Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weibliche Sexualhormone schützen die Nerven

31.01.2001


Die weiblichen Sexualhormone wirken sich möglicherweise günstig auf die Entstehung und den Verlauf der Alzheimer-Krankheit aus. Doch auf diesem Gebiet gibt es noch viele ungelöste Fragen, von denen Würzburger
Wissenschaftler zumindest einige beantworten wollen.

Zahlreiche experimentelle Untersuchungen sprechen dafür, dass die weiblichen Sexualhormone (Östrogene) die Nervenzellen im Zentralnervensystem erhalten und schützen können, wie Dr. Christian Luckhaus von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Würzburg erläutert. Dazu passen auch Befunde, denen zufolge Frauen, die nach der Menopause Östrogene einnehmen, ein vermindertes Risiko haben, an Alzheimer zu erkranken. Ob eine Östrogenbehandlung bei einer bereits bestehenden Alzheimer-Erkrankung wirksam ist, sei noch unklar.

Die hormonellen Östrogenwirkungen werden in den Körperzellen durch spezielle Rezeptoren vermittelt. Diese Rezeptoren sind auch in den Gehirnzellen zu finden. Darüber hinaus ist bekannt, dass in den Gehirnzellen sogar Östrogene gebildet werden. Die genaue Bedeutung dieser Befunde liege jedoch noch im Dunklen, so Dr. Luckhaus.

Ebenso wisse man nicht, ob im Gehirn von Alzheimer-Patienten Veränderungen bei den Östrogenrezeptoren, zum Beispiel genetischer Art, auftreten. Es könnten aber auch der Gehalt an Rezeptoren vermindert oder ihre Funktion gestört sein. Derartige Abweichungen seien möglicherweise für die Krankheitsentwicklung von Bedeutung.

Diesen Fragen wollen Dr. Luckhaus und sein Kollege Dr. Mario E. Götz vom Neurochemischen Labor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in einem von der Hirnliga e.V. geförderten Forschungsprojekt nachgehen. Die Wissenschaftler hoffen, die Erfolgschancen einer Therapie mit Östrogenen zur Vorbeugung oder Verzögerung der Alzheimer-Erkrankung besser bewerten zu können.

Weitere Informationen: Dr. Christian Luckhaus, T (0931) 201-7782, Fax (0931) 201-7784, E-Mail: christian.luckhaus@mail.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Psychotherapie Rezeptor Sexualhormon Östrogen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Mikrobiologen entwickeln Methode zur beschleunigten Bestimmung von Antibiotikaresistenzen
13.02.2018 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

nachricht Überschreiben oder Speichern? Die Gewissensfrage zur Vergesslichkeit
13.02.2018 | PhytoDoc Ltd.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Im Focus: Das VLT der ESO arbeitet erstmals wie ein 16-Meter-Teleskop

Erstes Licht für das ESPRESSO-Instrument mit allen vier Hauptteleskopen

Das ESPRESSO-Instrument am Very Large Telescope der ESO in Chile hat zum ersten Mal das kombinierte Licht aller vier 8,2-Meter-Hauptteleskope nutzbar gemacht....

Im Focus: Neuer Quantenspeicher behält Information über Stunden

Information in einem Quantensystem abzuspeichern ist schwer, sie geht meist rasch verloren. An der TU Wien erzielte man nun ultralange Speicherzeiten mit winzigen Diamanten.

Mit Quantenteilchen kann man Information speichern und manipulieren – das ist die Basis für viele vielversprechende Technologien, vom hochsensiblen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Auf der grünen Welle in die Zukunft des Mobilfunks

16.02.2018 | Veranstaltungen

Smart City: Interdisziplinäre Konferenz zu Solarenergie und Architektur

15.02.2018 | Veranstaltungen

Forschung für fruchtbare Böden / BonaRes-Konferenz 2018 versammelt internationale Bodenforscher

15.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

17.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Stammbaum der Tagfalter erstmalig umfassend neu aufgestellt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Strategien zur Behandlung chronischer Nierenleiden kommen aus der Tierwelt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics