Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Universitätsklinik Dresden wird Spitzenzentrum - Deutsche Krebshilfe stellt drei Millionen Euro für drei Jahre bereit

27.03.2007
"In der Entwicklung von ausgewählten Onkologischen Spitzenzentren liegt die Chance, Krebskranken eine noch bessere, individuell zugeschnittene Behandlung nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu ermöglichen. Ich begrüße daher sowohl das Engagement als auch die Initiative der Deutschen Krebshilfe, die Versorgung krebskranker Menschen in Deutschland grundlegend zu verbessern", sagte Ulla Schmidt, Bundesministerin für Gesundheit, am 23. März 2007, anlässlich der Vorstellung des Schwerpunktprogramms "Onkologische Spitzenzentren" in Berlin.

"Die Standards der medizinischen Versorgung von Krebs-Patienten sind bundesweit bislang sehr unterschiedlich. Das wollen wir ändern", betonte Friedrich Carl Janssen, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. Nach dem Vorbild der amerikanischen Comprehensive Cancer Centers werden jetzt vier universitäre Zentren über zunächst drei Jahre mit insgesamt einer Million Euro je Zentrum und Jahr gefördert. Mit dabei ist nach internationaler Begutachtung auch das Universitätsklinikum Dresden.

"Wir sind der Deutschen Krebshilfe sehr dankbar für ihre Initiative und diese Förderung", sagte Professor Dr. Michael Bau-mann, Direktor des Universitäts KrebsCentrums Dresden, der im Namen des Universitätsklinikums den Antrag auf Anerkennung als Onkologisches Spitzenzentrum und Förderung an die Deutsche Krebshilfe gestellt hatte.

Fortschritte in der Vorbeugung, Früherkennung, Diagnostik und Therapie der Krebserkrankungen haben die Überlebenschancen und die Lebensqualität krebskranker Menschen in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Doch nach wie vor werden Krebs-Patienten sehr unterschiedlich versorgt. "Es kann nicht sein, dass eine Frau mit Brustkrebs oder ein Mann mit Prostatakrebs in Norddeutschland anders behandelt werden als in Süddeutschland", erläuterte Professor Dr. Otmar Wiestler, Vorsitzender des Beirats der Deutschen Krebshilfe.

Daher hatte die Deutsche Krebshilfe - als Konsequenz aus der durch sie initiierten Evaluierung der Tumorzentren - im Frühjahr 2006 das Förderungs-Schwerpunktprogramm "Onkologische Spitzenzentren" ausgeschrieben. Zentrale Anlaufstellen für Krebs-Patienten, interdisziplinäre Tumor-Boards, interdisziplinäre Patientenbehandlung auf höchstem Niveau, ein modernes Qualitätssicherungssystem, klinische Forschung und Grundla-genforschung, Vernetzung und enge Kooperationen mit den umliegenden Krankenhäusern sowie den niedergelassenen Ärzten in der Region sind nach Auffassung der Deutschen Krebshilfe die Grundvoraussetzungen für Onkologische Spitzenzentren. "So wollen wir einheitliche Strukturen, Prozesse und Standards schaffen, die für die Versorgung von Tumorpatienten zwingend notwendig sind", sagte Wiestler bei der Vorstellung des Förder-Schwerpunktprogramms in Berlin.

Auf die Ausschreibung hin gingen 18 Bewerbungen aus der ganzen Bundesrepublik bei der Deutschen Krebshilfe ein. Sie wurden von einem international besetzten Expertengremium unter der Leitung von Professor Dr. Alexander Eggermont (Rotterdam) begutachtet. Dieses Gremium besuchte von Januar bis März 2007 sieben der Zentren vor Ort und schlug das Universitäts KrebsCentrum am Universitätsklinikum Dresden, das Tumorzentrum Ludwig Heilmeyer am Universitätsklinikum Freiburg, das Centrum für Integrierte Onkologie der Universitätskliniken Köln/Bonn sowie das Südwestdeutsche Tumorzentrum am Universitätsklinikum Tübingen zur Förderung vor. Der Vorstand der Deutschen Krebshilfe folgte den Gutachtervorschlägen und bewilligte für das ambitionierte Gesamtprojekt zunächst insgesamt 12 Millionen Euro für drei Jahre. Die Förderung dient der Optimierung und Weiterentwicklung der initiierten Strukturen.

Von den vier Spitzenzentren verspricht sich die Deutsche Krebshilfe eine deutliche Verbesserung der Patientenversorgung in der jeweiligen Region. "Wichtig erscheint uns hierfür insbeson-dere die Vernetzung mit den übrigen Krankenhäusern und den niedergelassenen Ärzten in der Region", berichtete Wiestler. So soll sichergestellt werden, dass krebskranke Menschen ohne Reibungs- oder Informationsverlust aus dem stationären Versorgungsbereich in die ambulante Betreuung gehen. Auch die Einbindung von Krebs-Selbsthilfeorganisationen sowie die Berücksichtigung von Krebsregistern sind unverzichtbare Voraussetzungen für die Förderung.

Die Deutsche Krebshilfe sieht eine zweite Ausschreibung Ende 2007 vor, um auch weiteren Zentren in der Bundesrepublik die Etablierung eines Onkologischen Spitzenzentrums zu ermöglichen. Darüber hinaus will sich die Deutsche Krebshilfe dafür einsetzen, dass mittelfristig auch unterhalb der Ebene der Spitzenzentren vergleichbare Versorgungsstrukturen, beispielsweise in kommunalen onkologischen Schwerpunktkrankenhäusern, aufgebaut werden. "Unser Ziel ist, dass Krebs-Patienten bundesweit optimal versorgt werden", so Janssen.

Deutsche Krebshilfegegründet von Dr. Mildred Scheel, Buschstr. 32, 53113 BonnTel. (0228) 72 99 0-96, Fax (0228) 72 990-11, deutsche@krebshilfe.de

Mathias Bäumel | idw
Weitere Informationen:
http://www.krebshilfe.de

Weitere Berichte zu: Krebs-Patienten Krebshilfe Spitzenzentrum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Therapieansatz gegen weit verbreitete Lungenkrankheit
12.01.2018 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Fastfood macht Immunsystem langfristig aggressiver
12.01.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Im Focus: Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen

Forscher schaffen neue Generation von Knochenimplantaten

Wissenschaftler am Julius Wolff Institut, dem Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien und dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der...

Im Focus: Extrem helle und schnelle Lichtemission

Eine in den vergangenen Jahren intensiv untersuchte Art von Quantenpunkten kann Licht in allen Farben wiedergeben und ist sehr hell. Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung von Wissenschaftlern der ETH Zürich hat nun herausgefunden, warum dem so ist. Die Quantenpunkte könnten dereinst in Leuchtdioden zum Einsatz kommen.

Ein internationales Team von Wissenschaftlern der ETH Zürich, von IBM Research Zurich, der Empa und von vier amerikanischen Forschungseinrichtungen hat die...

Im Focus: Paradigmenwechsel in Paris: Den Blick für den gesamten Laserprozess öffnen

Die neusten Trends und Innovationen bei der Laserbearbeitung von Composites hat das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT im März 2018 auf der JEC World Composite Show im Fokus: In Paris demonstrieren die Forscher auf dem Gemeinschaftsstand des Aachener Zentrums für integrativen Leichtbau AZL unter anderem, wie sich Verbundwerkstoffe mit dem Laser fügen, strukturieren, schneiden und bohren lassen.

Keine andere Branche hat in der Öffentlichkeit für so viel Aufmerksamkeit für Verbundwerkstoffe gesorgt wie die Automobilindustrie, die neben der Luft- und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung „Elektronikkühlung - Wärmemanagement“ vom 06. - 07.03.2018 in Essen

11.01.2018 | Veranstaltungen

Registrierung offen für Open Science Conference 2018 in Berlin

11.01.2018 | Veranstaltungen

Wie sieht die Bioökonomie der Zukunft aus?

10.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit mikroskopischen Luftblasen dämmen

15.01.2018 | Architektur Bauwesen

Feldarbeiten der größten Bodeninventur Deutschlands sind abgeschlossen

15.01.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Perowskit-Solarzellen: Es muss gar nicht perfekt sein

15.01.2018 | Materialwissenschaften