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„Deutsches Zentrum für Infektionsforschung“ mit Sitz in Braunschweig gegründet

27.06.2012
Bundesweites Kompetenz-Bündnis gegen Krankheitserreger startet

Das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) kann als eines von insgesamt sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung den Kampf gegen Volkskrankheiten aufnehmen. Es ist heute in Braunschweig als eingetragener Verein gegründet worden. Ebenfalls wurde der Vorstand gewählt.

Auch die DZIF-Geschäftsstelle wird in Braunschweig, am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), angesiedelt sein. Zentrale Aufgaben des DZIF werden beispielsweise die Entwicklung von neuen Behandlungsstrategien für Langzeitfolgen der HIV-Infektion und die Suche nach neuen Wirkstoffen gegen Bakterien, Viren und anderen Erregern sein. Das DZIF ist ein Forschungsverbund mit sieben Standorten und 32 Partnern. Zu den Standorten zählen neben Hannover-Braunschweig auch Bonn-Köln, Gießen-Marburg-Langen, Hamburg-Lübeck-Borstel, Heidelberg, München und Tübingen.

„Im DZIF werden die besten Wissenschaftler und Mediziner auf dem Gebiet der Infektionsforschung gemeinsam für eine bessere Vorsorge, Diagnose und Therapie arbeiten. Im Zentrum steht dabei der Patient, der vom verbesserten Transfer von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in die Klinik profitiert. Weil beispielsweise immer mehr Bakterien gegen gängige Antibiotika unempfindlich werden, besteht dringender Bedarf an neuen Medikamenten und Therapieansätzen zur Behandlung von Infektionen“, sagt Professor Dr. Johanna Wanka, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur. Sie stellt zudem heraus, dass das neue Zentrum die Bedeutung der Region Hannover-Braunschweig für die lebenswissenschaftliche Forschung in Deutschland weiter steigern wird. „Dass auch der Sitz des DZIF in Braunschweig angesiedelt sein wird, ist ein für Niedersachsen besonders erfreulicher Aspekt."

Partner-Einrichtungen am Standort Hannover-Braunschweig sind – neben dem HZI – auch die Medizinische Hochschule Hannover, die Tierärztliche Hochschule Hannover, die Technische Universität Braunschweig, das Leibniz-Institut DSMZ – Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen in Braunschweig und das Twincore - Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung in Hannover.

Das DZIF ist eines von insgesamt sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung zur Bekämpfung von Volkskrankheiten. Dazu gehören neben dem DZIF das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), das Deutsche Zentrum für Lungenforschung (DZL), das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) sowie das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD). Finanziert werden die neuen Zentren zu 90 Prozent vom Bund und zu zehn Prozent gemeinsam von den Sitzländern. So erhält das DZIF in den kommenden drei Jahren vom Bund und seinen Sitzländern rund 75 Millionen Euro.

Neben der translationalen Forschung steht die Nachwuchsausbildung im Fokus des DZIF. Das DZIF bietet strukturierte Ausbildungs- und Trainingsprogramme, die den Nachwuchs bei der weiteren Karriere unterstützen und die Bedeutung der Infektiologie als eigenständige wissenschaftliche und klinische Disziplin unterstreichen.

Petra Wundenberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.mwk.niedersachsen.de

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