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Malaria-Impfstoff: Test mit afrikanischen Kleinkindern erfolgreich

18.10.2007
Zulassung für 2011 angestrebt - Bill Gates spendet Hunderte Mio. Dollar

Wissenschaftler und internationale Gesundheitsaktivisten haben die ersten Ergebnisse von Tests eines neuen Malaria-Impfstoffes begrüßt. Die Tests wurden mit afrikanischen Kindern durchgeführt. Der Impfstoff erzielte einen hohen Grad an Schutz und war in der Anwendung sicher.

Die in The Lancet online veröffentlichten Ergebnisse lassen die Schaffung eines wirksamen Impfstoffes gegen eine der Erkrankungen näher rücken, die die meisten Todesopfer fordert. Laut BBC stirbt in Afrika alle drei Sekunden ein Kind an Malaria. Schätzungen gehen davon aus, dass dieser Krankheit jährlich rund eine Million Kinder zum Opfer fallen.

Ein Prototyp des Impfstoffes wird seit zwanzig Jahren entwickelt und getestet. Der letzte Test wurde an afrikanischen Kleinkindern durchgeführt. Die Teilnehmer gehörten damit zu der am meisten gefährdeten Altersgruppe. In Mosambik wurden 214 Kleinkinder geimpft. Da es sich um frühe Ergebnisse handelt, ist bei der Interpretation der Daten Vorsicht geboten. Entscheidend ist jedoch, dass der Impfstoff sicher zu sein scheint. Zusätzlich scheint er eine hohe Wirksamkeit zu haben. Nach drei Monaten erkrankten die geimpften Kinder um 65 Prozent weniger wahrscheinlich an Malaria als die Kontrollgruppe. Bei der Suche nach einem Impfstoff handelt es sich um eine Partnerschaft, für die sich mehrere afrikanische Länder, die Pharmaindustrie und die PATH Malaria Vaccine Initiative (MVI) zusammengeschlossen haben.

Christian Loucq, der Direktor von MVI, erklärte, dass die aktuellen Ergebnisse grünes Licht für größere Phase-3-Tests bedeuteten. Diese Tests werden im nächsten Jahr an zehn Orten in afrikanischen Ländern südlich der Sahara durchgeführt. Es ist geplant, dass daran 10.000 Kinder teilnehmen. Sollten auch diese Tests positiv ausfallen, wird der Impfstoff 2011 zugelassen. Joe Cohen, ein Mitarbeiter von GlaxoSmithKline, arbeitet seit 20 Jahren an diesem Projekt. Er betonte, dass die Entwicklung eines Impfstoffes aufgrund der Komplexität der Krankheit eine große Herausforderung gewesen sei. "Es gibt zahllose Impfstoffe gegen Viren und Bakterien. Dieser Impfstoff wäre der erste gegen eine durch Parasiten hervorgerufene Infektion beim Menschen."

Microsoft-Gründer Bill Gates hat Hunderte Mio. Dollar für die Entwicklung des Impfstoffes und Programme zur Behandlung von Malaria zur Verfügung gestellt. Beim Bill & Melinda Gates Foundation Malaria Forum, das derzeit in Seattle stattfindet, forderte er dazu auf, dass es weltweit zu einem Ziel werden müsse, dass eines Tages niemand mehr an Malaria erkrankt und kein Moskito diese Krankheit übertragen kann. "Wir haben eine realistische Chance, die notwendigen Partnerschaften einzugehen, den politischen Willen zu erreichen und auch den wissenschaftlichen Durchbruch zu schaffen."

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.thelancet.com
http://www.malariavaccine.org
http://www.gsk.com

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