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Demenz: Antipsychotika erhöhen Sterberisiko

24.02.2012
Medikamente sollten nicht ohne Notwendigkeit eingesetzt werden

Einige Antipsychotika dürften das Sterberisiko bei Demenzpatienten stärker erhöhen als andere. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Harvard Medical School. Diese Medikamente haben eine stark sedierende Wirkung und werden häufig eingesetzt, wenn diese Patienten aggressiv oder verstört sind. Die Wissenschaftler fordern im British Medical Journal http://bmj.com , dass Antipsychotika nicht ohne dringende Notwenigkeit eingesetzt werden sollten.

UK: 1.800 zusätzliche Todesfälle

Experten wie Chris Fox von der University of East Anglia http://www.uea.ac.uk fordern Alternativen zu Antipsychotika, berichtet die BBC. Zusätzlich sei die Dauer der Medikation zu überprüfen. Bereits 2009 kam eine Studie zum Ergebnis, dass allein in Großbritannien 180.000 demente Menschen Antipsychotika einnahmen. Diese Medikation soll in der Folge zu 1.800 zusätzlichen Todesfällen geführt haben.

Für die aktuelle Studie werteten die Forscher die Daten von 75.445 Demenzpatienten aus, die in Pflegeheimen lebten und denen Antipsychotika verabreicht wurden. Einige Medikamente standen in der Folge mit einem mehr als doppelt so hohen Sterberisiko in Zusammenhang wie Risperidon, also jenem Medikament, das als Bezugspunkt für den Vergleich genommen worden war.

Kontrollierter Antipsychotika-Einsatz

Des Weiteren kommt die Analyse zu dem Ergebnis, dass das Sterberisiko bei höheren Dosierungen allgemein erhöht ist. Am höchsten scheint es bei Haloperidol zu sein und am niedrigsten bei Quetiapin. Die Art der Durchführung der Studie bedeutet den Experten aber auch, dass nicht definitiv ausgesagt werden kann, dass bestimmte Medikamente für mehr Todesfälle verantwortlich sind.

Das britische Gesundheitsministerium erklärte die Verringerung des Einsatzes von Antipsychotika um zwei Drittel jetzt zu einer der wichtigsten Prioritäten der National Dementia Strategy. Die Dementia Action Alliance http://dementiaaction.org.uk an der die Alzheimer's Society, Age UK und das Gesundheitsministerium beteiligt sind, fordert, dass die Verschreibung der Präparate bis Ende März 2012 überprüft werden muss.

Anne Corbett von der Alzheimer's Society http://alzheimers.org.uk betont, dass Antipsychotika nur bei einem kleinen Teil der Demenzpatienten eingesetzt werden sollten und dann auch nur für höchstens zwölf Wochen und unter den entsprechenden Rahmenbedingungen. "Den meisten dieser Patienten schaden sie mehr als sie ihnen helfen."

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://hms.harvard.edu

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