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Zwei Kompetenznetze initiieren gemeinsame Studie zur Hepatitis C

30.04.2002


Das Kompetenznetz Rheuma und das Kompetenznetz Hepatitis (HEP-NET) haben gemeinsam eine Studie zur Hepatitis C-Virusinfektion aufgelegt. Im Fokus des Projekts stehen Krankheitsmanifestationen bei Patienten mit infektiöser Leberentzündung durch das Hepatitis C-Virus, die sich außerhalb der Leber entwickeln und zumeist in der rheumatologischen Praxis behandelt werden.



Folgende Fragen sollen geklärt werden: 1. Wie häufig sind Manifestationen außerhalb der Leber bei Patienten mit Hepatitis C-Virusinfektion, die zur antiviralen Therapie vorgestellt werden? 2. Besteht ein ursächlicher Zusammenhang dieser Krankheitsmanifestationen mit der Virusinfektion der Leber? 3. Kann eine erfolgreiche antivirale Therapie diese Störungen bessern, oder löst sie sie möglicherweise erst aus?



Die Hepatitis C ist eine infektiöse Leberentzündung, die durch das Hepatitis C-Virus (HCV) verursacht wird. In der Literatur ist beschrieben, dass die Patienten gehäuft (in 2-10 %) auch Krankheitsmanifestationen außerhalb der Leber entwickeln, z. B. Gelenkentzündungen, generalisierte Schmerzen im Sinne eines Fibromyalgie-Syndroms oder ein so genanntes Sjögren-Syndrom, bei dem es zum Versiegen der Sekretion von Speichel-, Tränen- und Talgdrüsen und von Drüsen im Bereich des Verdauungstraktes kommt. Da diese Krankheitsbilder zum rheumatischen Formenkreis zählen, werden die Betroffenen vorwiegend von Rheumatologen gesehen, während die Behandlung von Hepatitis-Patienten primär in den Händen der Gastroenterologen liegt. Somit lag eine Zusammenarbeit zwischen beiden Fachdisziplinen nahe.

Der Antrag zur Studie wurde gemeinsam von den Abteilungen Rheumatologie* sowie Gastroenterologie und Hepatologie** der Medizinischen Hochschule Hannover gestellt.
Alle Patienten mit Hepatitis B- oder C-Virusinfektion, die für eine Studie zur antiviralen Behandlung mit dem Medikament Interferon-alpha im Rahmen des Kompetenznetzes Hepatitis rekrutiert werden, sollen auf Krankheitsmanifestationen außerhalb der Leber hin untersucht werden. Gleichzeitig informiert das Kompetenznetz Rheuma die Rheumatologen auf seiner Homepage (www.rheumanet.org) über die Möglichkeit, Hepatitis-Patienten mit solchen Krankheitszeichen außerhalb der Leber, die sie in ihrer Praxis sehen, in die Studie einzubringen.

Auch bei Hepatitis-Patienten mit rheumatischen Manifestationen, bei denen eine Interferon-alpha-Therapie nicht möglich ist, werden die Rheumatologen um Mitarbeit gebeten. Über das Kompetenznetz Rheuma sind online Fragebögen verfügbar, auf denen Arzt und Patient die derzeit durchgeführten Therapien angeben können. Dadurch sollen über die Interferon-Therapie hinausgehende Therapiekonzepte zu Manifestationen außerhalb der Leber in ihrer Wirksamkeit beurteilt werden.

Alle Ärzte, die Patienten in die Studie einschleusen, erhalten einen Fragebogen zur Erfassung von Krankheitsmanifestationen außerhalb der Leber, den sie ausgefüllt an das Studienzentrum zurücksenden. Nach 12 bzw. 18 Monaten wird in weiteren Fragebögen der Verlauf dieser Krankheitsmanifestationen erfasst. Informationen über die Entwicklung der Hepatitis, die jeweilige Viruslast der Patienten und Veränderungen unter Therapie, die im Rahmen der Therapiestudie erhoben werden, sollen in dieses Projekt integriert werden.

Die Untersucher erwarten, im Rahmen der Studie Daten von etwa 1000 Patienten mit Virushepatitis - darunter ca. 700 mit Hepatitis C-Virusinfektion - auswerten zu können. Diese Zahl ist groß genug, um die Frage zu klären, ob Krankheitsmanifestationen außerhalb der Leber tatsächlich gehäuft in Verbindung mit Hepatitis C-Virusinfektion auftreten (insbesondere im Vergleich zu Patienten mit Hepatitis B-Virusinfektion). Außerdem wird eine Aussage möglich sein, ob die erfolgreiche Behandlung der Hepatitis auch zu einer Besserung dieser Krankheitsmanifestationen führt. Zusätzlich hoffen die Untersucher, durch eine rege Beteiligung der Rheumatologen auch andere Therapiekonzepte zu rheumatischen Manifestationen der Virushepatitis evaluieren zu können.

Die Kompetenznetze Rheuma bzw. Hepatitis gehören zu den Kompetenznetzen in der Medizin, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden. In den Kompetenznetzen arbeiten Forschungseinrichtungen, Universitätskliniken, Krankenhäuser der Regelversorgung und niedergelassene Ärzte im Bereich gesundheitspolitisch wichtiger Erkrankungen eng zusammen. Ziel ist die enge Verzahnung von Forschung und Krankenversorgung durch Bündelung der Kräfte. Die Förderung beträgt derzeit jährlich ca. 2,5 Mio. Euro pro Netz und wird für maximal fünf Jahre gewährt.

Titel der Studie:
"Einfluss der alpha-Interferon-Behandlung auf die extrahepatischen Manifestationen der Hepatitis C-Virusinfektion"

*Ansprechpartner Rheumatologie:
Dr. Michael C. Jendro
Dr. Jan Hülsemann
Prof. Dr. Henning Zeidler
Abteilung Rheumatologie
MHH
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover
Tel. 0511 532 9058
Fax: 0511 532 5841
eMail: kn.rheuma@drfz.de

**Ansprechpartner Hepatologie:
Dr. Hans L. Tillmann
Prof. Dr. Christian Trautwein
Prof. Dr. Michael P. Manns
Abteilung Gastroenterologie und Hepatologie
MHH
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover
Tel. 0511 532 3414
Fax: 0511 532 8142
eMail: tillmann@tx-amb.mh-hannover.de

Dr. Julia Rautenstrauch | idw
Weitere Informationen:
http://www.rheumanet.org
http://www.kompetenznetz-hepatitis.de
http://www.kompetenznetze-medizin.de

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