als ein wichtiger sozialer Kontaktpunkt zu sehen und das Europäische Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen ein wichtiger Baustein, um auf die speziellen Bedürfnisse älterer Menschen hinzuweisen. Auf dem vom 14. bis 16. Juni 2012 stattfindenden Kongress „Ernährung 2012“ in Nürnberg ist die Ernährung älterer Menschen ein Schwerpunkt. Weitere Informationen unter www.ernaehrung2012.de

Derzeit sind 21 Millionen Menschen in Deutschland 60 Jahre oder älter. 2050 werden es über 27 Millionen sein. Viele ältere Menschen leiden unter einer Mangelernährung, das heißt, sie erhalten über die normale tägliche Ernährung nicht genügend Inhaltsstoffe, um ausreichend ernährt zu sein. Gerade für ältere Menschen ist es notwendig, genügend Kalorien und vor allem Eiweiß zu sich zu nehmen. Sonst kann es schnell, in Verbindung mit zu wenig Bewegung, zu Muskelschwund (Sarkopenie) kommen. Dieser führt zu weiterer Unbeweglichkeit, zu einem höheren Risiko für Stürze und somit im späteren Verlauf zu möglichen Mehrfacherkrankungen. „Mit dem Europäischen Jahr können wir das Bewusstsein für die zentrale Bedeutung der Mangelernährung bei älteren Menschen schärfen und durch gezielte Aufklärungsmaßnahmen dieses ernste Problem in den Vordergrund stellen“, sagt Prof. Sieber. Mangelernährte Patienten haben eine um 80 Prozent längere Liegedauer und das Sterberisiko steigt auf das bis zu Fünffache. 20 Prozent der Todesfälle im Krankenhaus sind mit Mangelernährung assoziiert. Der Hauptteil Kosten für die Mangelernährung (9 Milliarden Euro in Deutschland pro Jahr) nämlich 90 Prozent fällt außerhalb des Krankenhauses an und geht vor allem auf Pflegemaßnahmen und ärztliche Behandlungen zurück.

Wirksame Bekämpfung notwendig

Um Mangelernährung wirksam zu bekämpfen, bedarf es einer routinemäßigen Diagnostik sowohl im klinischen als auch im ambulanten Bereich. Ebenso sollte der interdisziplinäre Austausch zwischen Medizinern und Wissenschaftlern gefördert werden. Der Ernährungszustand muss regelmäßig erfasst werden, um so frühzeitig zu erkennen, wann eine Mangelernährung vorliegt und diese dann richtig behandelt werden kann. Dadurch lassen sich – ganz im Sinne des Europäischen Jahres 2012 - Ernährungs- und Allgemeinzustand verbessern beziehungsweise erhalten und tragen damit zu längerer Aktivität und Eigenständig bei älteren Menschen bei.

Europäische Programme
Es gibt bereits unterschiedliche europäische Programme, um die Mangelernährung zu bekämpfen. Dazu gehören z.B. „Europe Fights Malnutrition“ oder der „Nutrition Day“, der mittlerweile auch über Europa hinaus etabliert ist. Weitere Informationen auch unter www.espen.de und www.european-nutrition.org und www.nutritionday.org

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Cornel Sieber
Institut für Biomedizin des Alterns der FAU Erlangen-Nürnberg
sieber@klinikum-nuernberg.de

Rita Wilp | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgem.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Eine Teleskopschiene für Nanomaschinen
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Standort Stuttgart, Stuttgart

nachricht Künstlicher Leberfleck als Frühwarnsystem
19.04.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics