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Starke Gewichtszunahme in der Schwangerschaft erhöht Brustkrebsrisiko

11.04.2002


Wer in der Schwangerschaft mehr als 22,5 Kilo zunimmt und sie hinterher nicht verliert, hat nach den Wechseljahren offenbar ein dreifach erhöhtes Brustkrebsrisiko.

Das zeigt eine Studie, die Forscher des Lombardi Cancer Centers in Washington, DC, gemeinsam mit finnischen Kollegen vorgenommen haben. Eine Zunahme von 18 Kilo erhöhte das Brustkrebsrisiko um 40 Prozent. Diese Ergebnisse wurden am Dienstag bei der Jahrestagung der American Association for Cancer Research (AACR) in San Francisco vorgestellt.

In früheren Studien war die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft mit erhöhten Spiegeln des weiblichen Sexualhormons Östrogen in Verbindung gebracht worden, die wiederum als Ursache für ein erhöhtes Brustkrebsrisiko gelten.

Die aktuellen Ergebnisse basieren auf den Daten von mehr als 27.000 finnischen Brustkrebspatientinnen, die über ein nationales Krebsregister identifiziert wurden. „Eine deutliche Gewichtszunahme in der Schwangerschaft führt möglicherweise zu Veränderungen im Brustgewebe, die die Empfänglichkeit für Brustkrebs im späteren Leben steigern – was in etwa dem Risiko durch Fettsucht nach den Wechseljahren entspricht“, erklärte Prof. Dr. Leena Hilakivi-Clarke, Krebsspezialistin am Lombardi Cancer Center. „Das größte Risiko haben Frauen, die die zusätzlichen Pfunde nach der Schwangerschaft nicht mehr loswerden.“

Die Gewichtszunahme erhöhte das Brustkrebsrisiko allerdings erst in der Zeit nach den Wechseljahren. Nach Berücksichtigung der Größe und des Gewichts vor der Schwangerschaft nahm das Risiko mit jedem Kilo um 3,9 Prozent zu. Die normale Schwangerschafts-bedingte Gewichtszunahme von rund elf bis 16 Kilo steigerte das Brustkrebsrisiko hingegen nicht.

Die Studie unterstreicht die Verbindung von Übergewicht und Krebs: Expertenschätzungen zufolge könnten in der Europäischen Union jedes Jahr 21.000 Fälle von Darm- und 13.000 Fälle von Brustkrebs vermieden werden, wenn alle EU-Bürger ein normales Gewicht halten würden, unterstrich die BBC am Dienstag in einer Meldung.

mc | BayerVital

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