Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zwischenbilanz: Beeindruckende Resonanz auf ersten deutschen Darmkrebs-Monat

27.03.2002


Viele Kooperationspartner aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Medien sowie das große Interesse der Bevölkerung verhelfen dem ersten deutschen Darmkrebsmonat zu einem beispielhaften Erfolg.

Noch ist er nicht zu Ende, der Monat März, der im Jahr 2002 erstmals dem Kampf gegen Darmkrebs gewidmet ist. Dennoch lässt sich bereits eine beeindruckende Zwischenbilanz ziehen.

Das Netzwerk gegen Darmkrebs rief unter der Führung der Felix Burda Stiftung gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe, der Deutschen Krebsgesellschaft, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Stiftung Lebensblicke dazu auf, dieser tückischen Krankheit, der in Deutschland jährlich 30 000 Menschen zum Opfer fallen, im März mit vereinten Kräften den Kampf anzusagen.

Unter dem Motto "Gesund durch Früherkennung" haben sich viele Kooperationspartner und Prominente engagiert der Darmkrebsprävention angenommen. Bundesweit finden im März an 117 Kliniken Früherkennungs-Aktionen für Mitarbeiter und Patienten sowie Informationsveranstaltungen für Besucher statt. Die Initiative der Uni-Klinik Düsseldorf hat weite Kreise gezogen: "Düsseldorf gegen Darmkrebs" lautet die Botschaft der Rheinländer im Monat März.

Auch in München hat man dem Darmkrebs den Kampf angesagt. Auf Initiative des Verbraucherschutzministeriums hatten die Mitarbeiter und Abgeordneten des Bayerischen Landtages sowie Besucher am vergangenen Mittwoch die Gelegenheit, sich umfassend über die Chancen der Früherkennung zu informieren und sich mit Hilfe eines Stuhltest-Briefchens gleich aktiv an der Früherkennung zu beteiligen. Knapp 3000 Menschen sterben nach Angaben von Minister Eberhard Sinner allein in Bayern jährlich an Darmkrebs - "das sind zu viele". Das Ministerium hat in Kooperation mit der Felix Burda Stiftung und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns eine Informationsbroschüre und Plakate zur Darmkrebs-Früherkennung für Arztpraxen und Apotheken herausgegeben.

Ein heißes Thema ist Darmkrebsfrüherkennung nun auch auf Bundesebene. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, selbst im Schirmherrenkomitee des Darmkrebsmonats März aktiv, sorgte am vergangenen Donnerstag dafür, dass sich auch die Abgeordneten des Bundestages an einem Infostand im Foyer des Bundestages einen Tag lang über die Möglichkeiten der Früherkennung ausgiebig informieren und ebenfalls gleich einen Test mit nach Hause nehmen konnten.


Nach der Meinung von Experten könnten 90% der Darmkrebserkrankungen durch regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen geheilt bzw. vermieden werden. Das würde auch eine große finanzielle Entlastung für das Gesundheitssystem bedeuten, da die Früherkennungsuntersuchungen für die Kassen im Vergleich zu den sehr teuren und leider wenig erfolgversprechenden Therapien, eine wesentlich kostengünstigere Variante darstellen. "Die Darmkrebsprävention ist," nach Ansicht von Prof. Classen, "die effizienteste Methode, diese Krankheit im Frühstadium zu heilen bzw. zu verhindern."

Die Botschaft "Gesund durch Früherkennung" wird von der Bevölkerung dankbar angenommen. Die Möglichkeit, erstmals einen Stuhltest in der Apotheke kaufen zu können und diesen - je nach Wahl - vom Hausarzt oder per Post von einem Labor auswerten zu lassen, nutzten bislang viele Menschen. "Zur Zeit gehen täglich im Schnitt 800 Stuhltests, Tendenz steigend, zur Auswertung in unserem Labor ein", sagt Heinz Faure, Geschäftsführer der Firma CARE diagnostica, die den Einzeltest für Apotheken entwickelt hat. Bislang wurden über 100 000 Tests von den Apotheken bestellt. Auch der Promotion-Bus, der im März durch viele deutsche Großstädte tourt und über die Möglichkeiten der Darmkrebsprävention informiert, erfreut sich großer Beliebtheit. Das Informationsbedürfnis in der Bevölkerung ist groß. Laut einer Umfrage von Infratest, die im Auftrag der Felix Burda Stiftung und FOCUS durchgeführt wurde, herrscht ein erhebliches Informationsdefizit über diese Krebserkrankung.

Diesem Informationsdefizit möchte die Felix Burda Stiftung zusammen mit ihren Netzwerk- und Kooperationspartnern entgegenwirken. Mit Hilfe einer groß angelegten Medien- und Marketinginitiative in Form von Anzeigen und redaktionellen Beiträgen in Fach- und Publikumsmedien, soll die Bevölkerung für die Früherkennung sensibilisiert werden. "Wir appellieren an die Eigenverantwortung der Menschen für Ihre Gesundheit", sagt Dr. Christa Maar, Vorsitzende der Stiftung. "Jeder Einzelne kann durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen dazu beitragen, dass er gesund bleibt und diese schreckliche Krankheit verhindern. Auch schon junge Menschen müssen, wenn sie ein erbliches Risiko besitzen, regelmäßig zur Früherkennung gehen."

Barbara Kastner | idw
Weitere Informationen:
http://www.carcinos.de

Weitere Berichte zu: Darmkrebs Darmkrebsprävention

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten