Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftler entwickeln schonendere Strategie für Stammzelltransplantation bei bestimmter Leukämieform

02.05.2007
Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben zur Behandlung einer bestimmten Form von Leukämie (Myelofibrose) eine schonendere Strategie für die Stammzelltransplantation entwickelt.

In einer Arbeit, die kürzlich in der international renommierten Fachzeitschrift "Blood" erschienen ist, haben die Forscher nun mit ebenfalls von ihnen entwickelten Nachweisverfahren gezeigt, dass die meisten der mit dieser Transplantationsmethode behandelten Patienten keine minimale Resterkrankung mehr aufweisen und die anderen durch eine weitere Gabe von Abwehrzellen des Spenders erfolgreich behandelt werden konnten.

Die Myelofibrose ist eine bestimmte Leukämieform, bei der eine Mutation des Gens JAK2 vorliegt. Ein an Myelofibrose erkrankter Patient hat nach dem Auftreten der Krankheit noch eine mittlere Lebensdauer von drei bis fünf Jahren. Die einzige Therapieform, mit der die Erkrankung geheilt werden kann, ist die Transplantation von Blutstammzellen eines Knochenmarkspenders. Wegen der hohen körperlichen Belastung durch die vorgeschaltete Chemotherapie kam diese sogenannte allogene Stammzelltransplantation bisher jedoch nur für jüngere Patienten in Betracht.

Die UKE-Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Nicolaus Kröger, Interdisziplinäre Klinik für Stammzelltransplantation, hat in den letzten Jahren eine verträglichere Methode zur allogenen Stammzelltransplantation bei älteren Patienten entwickelt. Sie baut auf der bereits bekannten Tatsache auf, dass bei einer Transplantation vor allem die neuen Immunzellen des Spenders für die erfolgreiche Bekämpfung der Leukämiezellen wichtig sind. Bei dem neuen Transplantationsverfahren wird daher die Dosis der vorausgehenden Chemotherapie so reduziert, dass nicht mehr - wie bisher - das gesamte körpereigene Knochenmark zerstört wird, sondern nur noch so viel, dass die Stammzellen des Spenders anwachsen können. Diese neue Transplantationsmethode wird seit einiger Zeit europaweit in einer Phase-II-Studie erprobt.

Den Forschern gelang es nun, Untersuchungsmethoden zu entwickeln, mit denen auch noch geringste Resterkrankungen auf molekularer Ebene nachgewiesen werden können. Waren bisherige Verfahren in der Lage, krankheitstypische Marker in einer Konzentration von 1:100 nachzuweisen, so machen die neuen Untersuchungsmethoden diese Marker noch in einer Konzentration von 1:10 000 ausfindig. Mithilfe dieser neuen Testverfahren wurde gezeigt, dass die meisten der mit der verträglichen Transplantationsmethode behandelten Patienten keine Resterkrankung mehr aufwiesen. Sofern doch noch eine minimale Resterkrankung auf molekularem Niveau vorhanden war, konnte diese durch die erneute Gabe von Abwehrzellen des Spenders erfolgreich behandelt werden.

Informationen für Journalisten bei: Prof. Dr. Nicolaus Kröger, Tel.: 040/42803-4851

Dr. Mathias Goyen | idw
Weitere Informationen:
http://www.uke.uni-hamburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Innovative Antikörper für die Tumortherapie
20.02.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Nervenschmerzen zukünftig wirksamer behandeln
20.02.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

Schwerstverletzungen verstehen und heilen

20.02.2017 | Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovative Antikörper für die Tumortherapie

20.02.2017 | Medizin Gesundheit

Multikristalline Siliciumsolarzelle mit 21,9 % Wirkungsgrad – Weltrekord zurück am Fraunhofer ISE

20.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Viren ihren Lebenszyklus mit begrenzten Mitteln effektiv sicherstellen

20.02.2017 | Biowissenschaften Chemie