Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Besserer Strahlenschutz fuer Patienten und Personal

13.03.2002


Bundesregierung beschliesst Novelle der Roentgenverordnung

Der vorbeugende Strahlenschutz fuer Patienten und medizinisches Personal wird verbessert. Dies ist das Ziel einer neuen Roentgenverordnung, die das Bundeskabinett heute auf Vorschlag von Bundesumweltminister Juergen Trittin beschloss. Nach der Novellierung der Strahlenschutzverordung im vergangenen Jahr wird damit der zweite Schritt zu einer grundlegenden Strahlenschutzreform getan. "Die Novelle der Roentgenverordnung wird einen wesentlichen Beitrag zur Absenkung der Strahlenbelastung fuer Patienten und beruflich strahlenexponierte Personen -- insbesondere beim medizinischen Personal - leisten", sagte Juergen Trittin.

Ziel der Aenderung der aus dem Jahr 1987 stammenden Roentgenverordnung ist neben der Umsetzung von EU-Recht sowie der Anpassung der Regelungen an die neue Strahlenschutzverordnung eine weitere Verbesserung des vorbeugenden Gesundheitsschutzes. So werden bei der Anwendung von Roentgenstrahlung die Dosisgrenzwerte fuer die Bevoelkerung von 1,5 auf 1 Millisievert im Kalenderjahr und fuer beruflich strahlenexponierte Arbeitskraefte (z.B. Medizin, Materialpruefung) von 50 auf 20 Millisievert im Kalenderjahr abgesenkt.

Um die aus der Anwendung der Roentgenstrahlung in der Medizin resultierende Strahlenbelastung zu reduzieren, sieht die Novelle weitergehende Massnahmen zur Qualitaetssicherung und eine Verbesserung der Fachkunde im Strahlenschutz vor. Dazu zaehlt beispielsweise die Pflicht des Arztes, kuenftig Vergleichswerte (diagnostische Referenzwerte) fuer Roentgenuntersuchungen zu beachten und intensiv mit einer aerztlichen oder zahnaerztlichen Stelle zusammenzuarbeiten.

Die erforderliche Fachkunde des medizinischen Personals soll in behoerdlich anerkannten Kursen erworben und durch Fortbildungsmassnahmen alle fuenf Jahre aktualisiert werden. Weiterhin wird ausdruecklich bestimmt, dass der fachkundige Arzt nur dann Roentgenstrahlung anwenden darf, wenn fuer den Patienten der gesundheitliche Nutzen im Vergleich zum Strahlenrisiko ueberwiegt. Das schliesst auch die Pruefung alternativer Untersuchungsmethoden ohne oder mit geringerer Belastung ein.

Erstmals werden in der Verordnung Regelungen zur Teleradiologie getroffen. Teleradiologie umfasst die Untersuchung des Patienten mit Roentgenstrahlung und die Feststellung des Befundes mit Hilfe der Roentgenaufnahmen an unterschiedlichen Orten, die ueber moderne Telekommunikation "online" miteinander verbunden sind. Damit traegt die Teleradiologie zur Vermeidung von Patiententransporten bei und ermoeglicht eine Diagnostik auf hohem Niveau insbesondere in den unguenstigen Zeitraeumen des Nacht- und Wochenenddienstes.

Der Bundesrat muss der Aenderungsverordnung noch zustimmen.

Der Entwurf der Verordnung zur Aenderung der Roentgenverordnung und anderer atomrechtlicher Verordnungen - einschliesslich Begruendung - ist unter www.bmu.de/Strahlenschutz abrufbar . Ein Hintergrundpapier ist im BMU-Pressereferat erhaeltlich.

Michael Schroeren | BMU Pressedienst
Weitere Informationen:
http://www.bmu.de/Strahlenschutz

Weitere Berichte zu: Roentgenstrahlung Strahlenschutz Teleradiologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Aufräumen? Nicht ohne Helfer

19.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Biotinte für den Druck gewebeähnlicher Strukturen

19.10.2017 | Materialwissenschaften

Forscher studieren molekulare Konversion auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden

19.10.2017 | Physik Astronomie