Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DNS-Schleuder tötet Bakterien ab

12.08.2008
Fangnetze aus DNS und Eiweissen verhindern, dass sich bei entzündlichen Darmerkrankungen Bakterien ausbreiten.

Ausgeschleudert werden die Netze von weissen Blutzellen, die eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Parasiten spielen, den sogenannten eosinophilen Granulozyten.

Entzündliche Darmerkrankungen gehen häufig mit einer Schädigung der Schleimhaut einher, die das Eindringen von Bakterien ermöglicht. Die Ausbreitung der Bakterien kann im schlimmsten Fall eine tödlich verlaufende Blutvergiftung verursachen. Ein Forscherteam unter der Leitung des Berner Pharmakologen Hans-Uwe Simon hat nun herausgefunden, dass bestimmte weisse Blutzellen Fangnetze aus DNS und toxischen Eiweissen ausschleudern, mit denen Bakterien gebunden und danach abgetötet werden können.

Es handelt sich dabei um eosinophile Granulozyten, deren Bedeutung bis heute noch wenig bekannt ist. Eine erhöhte Zahl dieser Zellen im Blut lässt entweder eine Allergie oder eine Infektion mit Parasiten vermuten. "Eosinophile haben mehrere zelluläre Funktionen. Die antibakterielle Funktion mit Hilfe der DNS-Schleuder ist neu", sagt Prof. Simon. Die Erkenntnisse der Forschenden vom Institut für Pharmakologie der Universität Bern wurden in der Fachzeitschrift "Nature Medicine" publiziert.

DNS stammt nicht aus dem Zellkern

Die neuen Resultate erklären, dass eosinophile Granulozyten unter normalen Bedingungen im Darm als Abwehrmechanismus dienen. Werden sie aktiviert, schleudern sie die DNS wie eine Kanone aus. Dieser Prozess läuft in weniger als einer Sekunde ab. Die freigesetzte DNS stammt nicht aus dem Zellkern, wo unsere Erbsubstanz lokalisiert ist, sondern aus den Mitochondrien, die für die Bereitstellung von Energie verantwortlich sind. Prof. Simon erklärt: "Gesunde Zellen können keine DNS aus dem Zellkern freisetzen."

Eosinophile Granulozyten haben ausserdem eine Bedeutung für die Entwicklung von Arzneimitteln. Das Institut für Pharmakologie der Universität Bern ist gegenwärtig an der Entwicklung verschiedener Medikamente, die an Zellen oder Zellprodukten des Abwehrsystems angreifen, beteiligt.

Matthias Abplanalp | idw
Weitere Informationen:
http://www.unibe.ch
http://www.kommunikation.unibe.ch/lenya/kommunikation/live/medien/mitteilungen/news/2008/eosinophile.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau