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Magenkarzinom: Neue Therapiestrategien

13.08.2007
Der Magenkrebs ist weltweit der vierthäufigste bösartige Tumor des Menschen, dessen Sterblichkeitsziffer nur noch vom Lungenkrebs übertroffen wird. Der Magenkrebs wird meistens zu spät diagnostiziert und erfordert dann neben der Operation eine Chemotherapie.

Die Tumoren der Patienten sprechen unterschiedlich auf die Chemotherapie an. Deshalb müssen Strategien entwickelt werden, die eine "maßgeschneiderte" Behandlung des Patienten ermöglichen.

In einem von der Wilhelm-Sander Stiftung geförderten Forschungsprojekt überprüft deshalb ein Forschungsteam um Prof. Dr. Christoph Röcken vom Institut für Pathologie der Charité Berlin und Prof. Dr. Matthias Ebert von der II. Medizinischen Klinik des Klinikums rechts der Isar den Wert eines aus der Behandlung des Bluthochdrucks bekannten Angiotensin/Angiotensin-Rezeptors-Systems für die Patienten-individualisierte Behandlung des Magenkrebs.

Die biomedizinische Forschung hat in den vergangenen 25 Jahren in beispielloser Weise unser Verständnis menschlicher Erkrankungen bereichert und zu großen Erfolgen in der Behandlung zahlreicher Krankheiten beigetragen. Trotzdem stellt uns die Behandlung von Krebs immer noch vor große Probleme. Viele Tumoren, insbesondere des Magen-Darm-Traktes, werden zu spät diagnostiziert und erfordern dann zusätzlich zu der operativen Entfernung eine Chemotherapie. Bei gleicher Ausgangssituation sprechen aber die Tumoren der Patienten häufig unterschiedlich auf die Chemotherapie an: Magenkrebs ist nicht gleich Magenkrebs. Deshalb ist es wichtig, Tumor- und Patientenmerkmale zu finden, die uns zum Zeitpunkt der Diagnose eine auf den individuellen Patienten bezogene Abschätzung der Prognose erlauben und das individuelle Ansprechen auf die Chemotherapie vorhersagen lassen. Die auf den einzelnen Patienten und dessen Tumor abgestimmte Therapie ist das erklärte Forschungsziel.

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Die Arbeitsgruppen von Prof. Röcken und Prof. Ebert haben hier vor kurzem festgestellt, dass Magentumoren das aus der Behandlung des Bluthochdrucks bekannte Angiotensin/Angiotensin-Rezeptorsystem exprimieren. Genpolymorphismen des Angiotensin Converting Enzym-Gens und der Nachweis des Angiotensin II Rezeptors Typ 1 in Tumorzellen hängen unabhängig voneinander mit der lymphogenen Ausbreitung des Magenkarzinoms zusammen. Die Ausbreitung eines Magenkarzinoms in Lymphknoten beeinflusst bedeutend die Prognose des Patienten.

Mit dem Projekt sollen die Mechanismen identifiziert und charakterisiert werden, mit denen das Angiotensin/Angiotensin-Rezeptorsystem in die Biologie des Magenkarzinoms eingreift. Weiterhin wird geprüft, ob Magenkarzinome bei Nachweis der Rezeptoren im Tumorgewebe mit einer gezielten Blockade des Angiotensin/Angiotensin-Rezeptorsystems behandelt werden können.

Kontakt:
Prof. Dr. med. Christoph Röcken, Institut für Pathologie, Charité Universitätsmedizin Berlin, Charitéplatz 1, 10117 Berlin
Tel: 030-450 536 115, Fax: 030-450 536 914
eMail: christoph.roecken@charite.de
Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über 145.000 €. Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 160 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Bernhard Knappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

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