Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektronische Haut soll Untersuchungen erleichtern

28.03.2012
Erfindung entkoppelt Patienten von stationären Messgeräten

Hauchdünne, voll funktionsfähige Elektronik könnte Patienten langwierige Untersuchungen erleichtern. Statt stundenlang in einer Ordination oder einem Spital an ein Gerät gebunden zu sein, verpacken die Forscher der University of Illinois die notwendige Elektronik in ein tragbares Pflaster, das auch zur Behandlung verwendet werden kann. Dieses haben sie am vergangenen Kongress der American Chemical Society in San Diego präsentiert.


E-Haut: Hauchdünne Elektronik erlaubt Mobilität (Foto: illinois.edu)

Pflaster macht Patienten mobil

Die Anbindung an Devices, die die Muskelaktivität, den Herzschlag oder Hirnströme messen, verlangt zudem oft die unangenehme Anbringung von Elektroden und Messköpfen mit Tapes oder Gelen, die mühsam und schmerzvoll wieder entfernt werden müssen.

"Eine Schlüsseleigenschaft der epidermischen Elektronik ist die natürliche Verbindung zum Körper, die ohne Kabel, Pins oder Klebern erfolgt. Das erlaubt eine viel komfortablere und praktischere Anmeldung", so Forscher John Rogers. "Dazu misst das Gerät die Werte des Patienten in einem komplett non-invasivem Verfahren, während er zu Hause ist."

Wellenmuster schützt vor Brüchen

Die Schaltkreise sind in eine flexible Substanz eingebettet, die in etwa die Dicke eines menschlichen Haares aufweist. Aufgrund ihrer hautähnlichen Beschaffenheit ließe sich ein solches "E-Pflaster" sogar mit einem Klebe-Tattoo abdecken. Die Patches können ihre Messergebnisse drahtlos übertragen. Mit weiterer Entwicklung ließen sich somit Informationen an das Telefon des Trägers und von dort an den behandelnden Arzt übermitteln.

Die Anbringung der Elektronik auf einem Material, das sich mit der Haut ausdehnt und zusammenzieht, erforderte eine neue Fertigungstechnik. Durch wellenförmige Anbringung wird sichergestellt, dass die filigranen Leitungen und Schaltelemente nicht zerstört werden. Angebracht wird die elektronische Haut wie ein temporäres Tattoo. Um es über den Tragezeitraum wasserfest zu machen und Ablösung zu verhindern, wird es danach mit einem speziell präparierten Sprühpflaster behandelt.

Messung im Körperinneren möglich

Die jüngste Generation des Gerätes, entwickelt von der von Rogers mitgegründeten Firma mc10 http://mc10inc.com kann zudem auch Stromstöße zur Behandlung austeilen und funktioniert damit bidirektional. Wird etwa die Außenseite eines Katheters, wie er etwa für Herz-OPs verwendet wird, mit einem solchen Pflaster ausgestattet, ist sogar die Erhebung von Messwerten im Inneren des Körpers möglich. Laut dem Wissenschaftler lässt sich die Technologie auch in vielen nicht-medizinischen Bereichen einsetzen und könnte beispielsweise zur Messung der Hautfeuchtigkeit bei Sportlern oder für die Kosmetikforschung dienen.

Georg Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.illinois.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie