Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chance für chronisch septische Patienten

19.07.2011
Die Sterblichkeitsrate von septischen Patienten ist nach wie vor hoch. An der Frankfurt International Research School for Translational Biomedicine (FIRST) wird an in einem beispielhaften Projekt an innovativen Lösungen geforscht.

Das Projekt von Dr. med. Patrick Scheiermann, Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Heiko Mühl am Institut für Allgemeine Pharmakologie und Toxikologie (Direktor: Prof. Dr. Josef Pfeilschifter), in der interdisziplinären Graduiertenausbildung der FIRST ist ein Beispiel dafür, wie Grundlagenforschung eng mit der klinischen Medizin verbunden wird.

Es steht stellvertretend für den Versuch, mittels experimenteller Ansätze mögliche Lösungen für klinische Fragestellungen nach der Devise „from bench to bedside“ aufzuzeigen. Ziel ist dabei die Charakterisierung innovativer Behandlungsoptionen für septische Patienten, deren Sterblichkeitsrate trotz allen medizinischen Fortschritten weiterhin sehr hoch ist. Ansätze zur Nutzung antibakterieller, immunmodulatorischer und gewebeprotektiver Eigenschaften von Zytokinen könnten hier neue Therapiemöglichkeiten aufzeigen.

Seit einem Jahr arbeitet Dr. Scheiermann an seiner zusätzlichen naturwissenschaftlichen Promotion. Der 34-jährige Arzt, der für die Dauer dieser Zusatzausbildung von seiner Stelle als Weiterbildungsassistent der Klinik für Anaesthesiologie am Klinikum der Universität München freigestellt wurde, ist der erste Teilnehmer des Frankfurter MD/PhD-Programms und gleichzeitig der erste medizinische Stipendiat der Merck'schen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft e.V. mit Sitz in Darmstadt.

Die Forschungsaktivitäten von Dr. Scheiermann am pharmazentrum frankfurt sind eingebunden in das Graduiertenkolleg (GRK) 1172 (,Biologicals'). lm Mittelpunkt des GRK 1172 stehen neue biotechnologisch hergestellte Wirkstoffklassen, wie therapeutische Ribonukleinsäuren, rekombinante Proteine sowie Zell- und Gentherapie. Betreut wird Dr. Scheiermann am Fachbereich Medizin durch Prof. Mühl und am Fachbereich Biochemie, Chemie und Pharmazie durch Prof. Dr. Dieter Steinhilber, der als Doktorvater die Promotionsarbeit am Fachbereich 14 vertritt. Gleichzeitig gewährleistet ein Vertreter von Merck in Darmstadt den intensiven Austausch mit einem Pharmaunternehmen, das sich unter anderem auf die Therapie entzündlicher Erkrankungen spezialisiert hat.

Mit Hilfe eines breiten methodischen Spektrums, das in der Arbeitsgruppe von Prof. Mühl bereitgestellt wird, untersucht Dr. Scheiermann in Zellkultur und im Mausmodell das therapeutische Potential von Interleukin-22 (IL-22) bei systemischer Entzündung. IL-22 ist ein Zytokin der IL-10-Familie mit gewebeprotektivem Charakter, das im Gegensatz zu den anderen Mitgliedern der IL-10-Familie aufgrund einer restriktiven Rezeptorexpression vor allem auf nicht-leukozytäre Zelltypen wirkt. Wichtige Funktionen von IL-22 im Kontext von Gewebeprotektion und -regeneration wurden bislang in Tiermodellen der Hepatitis, der intestinalen Wundheilung sowie des beatmungsinduzierten Lungenschadens belegt.

Ricarda Wessinghage | idw
Weitere Informationen:
http://www.kgu.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Proteomik hilft den Einfluss genetischer Variationen zu verstehen
27.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE