Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EHEC-Therapie: Antikörper wird nur zur „Rescue-Therapie“ eingesetzt

30.05.2011
In den Fällen, in denen die Plasmapherese keine Erfolge zeigt, oder wenn bestimmte neurologische Störungen vorliegen, kann der Antikörper Eculizumab als Therapiealternative eingesetzt werden.

Über Risikoprofil und Erfolg der Therapie lässt sich derzeit noch keine sichere Aussage treffen, dafür sei es noch zu früh, so Prof. Dr. Reinhard Brunkhorst, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie.

Die DGfN lädt am Mittwoch in Hamburg zu einer Pressekonferenz ein – um dort die ersten Erfahrungen aus dem gesamten Krisengebiet mit der neuen Therapie zusammenzufassen.

Derzeit wird die Plasmapherese als Standardverfahren bei EHEC-assoziiertem HUS eingesetzt. Der großen Mehrzahl aller Patienten kann mit diesem Verfahren geholfen werden.

Einige der Betroffenen sprechen allerdings auf die Plasmapherese nicht an. Diese schwerkranken Patienten leiden oft auch an Störungen des zentralen Nervensystems, die mitunter lebensbedrohlich sein können. Seit Freitagabend wird bei diesen Patienten als „Rescue-Therapie“ der Antikörper Eculizumab eingesetzt. Dieser Antikörper ist bisher nur bei wenigen Kindern mit EHEC-HUS therapeutisch eingesetzt worden – Erfahrungen mit erwachsenen Patienten lagen nicht vor. Das Medikament ist derzeit nur für die Therapie der sogenannten paroxysmalen nächtlichen Hämoglobinurie (PNH), einer äußerst seltenen Bluterkrankung, zugelassen. „Auch wenn Zentren erste Erfolge vermelden, wissen wir noch wenig über die längerfristige Wirkung und mögliche Nebenwirkungen. Über Risikoprofil und Erfolg der Therapie lässt sich derzeit noch keine sichere Aussage treffen, dafür ist es noch zu früh“, so Prof. Dr. Reinhard Brunkhorst, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie. „Wir hoffen allerdings, dass sich die ersten positiven Signale, über die heute berichtet wurde, in den nächsten Tagen weiterhin bestätigen“.

Die DGfN lädt am Mittwochnachmittag in Hamburg (Ort und Zeit wird noch bekannt gegeben, siehe www.dgfn.eu ) zu einer Pressekonferenz ein, um u.a. über die Erfahrungen der ersten 3-5 Tage nach „Rescue-Therapie“ mit Eculizumab aus allen Zentren, in denen es zum Einsatz gekommen ist, zu berichten.

Darüber hinaus hat die DGfN bereits letzte Woche ein Register auf den Weg gebracht, in das alle EHEC-assoziierten HUS-Fälle – und zwar mit Daten zum Krankheitsverlauf und zur Therapie – eingepflegt werden. Durch die Auswertung dieser Datenbank können im Nachgang wissenschaftliche Erkenntnisse zur Therapie von EHEC-HUS generiert werden.

Die DGfN erarbeitet derzeit eine aktuelle Therapieempfehlung für den Einsatz des Antikörpers, die ab morgen Vormittag online unter www.dgfn.eu einsehbar ist.

Für weitere Informationen und Interviewanfragen:

Pressestelle der DGfN:
Dr. Bettina Albers
Tel. 03643/ 776423, Mobil: 0174/ 2165629; Mail: albers@albersconcept.de

Dr. Bettina Albers | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgfn.eu

Weitere Berichte zu: Antikörper DGfN EHEC-HUS EHEC-Therapie Nephrologie Risikoprofil

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aktuelle Therapiepfade und Studienübersicht zur CLL
20.10.2017 | Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise