Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erstmals Umwandlung menschlicher Stammzellen der Nebenniere in nervenähnliche Zellen gelungen

14.11.2012
Einem internationalen Forscherteam unter Leitung von Dr. Monika Ehrhart-Bornstein von der Medizinischen Klinik und Poliklinik III am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden ist es weltweit erstmals gelungen, menschliche Vorgängerzellen der Nebenniere zu isolieren und in nervenähnliche Zellen umzuwandeln.
Das Forschungsergebnis könnte neue Wege zur Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen wie Morbus Alzheimer und Morbus Parkinson eröffnen. Langfristiges Ziel ist, in nervenähnliche Zellen umgewandelte Stammzellen den Erkrankten zurück zu transplantieren. Die jüngsten Forschungsergebnisse kommen dieser Therapieoption einige Schritte näher.

Stammzellen sind eine große Hoffnung in der medizinischen Forschung. Denn zu den Aufgaben von Stammzellen gehört, alte und kranke Zellen im gesamten Organismus zu erneuern, indem sie selbst die jeweilige Funktion der ausgefallenen Zellen übernehmen. Wegen dieser Fähigkeit werden Stammzellen - auch Vorgängerzellen genannt - immer häufiger zur Behandlung verschiedener Krankheiten eingesetzt. Für Therapien genutzte Stammzellen werden bislang aus Knochenmark, Eigenblut oder Nabelschnurblut gewonnen, anschließend entsprechend ihrer zukünftigen Aufgabe biologisch programmiert und in den Körper des Erkrankten zurückgegeben. Ein komplizierter Prozess.

Der Dresdner Molekularbiologin Dr. Monika Ehrhart-Bornstein und ihrem Team, zu dem auch Forscher des „Center for Neurosciences and Cell Biology“ der portugiesischen University of Coimbra gehören, ist es jetzt weltweit erstmals gelungen, Stammzellen aus dem Mark der menschlichen Nebenniere zu isolieren und durch Behandlung mit einem speziellen Wachstumsfaktor in nervenähnliche Zellen umzuwandeln. „Die Stammzellen im Mark der Nebenniere bergen ein besonderes Potenzial für zukünftige Therapien von Nervenerkrankungen wie Morbus Alzheimer und Morbus Parkinson. Denn sie zeigen eine enge biologische Beziehung zu Nervenzellen“, so Dr. Monika Ehrhart-Bornstein.

Darum sind die jüngsten Ergebnisse weitere Meilensteine auf dem Weg zu neuen Therapieoptionen mit Hilfe von Nebennieren-Stammzellen. Dies unterstreicht die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse in der Fachzeitschrift „Stem Cells - Translational Medicine“. (http://stemcellstm.alphamedpress.org/site/misc/PressRelease009.xhtml)

2009 gelang es der Dresdner Forscherin und ihrem Team erstmals weltweit, Stammzellen aus dem Nebennierenmark von Rindern zu isolieren und die besonderen biologischen Eigenschaften dieser Stammzellen nachzuweisen. Mit den neuesten Forschungsergebnissen legt Dr. Monika Ehrhart-Bornstein jetzt den Beweis vor, dass auch das menschliche Nebennierenmark Stammzellen mit diesen speziellen Eigenschaften aufweist. Außerdem demonstrieren die Ergebnisse, dass die Stammzellen aus der menschlichen Nebenniere isoliert und in nervenähnliche Zellen umgewandelt werden können. Langfristiges Therapieziel ist, Stammzellen aus dem Nebennierenmark von Patienten mit Nervenerkrankungen zu isolieren und nach entsprechender Programmierung dem Patienten zurück zu transplantieren. Mit den aktuellen Forschungsergebnissen sind die Dresdner Forscher diesem Ziel ein gutes Stück näher gekommen.

Kontakt
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Medizinische Klinik und Poliklinik III
Dr. rer nat. Monika Ehrhart-Bornstein
Tel.: +49 0351 458 6130
Fax: +49 0351 458 7334
E-Mail: monika.ehrhart-bornstein@uniklinikum-dresden.de

Holger Ostermeyer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-dresden.de/mk3

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neues Hydrogel verbessert die Wundheilung
25.04.2017 | Universität Leipzig

nachricht Konfetti im Gehirn: Steuerung wichtiger Immunzellen bei Hirnkrankheiten geklärt
24.04.2017 | Universitätsklinikum Freiburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen