Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Cardio-CT zeigt Kalk im Herz, bevor er Beschwerden macht, und spürt Engstellen auf

13.04.2007
Moderne Bildgebung verbessert Therapie und erhöht Lebenserwartung

"Wenn in Deutschland die Lebenserwartung in jedem Jahrzehnt um 2,6 Jahre zunimmt, so ist dies in erster Linie auf die Fortschritte im Bereich der Früherkennung und Behandlung der Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen", sagt Prof. Dr. Werner Daniel (Universitätsklinikum Erlangen), Tagungspräsident der 73. Jahrestagung der DGK, die heute in Mannheim beginnt. "Hier kommt den bildgebenden Verfahren eine besondere Bedeutung zu." Schwerpunktthema der Tagung ist dieses Jahr die kardiovaskuläre Bildgebung.

Die moderne Computertomographie des Herzens ("Cardio-CT") erlaubt heute den Nachweis von Verkalkungen der Herzkranzgefäße mit sehr hoher Verlässlichkeit. "Koronar-Kalk findet sich auch in den Frühstadien einer Arteriosklerose, wenn Patienten noch keine Beschwerden verspürten, und Studien zeigen zunehmend seinen wichtigen Stellenwert in der Prognose", berichtet Prof. Dr. Werner G. Daniel (Universitätsklinikum Erlangen) auf einer Pressekonferenz der 73. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, die heute in Mannheim beginnt - erwartet werden 6000 Teilnehmer.

Patienten mit höherem Verkalkungsgrad der Herzkranzgefäße, so Prof. Daniel, haben ein hohes Risiko eines "koronaren Ereignisses" wie Tod, Herzinfarkt, Notwendigkeit zu Ballondilatation oder Bypass-Operation in den nächsten drei bis fünf Jahren, Patienten ohne Koronarkalk hingegen ein nur sehr geringes Risiko: "Wird Kalk nachgewiesen, kann frühzeitig eine Behandlung der Risikofaktoren begonnen werden. Die Kalkmenge kann gut quantifiziert werden, so dass Folgeuntersuchungen nach Jahren Rückschlüsse auf die Entwicklung der Erkrankung oder die Wirksamkeit einer Therapie zulassen."

Die Untersuchung selbst ist im CT in wenigen Minuten durchführbar und geht in der Regel mit einer nur geringen Strahlenbelastung einher.

CT-Koronarangiographie zeigt Engstellen und atherosklerotische Ablagerungen

Prof. Dr. Stephan Achenbach (Universitätsklinikum Erlangen: "Neue Untersuchungen haben gezeigt, dass bei Einsatz der neuesten CT-Technik unter gewissen Voraussetzungen die Darstellung des Herzens und der Herzkranzgefäße und die Erkennung von Engstellen ("Stenosen") der Koronararterien recht zuverlässig möglich ist. Stenosen können insbesondere bei körperlicher Belastung Beschwerden verursachen, typischerweise die so genannte "Angina pectoris" (Brustenge)." Früher konnten solche Untersuchungen nur aufwändiger mittels Herzkatheter durchgeführt werden.

Zudem befasse sich die Forschung intensiv damit, durch die CT-Koronarangiographie auch kleine atherosklerotische Ablagerungen in den Kranzgefäßen zu erkennen und zu analysieren, um Patienten mit hoher Infarktgefährdung frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu behandeln.

Suche nach "nicht-invasiver" Alternative zur Darstellung der Herzkranzgefäße

Die CT hat in den vergangenen Jahren eine rasante technische Entwicklung durchgemacht, berichtet Prof. Achenbach. Vor allem durch die Einführung der 64-Zeilen CT und kürzlich der "Dual Source CT" konnten erhebliche Fortschritte bei der Bildqualität zur Darstellung des Herzens erzielt werden. Zur bildgebenden Diagnostik der Herzkranzgefäße stand bis vor kurzem nur die Herzkatheteruntersuchung zur Verfügung, pro Jahr werden in Deutschland rund 700.000 solche Untersuchungen durchgeführt.

Prof. Achenbach: "Die Herzkatheteruntersuchung ist ein personell und technisch recht aufwändiges, aber auch invasives, also in den Körper des Patienten eingreifendes Verfahren, so dass Komplikationen - wenn auch nur in äußerst seltenen Fällen - möglich sind. Daher wird seit langem nach einem "nicht-invasiven" Alternativverfahren zur Darstellung der Herzkranzgefäße gesucht."

Die CT-Koronarangiographie habe allerdings im Vergleich zum Herzkatheter noch deutliche Limitationen, sagt Prof. Achenbach, nach wie vor bleibe der Herzkatheter die Standardmethode zur Abklärung von Verengungen der Kranzarterien, die CT werde nur im Einzelfall und an entsprechend erfahrenen Zentren eingesetzt. Prof. Achenbach: "Allerdings ist vorauszusehen, dass mit weiterer Verbesserung der Technik die Bildqualität der CT-Koronarangiographie zunehmen und dass sie bei mehr Patienten als Alternative zur Herzkatheteruntersuchung einsetzbar sein wird."

Kontakt:
Prof. Dr. Eckart Fleck, Pressesprecher der DGK
Christiane Limberg, Pressereferentin der DGK, Tel. im Kongresszentrum 0621-41065002

Roland Bettschart, B&K Medien- und Kommunikationsberatung, Tel. im Kongresszentrum 0621-4106-5003 oder mobil 0043 676 6356775

Christiane Limberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Starkes Übergewicht: Magenbypass und Schlauchmagen vergleichbar
17.01.2018 | Universität Basel

nachricht Therapieansatz: Kombination von Neuroroboter und Hirnstimulation aktiviert ungenutzte Nervenbahnen
16.01.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Optimierter Einsatz magnetischer Bauteile - Seminar „Magnettechnik Magnetwerkstoffe“

18.01.2018 | Seminare Workshops

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Perowskit-Solarzellen: mesoporöse Zwischenschicht mildert Einfluss von Defekten

18.01.2018 | Energie und Elektrotechnik