Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hautkrebs in Ostthüringen auf dem Vormarsch

30.11.2000


... mehr zu:
»Hautkrebs
Erheblich zugenommen hat der bösartige schwarze Hautkrebs in Ostthüringen. Allein in den letzten zehn Jahren registrierte die Universitätshautklinik Jena eine Verdopplung der Neuerkrankungen auf
40-50 Fälle jährlich. "Die Dunkelziffer ist sicher wesentlich höher", schätzt Prof. Dr. Uwe Wollina. "Viele Patienten nehmen die gefährlichen Pigmentveränderungen der Haut nicht wahr oder nicht ernst genug." Leider seien laut Wollina auch viele Hausärzte nicht hinreichend versiert in der sicheren Diagnose des Hautkrebses. Risikofaktoren wie eine hohe Lichtempfindlichkeit der Haut, viele Pigmentflecke oder eine familiäre Vorbelastung würden nicht hinreichend berücksichtigt.

Deshalb veranstaltet die Jenaer Universitätshautklinik an diesem Samstag ihr 10. Interdisziplinäres Symposium über "Aktuelle Aspekte der Wundheilung" nun mit einem onkologischen Schwerpunkt. Die Veranstaltung im Steigenberger Hotel Esplanade beginnt um 8.30 Uhr (telefonische Anmeldung: 03641/937370) und wendet sich in erster Linie an Ärzte aus Kliniken und dem niedergelassenen Bereich. Zur Sprache kommen neben der Behandlung des bösartigen schwarzen Melanoms ebenso weitere Krebsformen, wie z. B. Hautlymphome und Hautmetastasen anderer Tumore. "Auch durch die Einsatz einer aggressiven Chemotherapie und Bestrahlung, etwa bei Lungen- oder Brustkrebs können schwierig zu behandelnde Wunden entstehen", weiß Wollina. Das Spektrum der Standardtherapien reicht bei Krebspatienten daher für den erfahrenen Hautarzt bei weitem nicht aus.

"Wir haben in unserer Klinik gute Erfahrungen zum Beispiel mit einer Vakuumversiegelung der Wunde und mit der hyperbaren Sauerstofftherapie gemacht", berichtet er. Auch sterile Fliegenmaden der Art Lucilia sericata werden zur Wundreinigung eingesetzt. "Das wirkt auf den ersten Blick etwas sonderbar, aber das Verfahren hat sich außerordentlich bewährt", so Wollina. "Die Maden nehmen nur abgestorbenes Gewebe auf und arbeiten als biochirurgisches Instrument viel schonender und effizienter als es der Arzt mit dem klassischen Skalpell könnte." Naturheilverfahren mit Buttermilch, Joghurt und Honig als Wundauflage ergänzen das therapeutische Spektrum.

"Wichtig erscheint uns vor allem eine bessere Aufklärung von Patienten und Ärzten, damit Hautkrebse früher diagnostiziert werden", betont Prof. Wollina. Die Zunahme der Fallzahlen sei eigentlich ein Indiz für gesteigerten Wohlstand: "Die Menschen werden älter, sie können sich Urlaubsziele in sonnigen Ländern leisten und legen sich im Winter auf die Sonnenbank. Verhängnisvoll ist nur, dass viele dabei den Hautschutz vergessen."

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Uwe Wollina
Klinik für Hautkrankheiten der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Tel.: 03641/937370, Fax: 937416
E-Mail: uwe.wollina@derma.uni-jena.de

Friedrich-Schiller-Universität
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Wolfgang Hirsch
Fürstengraben 1
07743 Jena
Tel.: 03641/931031
Fax: 03641/931032
E-Mail: roe@uni-jena.de

Dr. Wolfgang Hirsch | idw

Weitere Berichte zu: Hautkrebs

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Gene für das Risiko von allergischen Erkrankungen entdeckt

21.11.2017 | Studien Analysen

Wafer zu Chip: Röntgenblick für weniger Ausschuss

21.11.2017 | Informationstechnologie

Nanopartikel helfen bei Malariadiagnose – neuer Schnelltest in der Entwicklung

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie