Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft: Migräne mit Aura erhöht das Schlaganfallrisiko

03.12.2009
Menschen, die an einer Migräne mit Aura leiden, haben ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Eine Aura bezeichnet neurologische Symptome wie Seh- oder Empfindungsstörungen, die der Kopfschmerzattacke vorausgehen.

Von dem erhöhten Schlaganfallrisiko sind vor allem Frauen betroffen, die unter 45 Jahre alt sind, rauchen und orale Kontrazeptiva (die "Pille") einnehmen. Darauf weist die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft anlässlich einer aktuellen Studie hin.

Migräne ist bei jüngeren Menschen häufig. Bei jedem dritten Migränepatienten kündigt sie sich durch eine Aura an. Manche Patienten sehen Lichtblitze oder Zickzacklinien. Bei anderen kommt es vorübergehend zu blinden Flecken. "Es sind aber auch Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen möglich", erläutert Professor Dr. med. Martin Grond, 2. Vorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und Chefarzt am Kreisklinikum Siegen. Diese Erscheinungen bilden sich aber stets zurück.

Zeitlich unabhängig von den Kopfschmerzattacken erleiden Migränepatienten doppelt so häufig wie andere Menschen einen Schlaganfall. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die im British Medical Journal veröffentlicht wurde. "Für Migränepatienten sollte dies aber kein Grund sein, sich übertriebene Sorgen zu machen", beruhigt Grond. "Sie sind in der Regel in einem Alter, in dem Schlaganfälle sehr selten auftreten. Selbst bei einem zweifach erhöhten Risiko sind die absoluten Zahlen und damit die Gefahr für den einzelnen Migränepatienten extrem gering."

Für Migränepatienten sollte die Studie jedoch eine Mahnung sein, bekannte Risikofaktoren des Schlaganfalls zu meiden. Dazu gehören bei jüngeren Frauen das Rauchen plus die Einnahme oraler Kontrazeptiva. "Vor allem die Kombination beider Faktoren ist schon für Menschen ohne Migräne bedenklich", erläutert Grond. "Kommt eine Migräne mit Aura hinzu, verzehnfacht sich das Schlaganfallrisiko."

Ob eine optimale Akutbehandlung und eine wirksame Vorbeugung der Migräneanfälle das Schlaganfallrisiko senken können, ist nicht bekannt. Zu klären wäre dies nur im Rahmen einer Therapiestudie, die aber sehr aufwändig wäre. "Da der Schlaganfall bei jungen Frauen mit Migräne selten ist, müsste eine größere Zahl von Patientinnen über längere Zeit beobachtet werden. Eine solche Studie ist nicht realistisch", so Grond.

Quelle:
Schürks M, Rist PM, Bigal ME, Buring JE, Lipton RB, Kurth T.: Migraine and cardiovascular disease: systematic review and meta-analysis. In: BMJ 2009; 339: b3914

Pressekontakt für Rückfragen:

Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft
Pressestelle
Silke Stark / Silke Jakobi
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-572 /-163
Fax: 0711 8931-167
E-Mail: stark@medizinkommunikation.org/
jakobi@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://www.dsg-info.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein
02.12.2016 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Epstein-Barr-Virus: von harmlos bis folgenschwer
30.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden «Krebssignatur» in Proteinen

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wichtiger Prozess für Wolkenbildung aus Gasen entschlüsselt

05.12.2016 | Geowissenschaften

Frühwarnsignale für Seen halten nicht, was sie versprechen

05.12.2016 | Ökologie Umwelt- Naturschutz