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Warum Impfen schlau sein kann: Start in die Influenza-Saison 2000/2001

29.09.2000


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»Impfung »Pneumokokken »Totimpfstoff
Aufruf zur Teilnahme an der Impfung gegen das Grippevirus (Influenza) und bei Senioren zusätzlich gegen Pneumokokken (Lungenentzündung-Bakterien)

Der nächste Winter kommt bestimmt und damit eine erneute Welle von Erkältungskrankheiten. Ende September/Anfang Oktober sind wenig Menschen erkältet und deswegen ist jetzt die ideale Zeit, um sich durch Impfung gegen einige Infektionserreger zu schützen. Nach Impfung werden etwa zwei bis drei Wochen benötigt, um Immunschutz zu erlangen. Der Schutz hält je nach Immunantwort für sechs Monate bis wenige Jahre an.

Der Grippeimpfstoff ist ein Totimpfstoff; deswegen kann sich das verimpfte abgetötete Virus, so Prof. Dr. Lutz Gürtler, Direktor des Friedrich Loeffler-Instituts für Medizinische Mikrobiologie, nicht im Körper vermehren. Das Grippevirus macht über jährliche Mensch- und Tierpassagen eine Veränderung der Oberfläche durch und erfordert deswegen die jährliche Wiederholung der Impfung. Enthalten im Grippe-Impfstoff 2000 sind zwei Influenza A-Viren (Moskau/99 und New Caledonia/99) und ein B-Virus (Yamanashi/98).

Wer soll sich impfen lassen? Prof. Gürtler rät: Jeder über 60 Jahre und jeder mit einer chronischen Grundkrankheit, besonders wenn die Lunge (Bronchitis, Asthma) betroffen ist, oder bei Diabetes oder Herzleiden. Personen, die besonders viel Kontakt mit anderen Personen haben wie z. B. Verkäufer, Bus-/Taxifahrer, Lehrer, medizinisches Personal, Menschen, die viel reisen (müssen) und die eine schwere Grippe in den letzten Jahren durchgemacht haben, sollten sich ebenfalls impfen lassen. Eine Schwangerschaft sei keine Gegen-Indikation für die Grippe-Impfung.

Wem nutzt die Impfung? Dem erfolgreich Geimpften und seiner Umgebung, da er die Grippe nicht übertragen kann. Der Volkswirtschaft dank weniger Kranker und Krankmeldungen (Krankenkasse oder Betrieb zahlen die Impfung).

Gibt es Nebenwirkungen? Selten entzündliche Reaktionen an der Einstichstelle. Bei wenigen Geimpften etwas Müdigkeit und Abgeschlagenheit.

Warum wird zur Grippe-Impfung zusätzlich die Pneumokokken-Impfung empfohlen? Weil, so Lutz Gürtler, das Grippevirus der Wegbereiter der bakteriellen Lungenentzündung durch Pneumokokken ist und weil in der Wintersaison bei über 70% der Todesursachen der über 60jährigen Menschen Pneumokokken die auslösende Ursache sind. Der Pneumokokken-Impfstoff ist ein Totimpfstoff.

Auch Geimpfte sollen sich während Erkältungsphasen ausreichend und vitaminreich ernähren, Alkohol meiden, die Lunge ausreichend durchlüften und den Körper warm halten. Infizierte übertragen das Influenzavirus und die Pneumokokken durch Tröpfcheninfektion: Niesen, Husten, angehustete Hände.

Infos zur Influenzaimpfung: Prof. Dr. Lutz Gürtler, Martin Luther-Straße 6, 17487 Greifswald, Tel. 03834-86-5560, Fax 86-5561, E-Mail: guertler@uni-greifswald.de

Dr. Edmund von Pechmann | idw

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