Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zivilisationsplage "Stress" / Psychische Probleme am Arbeitsplatz verursachen Milliarden-Kosten

27.02.2002


Jeder fünfte Berufstätige in Deutschland lebt zur Zeit in Angst, seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Jeder zweite beklagt wachsenden Termindruck. 20 Prozent der älteren Berufstätigen fürchten sich vor neuen Technologien: Stressfaktoren, die zu psychischen Problemen wie Angst, Motivationslosigkeit und Burnout führen - und die in der stärksten Industrienation der Welt, den USA, bereits für die Hälfte aller beruflich bedingten Krankentage verantwortlich gemacht werden. Wie das Reportage-Magazin GEO in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, gehen laut WHO mittlerweile weltweit mehr Arbeitstage durch psychischen Stress als aufgrund physischer Ursachen verloren. Und werden die Kosten des in der gewandelten Berufswelt entstehenden Stresses innerhalb der EU auf fünf bis acht Prozent des Bruttosozialproduktes geschätzt.

Bei Frauen in Deutschland gelten psychische Probleme inzwischen als Hauptauslöser für eine verminderte Erwerbsfähigkeit, bei Männern stehen sie auf Rang zwei. Mit Folgen nicht nur für den Gemütszustand der Betroffenen, sondern beispielsweise auch für Herz, Kreislauf und Immunabwehr. Jährlich rund 10 000 Herzinfarkte ließen sich durch eine bessere Arbeitsorganisation verhindern, rechnen Wissenschaftler in GEO vor. Dass sich Stressabbau durch eine Modernisierung der internen Betriebsabläufe auch für Unternehmen lohnt, führt das Magazin am Beispiel eines Unternehmens in Schweden an, wo sich die Fehlzeiten halbierten und die Produktivität deutlich stieg, nachdem interner Informationsfluss und Mitsprachemöglichkeiten verbessert wurden.

Stress, erst seit 50 Jahren überhaupt ein Begriff und mittlerweile als eine Geißel der "modernen Leistungsgesellschaft" wahrgenommen, ist allerdings nach wie vor auch ein Schlagwort voller Ambivalenzen. Als Dauerzustand eine Gefahr mit komplexen Wirkungen bis hin zu einer nachlassenden Gedächtnisleistung, andererseits ein biologisch durchaus sinnvolles Warnsystem und ein "Aufputschmittel" für Körper und Geist. Wissenschaftler weisen zudem nach, wie Stress je nach Persönlichkeitstyp verschieden "verdaut" wird - und wie er positiv zu nutzen ist. Und dass Stress Bestandteil eines psychobiolgischen Krisenmanagements ist, das auch der am Computer oder am Vorgesetzten verzweifelnde Büroangestellte im Wesentlichen von seinen Bären jagenden Vorfahren vererbt bekommen hat. Fight or flight - Kampf oder Flucht, berichtet GEO, gilt immer noch.


Für Rückfragen und Belege
Gabriele Pfau
e-mail: pfau.gabriele@geo.de
Telefon: (040) 3703-2157
Telefax: (040) 3703-5748

| ots

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie