Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Damit der Infarkt nicht tödlich endet

16.07.2007
Optimale Versorgung der Menschen im Ruhrgebiet bei akutem Herzinfarkt - erste "chest-pain-unit" in NRW

Das Risiko während eines akuten Herzinfarktes zu sterben ist sehr hoch; liegt selbst heute noch bei rund 40 Prozent. Grund genug für das Westdeutsche Herzzentrum Essen des UK Essen dagegen etwas zu tun. Mit der "Chest Pain Unit Essen" - dem Brustschmerzzentrum - haben die Essener Mediziner eine regional einzigartige Anlaufstelle für Menschen mit akuten Schmerzen im Brustraum gegründet und folgen damit Beispielen anderer Universitätsklinika wie Heidelberg oder Mainz.

"Um möglichst viele Leben zu retten. Schließlich stellen Herz-Kreislauferkrankungen mit 340.000 Todesfällen pro Jahr immer noch die häufigste Todesursache in Deutschland dar", verdeutlicht Prof. Raimund Erbel, Direktor der Uni-Klinik für Kardiologie und einer der beiden Leiter des Westdeutschen Herzzentrums Essen.

Hilfe rund um die Uhr

... mehr zu:
»Herzinfarkt »Herzzentrum

Rund um die Uhr und jeden Tage steht das Zentrum nun in der Notaufnahme des Westdeutschen Herzzentrums Essen allen offen, die unter plötzlichen Schmerzen im Brustbereich, unter Druckgefühl oder Atemnot leiden. "Oft warten Patienten zu lange, bis sie zum Arzt gehen - besonders Frauen. Wir bieten allen Betroffenen eine qualitativ hochwertige Diagnostik und Therapie universitärer Hochleistungsmedizin ohne Hürden und Barrieren. Schnell können wir hier feststellen, ob tatsächlich ein akuter Herzinfarkt droht oder vorliegt und, wenn nötig, lebensrettende Behandlungen einleiten", erklärt der Mediziner Dr. Frank Breuckmann, Koordinator der "Chest Pain Unit Essen".

"Mit dem Herzinfarktverbund erreichen wir schon jetzt diejenigen Patienten, die einen Herzinfarkt mit typischen EKG-Veränderungen haben. Häufig finden sich diese typischen Veränderungen aber zunächst nicht. Aber gerade dann ist es lebenswichtig, dass eine schnelle Abklärung der mitunter auch atyischen Symptomatik - wie Übelkeit und Unwohlsein - erfolgt, um einen größeren Infarkt zu verhindern", ergänzt Prof. Raimund Erbel. Die Einrichtung verfügt über speziell geschultes medizinisches Personal, ständige Bereitschaft von Kardiologen und eine hochwertige technische Ausstattung, die eine schnelle Abklärung bieten. Ferner ist die "Chest Pain Unit Essen" eine Anlaufstelle für Notärzte, zuweisende Ärzte und umliegende Krankenhäusern, die bei Notfällen berät, aufnimmt und versorgt.

Schockraum, Herzkatheterlabore und Überwachungsplätze

Entscheidend für die Umsetzung des neuen Notfallkonzepts für Patienten mit akuten Herzschmerzen sind optimale räumliche und strukturelle Voraussetzungen - insbesondere in Hinblick auf kurze innerklinische Transferzeiten, angegliederte Herzkatheterlabore im selben Gebäude, spezielle Überwachungsplätze innerhalb des Brustschmerzzentrums zur Versorgung kritischer Patienten und Vorhaltung eines Schockraums für lebensbedrohliche Zustände. "Die Behandlung richtet sich streng nach nationalen und internationalen Leitlinien, verläuft standardisiert und berücksichtigt die Schwere der Erkrankung sowie das individuelle Risiko der Patienten", so Prof. Raimund Erbel. Dies ermöglicht einerseits für den Patienten eine effektive Therapie mit kurzen Ambulanzzeiten und kürzeren Klinikaufenthalten, andererseits für die Kliniken und Kostenträger eine Senkung der Ausgaben. Eine neu eingerichtete Qualitätskontrolle mit klaren Behandlungspfaden ermöglicht eine kontinuierliche Optimierung der innerklinischen Arbeitsschritte und stellt sicher, dass alle Patienten zu jeder Zeit optimal versorgt werden.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit - alle Fachdisziplinen direkt vor Ort

Auch in dem Fall, dass ein akuter Herzinfarkt ausgeschlossen werden kann, bietet die "Chest Pain Unit Essen" jedem Patienten die Möglichkeit der weiteren kardiologischen und gegebenenfalls interdisziplinären Abklärung - inklusive Risikofaktoranalyse, Belastungs-EKG, Ultraschall des Herzens und anderer modernster Verfahren der Bildgebung, darunter Computertomographie und Kernspintomographie, sowie Scintigraphie. Hierzu bestehen enge Kooperationen zur Thorax- und kardiovaskulären Chirurgie (Herzchirurgie), die auch im Westdeutschen Herzzentrum ansässig ist sowie zur Radiologie, die einen hochmodernen Kernspintomographen zur Herzbildung ebenfalls innerhalb der "Chest Pain Unit Essen" betreibt. Somit können Durchblutungsstörungen des Herzens, aber auch andere Ursachen der Schmerzen, wie eine Herzmuskelentzündung nach einer Grippe oder Erkrankungen der Hauptschlagader entdeckt und therapiert werden.

Mit Gründung der "Chest Pain Unit Essen" steht am Westdeutschen Herzzentrum Essen nunmehr ein regional einzigartiges und innovatives Patientenversorgungssystem mit Alleinstellungsmerkmalen zur Verfügung, welches die Qualität der Notfallversorgung von Patienten mit Brustschmerz optimiert und eine effektive Versorgung unter Ausnutzung stationärer und ambulanter Strukturen sicherstellt. Die enge Zusammenarbeit mit dem lokalen Rettungsdienst im Rahmen des bereits etablierten und prämierten Essener Herzinfarktverbundes komplettiert das beispielhafte Management mit dem Ziel einer besseren Prognose und Lebensqualität betroffener Patienten.

Nähere Informationen:
Prof. Raimund Erbel, Direktor der Klinik für Kardiologie und des Westdeutschen Herzzentrums Essen, Universitätsklinikum Essen, Tel: 02 01 / 7 23 - 48 00, erbel@uni-essen.de; Dr. Frank Breuckmann, Klinik für Kardiologie, Universitätsklinikum Essen, Tel: 02 01 / 7 23 -4888, frank.breuckmann@uk-essen.de

Kristina Gronwald | idw
Weitere Informationen:
http://universitaetsklinikum-essen.de

Weitere Berichte zu: Herzinfarkt Herzzentrum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Titandioxid-Nanopartikel können Darmentzündungen verstärken
19.07.2017 | Universität Zürich

nachricht Künftige Therapie gegen Frühgeburten?
19.07.2017 | Universitätsspital Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten