Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ebola-Fälle in Echtzeit erfassen

17.11.2014

HZI koordiniert ein Projekt zur Bekämpfung der Epidemie in Westafrika

Die Ebola-Epidemie hat gezeigt, wie schnell ein ausbrechendes Virus zu einer weltweiten Gesundheitskrise führen kann. Um den Kampf gegen die Epidemie zu unterstützen, hat das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) nun das Konsortium „EBOKON“ initiiert, das die Ebola-Forschung verstärken und die Wissenslücken schnellstmöglich schließen soll. 


Ebola virus

CDC Global, CC-BY 2.0

Bis Ende 2015 wird EBOKON mit 2,3 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Auch das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig ist mit einem Projekt daran beteiligt.

„Es ist wichtig unsere Expertise in der Infektionsforschung zu bündeln, um die Epidemie erfolgreich zu bekämpfen“, sagt Prof. Dirk Heinz, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des HZI und Vorstandsmitglied im DZIF. „Wir wollen dabei möglichst schnell auf breiter Basis Wege finden, um Wissenslücken zu schließen und dadurch zukünftig solche Ausbrüche zu verhindern.“

Insgesamt zehn EBOKON-Vorhaben sollen in den nächsten 14 Monaten ausgeführt werden. Die Spannweite reicht dabei von der Suche nach neuen Impfstoffen über die Analyse des Infektionsprozesses bis hin zu Studien, die sich mit der Epidemiologie der Krankheit befassen.

Das HZI verfolgt innerhalb des Konsortiums mit dem Projekt EBOKON 10 das ehrgeizige Ziel, nicht nur künftige Ebola-Epidemien, sondern auch die aktuelle Epidemie rascher einzudämmen: „Die wirksamste Maßnahme zur Unterbrechung eines Ebola-Ausbruchs ist neben der frühzeitigen Diagnose und Isolation der Erkrankten, die sofortige Erfassung und Betreuung aller Menschen, die engen Kontakt mit einem Patienten hatten“, sagt Prof. Gérard Krause, Projektleiter und Leiter der Abteilung Epidemiologie am HZI. Der aktuelle Ausbruch hat allerdings ein Ausmaß, bei dem die Erfassung von Verdachtsfällen und Kontaktpersonen nur noch mit moderner Technologie möglich ist.

„Wir entwickeln ein neues System, bei dem zentral miteinander vernetzte Mobiltelefone als Steuerungsinstrumente dienen, um Infektionsschutzmaßnahmen ohne Zeitverlust einzusetzen“, erläutert Krause. „Wir können auch Kontaktpersonen in Echtzeit erfassen und einer Betreuung zuführen“. In Deutschland sind mit dem Robert Koch-Institut und dem Bernhard-Nocht-Institut zwei weitere ausgewiesene wissenschaftliche Partner eingebunden.

Besonders erfolgversprechend ist die Tatsache, dass zusätzlich der Softwarehersteller SAP sowie das Hasso-Plattner-Institut ihre technische Unterstützung bei der Entwicklung dieses anspruchsvollen IT-Systems angeboten haben. Die Plattform SAP HANA ermöglicht eine flexibel anpassbare und schnelle Verarbeitung der komplexen Daten, während für die mobile Datenerfassung vor Ort handelsübliche Mobiltelefone ohne zusätzliche Installationen zum Einsatz kommen sollen. Dieser Ansatz wird somit auch den besonderen technischen Voraussetzungen westafrikanischer Länder gerecht.

„Das besondere an dem Vorhaben ist auch, dass auf nigerianischer Seite die zuständigen Einrichtungen direkt mit eingebunden sind und so eine wirklich an den dortigen Bedürfnissen ausgerichtete Umsetzung gewährleistet ist“, sagt Krause. Dr. Akin Oyemakinde vom Nigeria Center for Disease Control (NCDC) ergänzt:

“Wir unterstützen diese technische Innovation und deren Anwendung zur Überwachung von Krankheitsfällen. Sie wird uns helfen, schnell zu reagieren und die nötigen Maßnahmen einzuleiten
Wie bei allen Maßnahmen steht auch in diesem Fall die schnelle Umsetzung im Vordergrund. Bereits im April soll die Pilotphase starten. „Unsere große Hoffnung ist, dass unsere Arbeit im Konsortium zu einer schnellen und trotzdem nachhaltigen Lösung der Krise beiträgt“, sagt Prof. Heinz.

Weitere Informationen zum Projekt und aktuelle Ergebnisse finden sie auf der Webseite http://www.helmholtz-hzi.de/ebokon10

Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern.
http://www.helmholtz-hzi.de

Im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) entwickeln bundesweit rund 200 Wissenschaftler aus 32 Institutionen gemeinsam neue Ansätze zur Vorbeugung, Diagnose und Behandlung von Infektionskrankheiten. Mehr Informationen finden Sie unter http://www.dzif.de .


Weitere Informationen:

http://www.helmholtz-hzi.de/de/aktuelles/news/ansicht/article/complete/ebola_faelle_in_echtzeit_erfassen/  - Diese Pressemitteilung auf helmholtz-hzi.de
http://www.helmholtz-hzi.de/ebokon10  - Projektseite von EBOKON 10

Dr. Jan Grabowski | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie