Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erkrankungen beim Menschen schneller verstehen: Internationales Projekt will alle Gen-Funktionen erforschen

30.09.2011
Heute startet ein internationales Forschungsprojekt zur Entwicklung einer der bislang größten Enzyklopädien zur Genfunktion von Säugetieren.

Das Helmholtz Zentrum München ist als deutscher Partner Teil des internationalen Konsortiums, dessen Ziel es ist, die Entstehung von Erkrankungen beim Menschen zu verstehen.

Das Internationale Maus-Phänotypisierungs-Konsortium (International Mouse Phenotyping Consortium, IMPC*) baut eine der bislang größten Enzyklopädien des Lebens auf, die die Funktionen aller Gene der Maus beschreiben soll. Die Maus ist ein wichtiger Modellorganismus bei der Erforschung humaner Erkrankungen, da der Mensch ein Äquivalent zu 99 Prozent der murinen Gene hat. Indem sie die jeweilige Funktion bei der Maus aufklären, können Wissenschaftler ihr Verständnis darüber verbessern, wie Erkrankungen beim Menschen entstehen – z. B. die Volkskrankheit Diabetes mellitus.

Das Helmholtz Zentrum München hat mit der Deutschen Mausklinik als erste Institution weltweit die systemische Analyse von Krankheitsmodellen eingeführt, die nun als Grundlage für das globale Projekt dient. Es ist als bislang einzige deutsche Einrichtung Partner dieses internationalen Projekts, an dem weitere 15 renommierte wissenschaftliche Institutionen aus Großbritannien, USA, Japan, Kanada und China beteiligt sind.

Professor Martin Hrabĕ de Angelis vom Helmholtz Zentrum München koordiniert das von der Europäischen Kommission geförderte Projekt Infrafrontier*, das die systematische Phänotypisierung und Archivierung von Mausmodellen für Erkrankungen beim Menschen zum Ziel hat. „Die vor uns liegende Aufgabe ist zu groß, um von einem Land allein gelöst zu werden. IMPC bietet uns erstmals die Chance, die Funktion aller 23000 Gene der Säugetiere aufzuklären und die Daten der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung zu stehen,“ so Hrabĕ de Angelis. „Unsere Beteiligung unterstreicht, dass unsere Forschung international konkurrenzfähig ist.“ Das Verständnis der Entstehungsmechanismen von Volkskrankheiten und die Ableitung neuer Angriffspunkte für Diagnose, Therapie und Prävention sind Ziele des Helmholtz Zentrums München.

Weitere Informationen

* IMPC: http://www.mousephenotype.org - IMPC basiert auf dem EUMODIC-Projekt, das von der Europäischen Kommission gefördert wird (LSHG-CT-2006-037188). EUMODIC hat Standard Operation Procedures und IT-Systeme entwickelt, die benötigt werden, um die großen Datenmengen zu verarbeiten, die bei der Phänotypisierung von Mausmodellen entstehen. * Infrafrontier: http://www.infrafrontier.eu - Das von der EU-Kommission geförderte Projekt Infrafrontier hat die systematische Phänotypisierung und Archivierung von Mausmodellen für Erkrankungen beim Menschen zum Ziel. Es wird eine Plattform für Teile des IMPC-Projekts bieten.

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 1.900 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 17 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 31.000 Beschäftigten angehören.
http://www.helmholtz-muenchen.de
Ansprechpartner für die Medien
Sven Winkler, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstraße 1 85764 Neuherberg - Tel.: 089-3187-3946 - Fax: 089-3187-3324 - E-Mail: presse@helmholtz-muenchen.de

Fachlicher Ansprechpartner

Prof. Martin Hrabĕ de Angelis, Institut für Experimentelle Genetik, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstraße 1 85764 Neuherberg - Tel.: 089-3187-3302 - Fax: 089-3187-3500 - E-Mail: gailus@helmholtz-muenchen.de

Susanne Eichacker | Helmholtz-Zentrum
Weitere Informationen:
http://www.mousephenotype.org/news.html
http://www.helmholtz-muenchen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Vitamin-Mangel, der Kampf gegen die Antriebslosigkeit und Nahrung für die Nerven
08.12.2016 | PhytoDoc Ltd.

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops