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Erreichen, woran der dicke Gallier scheiterte - Programm "Obeldicks" hilft übergewichtigen Kindern beim Abnehmen

13.10.2008
Das von der Krankenkasse finanzierte Programm bietet Kindern ein Jahr lang Bewegungs-, Ernährungs- und Verhaltenstraining, hinzu kommen Schulungen und Gesprächskreise für die Eltern. An der Ulmer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin haben jetzt die ersten Kinder das Programm abgeschlossen.

"Nach bisherigen Auswertungen konnten 70 Prozent der Teilnehmer ihr Gewicht deutlich reduzieren", freut sich Prof. Dr. Martin Wabitsch, Leiter der Sektion pädiatrische Endokrinologie an der Kinderklinik. "Ziel ist dabei nicht eine schnelle Gewichtsabnahme, sondern eine dauerhafte Gewichtsnormalisierung", so Wabitsch.

Um das zu erreichen, kümmert sich ein Team von Ärzten, Ernährungsspezialisten, Psychologen und Sporttherapeuten um die Kinder - und um ihre Eltern. "Die ganze Familie muss mitmachen, sonst sind die Erfolgsaussichten schlecht", weiß Programmkoordinatorin Malaika Fuchs. "Wenn der Vater Vollkornbrot ablehnt, hat es das Kind schwer, frisch gelernte Ernährungsregeln anzuwenden", erklärt die Diplom-Oecotrophologin.

Deshalb sieht das Programm Obeldicks viele Elterngespräche und individuelle Familienberatungen vor. "Die erste Herauforderung ist, sich für das Programm zu entscheiden, die zweite, über ein Jahr dabei zu bleiben", sagt Professor Wabitsch. Die Kinder treffen sich in festen Mädchen- oder Jungengruppen einmal in der Woche zur Bewegungstherapie. "Hinzu kommt ein Verhaltenstraining, das den Kindern hilft, aus ihrem ungünstigen Essverhalten wie z. B. dem Frustessen herauszufinden. In Ernährungskursen lernen sie, welches Essen und Essverhalten gesund sind", ergänzt Ernährungsexpertin Fuchs. Neben der festen Gruppe, die Halt und Stärke gibt, ist auch die individuelle psychologische Beratung wichtig, denn häufig stecken hinter dem Übergewicht viele andere Probleme.

In Deutschland wiegen 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen zu viel, 6 Prozent davon sind sogar stark übergewichtig oder fettleibig. Ihr Risiko für Erkrankungen wie Bluthochdruck, Fettleber oder eine gestörte Glucoseregulation bis hin zum Diabetes ist hoch. "Schon eine geringe dauerhafte Gewichtsreduktion senkt diese Risiken", betont Professor Wabitsch. Unsere Ulmer Ergebnisse entsprechen auch in diesem Punkt der guten Erfolgsquote des Programms in Deutschland." Die Kinder, die an den derzeit laufenden Obeldicks-Programmen in Ulm teilnehmen, wurden von niedergelassenen oder Ärzten der Spezialsprechstunde für übergewichtige Kinder an der Universitätsklinik überwiesen. Im Herbst starten weitere Kurse. Die Kosten für das bundesweite Programm, das an der Klinik Datteln in Nordrhein-Westfalen entwickelt wurde, übernimmt seit 2004 die Krankenkasse.

Gerne vermitteln wir Ihnen Gesprächspartner.

Anbei finden Sie zwei Fotos:
1. Das Ulmer Obeldicks-Team: oben v.l.: Pia Wochele (Bewegungstherapeutin), Sigrid Räkel-Rehner (Diätassistentin, Leiterin der Ernährungsschulungen), Dr. Helmut Weyhreter (Psychologe, Leiter der Verhaltensschulungen); unten v.l.: Gabriele Krenn (Koordination), Malaika Fuchs (Dipl.-Oecotrophologin, Koordination), Prof. Dr. Martin Wabitsch (Leiter der Sektion Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie der Universitätskinderklinik, Gesamtleitung)

2. Organisieren mit ihrem Team die Obeldicks-Schulungen: Malaika Fuchs (Dipl.-Oecotrophologin, Koordination), Prof. Dr. Martin Wabitsch (Leiter der Sektion Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie der Universitätskinderklinik, Gesamtleitung)

Petra Schultze
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Ulm
Albert-Einstein-Allee 29
D - 89081 Ulm
Tel.: +49 - (0)731 - 500 43025
Fax: +49 - (0)731 - 500 43026
Mail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de

Petra Schultze | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-ulm.de
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