Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU unterstützt den Kampf ums Augenlicht

10.10.2012
Tübinger Forscher übernehmen Federführung: Neue Wege in der Behandlung erblicher Seherkrankungen.
Mit nahezu fünf Millionen Euro unterstützt die Europäische Union in den nächsten drei Jahren einen Zusammenschluss aus Firmen und Wissenschaftlern unter der Führung des Forschungsinstituts für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Tübingen. Ziel des Forschungsprojektes "Drugsford" ist es, neue Wege für die Behandlung von erblichen Seherkrankungen zu finden.

"Als erbliche Photorezeptordegeneration bezeichnet man eine Gruppe von Erkrankungen, die zu einem Verlust des Sehens bis hin zur vollständigen Blindheit führen können", erläutert Dr. Francois Paquet-Durand, der Tübinger Koordinator des neuen Verbundprojektes. Schätzungen zufolge gibt es alleine in Europa etwa 250.000 betroffene Personen. Diese spezifischen Seherkrankungen werden durch Veränderungen im Erbmaterial verursacht und von den Eltern an ihre Kinder weitergegeben. Obwohl die Mutationen die die Krankheit verursachen häufig bekannt sind, gibt es bis heute keine zufriedenstellende Behandlungsmöglichkeit.
Eine der Herausforderungen bei der Entwicklung neuer Therapiestrategien ist die Vielzahl von krankheitsauslösenden Mutationen. "Dies kann dazu führen, dass eine Therapieform für einen Patienten mit einer speziellen Mutation zwar förderlich ist, dass dieselbe Therapieform bei den meisten anderen Patienten aber versagt oder sogar schädlich ist", erklärt Dr. Paquet-Durand. Hinzu kommt, dass die Netzhaut durch die sogenannte "Blut-Hirn-Schranke" gegen die meisten Medikamente abgeschirmt ist. An der Lösung dieser beiden Punkte setzt das EU-Projekt mit neuen Ideen an.

Das Konsortium besteht aus zwei Biotech-Firmen, der deutschen BIOLOG aus Bremen und der holländischen to-BBB aus Leiden. Die Expertise dieser beiden Unternehmen erlaubt es, neuartige Substanzen zu entwickeln, die über die Blut-Hirn-Schranke hinweg die Photorezeptoren erreichen können. Komplettiert wird das Verbundprojekt durch drei universitäre Arbeitsgruppen um Valeria Marigo aus Modena in Italien, Per Ekström aus Lund, Schweden und François Paquet-Durand vom Universitätsklinikum Tübingen.

Das erklärte Ziel des Verbundes ist es, am Ende der dreijährigen Förderperiode ein Medikament das Photorezeptoren schützen kann sowie die entsprechenden Darreichungssysteme für erste klinische Tests bereitzustellen.
Weiter Informationen unter http://www.drugsford.eu/

Medienkontakt

Universitätsklinikum Tübingen, Forschungsinstitut für Augenheilkunde
Dr. Francois Paquet-Durand
Röntgenweg 11, 72076 Tübingen
E-Mail francois.paquet-durand(at)klinikum.uni-tuebingen.de
Tel. +49 7071/29-8 74 30

Dr. Ellen Katz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-tuebingen.de
http://www.drugsford.eu/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Lymphdrüsenkrebs programmiert Immunzellen zur Förderung des eigenen Wachstums um
22.02.2018 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Forscher entdecken neuen Signalweg zur Herzmuskelverdickung
22.02.2018 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics