Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein hoher Qualitätsanspruch wurde realisiert

12.03.2007
Brustzentrum des Universitätsklinikums Halle als erstes in den ostdeutschen Bundesländern rezertifiziert

Die Behandlung von Brustkrebspatientinnen hat in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte gemacht. Dies liegt nicht nur am Einsatz neu entwickelter Medikamente, die gezielt und effektiv Tumorzellen angreifen, sondern auch an der Kooperation der unterschiedlichen medizinischen Fachgebiete in einem Brustzentrum.

Das Brustzentrum des Universitätsklinikums Halle war vor drei Jahren das erste in den neuen Bundesländern, welches von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert wurde. Nun übernimmt die hallesche Einrichtung wieder eine Vorreiterrolle: als erstes Brustzentrum in den neuen Ländern wurde es gerade rezertifiziert. Nach drei Jahren intensiver Arbeit unter jährlicher Kontrolle wurde jetzt erneut bestätigt, dass das Brustzentrum Halle am Universitätsklinikum der Martin-Luther-Universität kontinuierlich gute Arbeit leistet und für die nächsten drei Jahre „fit“ ist.

Die Deutsche Krebsgesellschaft vergibt das Zertifikat nach einem aufwändigen Prüfverfahren an Brustzentren, welche bei der Diagnose, Therapie und Nachbehandlung die europaweit festgeschriebenen Standards erfüllen. „Alle Beteiligten am Universitätsklinikum halten sich streng an die Leitlinien zur Behandlung von Brustkrebs“, erklärt Oberärztin Dr. Regina Große. Für jede Patientin werden im Kollegenkreis Diagnostik, operative Maßnahmen und die Medikamententherapie in einer interdisziplinären Tumorkonferenz besprochen. „Unsere hohen Ansprüche sind uns in Fleisch und Blut übergegangen.“

... mehr zu:
»Brustzentrum »Chemotherapie

Der gute Ruf des halleschen Brustzentrums kommt den Patientinnen auch in Form neuer Therapie- und Diagnostikverfahren in Rahmen von deutschland- und europaweiten klinischen Studien zu gute. Einige dieser Studien werden durch den Leiter des Brustzentrums, Professor Dr. Christoph Thomssen, geführt. Etwa 40 Prozent der Frauen nehmen an Studien teil. „Vorurteile gegenüber klinischen Studien haben in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen.“ Viele Patientinnen hätten verstanden, dass sie gerade durch die Studienteilnahme die Chance wahren, besonders effektive und gezielte neue Behandlungen zu erhalten. Die Teilnahme an den Studien erfolgt ausschließlich freiwillig.

So beschäftigt sich die Studie NNBC-3 derzeit mit der Prognosebestimmung durch die Analyse bestimmter Eiweißstoffe im Tumor (uPA, PAI-1). Diese zeigen an, ob der Tumor zur Bildung von Metastasen neigt oder nicht. „Durch diese Erkenntnisse kann einem Teil der Patientinnen eine Chemotherapie erspart werden“, erklärt der anerkannte Brustkrebsexperte. Patientinnen mit einem niedrigen Rückfallrisiko erhalten keine unterstützende, vorbeugende „adjuvante“ Chemotherapie. Hingegen profitieren gerade die Frauen mit einem hohen Rückfallpotential von einer Chemotherapie. An dieser Studie nehmen bisher bundesweit mehr als 1200 Frauen, darunter zahlreiche aus Sachsen-Anhalt, teil. Etwa 60 Zentren in Deutschland und Frankreich beteiligen sich. Die geplante Patientenzahl beträgt insgesamt 5700.

Im Brustzentrum des Universitätsklinikums Halle arbeiten die Universitätskliniken für Gynäkologie (inklusive Forschungslabor), Innere Medizin IV (Hämatologie/Onkologie), Strahlentherapie, Diagnostische Radiologie und Nuklearmedizin sowie das Institut für Pathologie und das Tumorzentrum zusammen. Außerdem kooperiert das Brustzentrum mit der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft. „Unser Vorteil als Brustzentrum an einem Universitätsklinikum ist, dass wir den betroffenen Frauen alle diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen unter einem Dach anbieten können“, erklärt Professor Thomssen, der auch Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Gynäkologie ist. Diese breite Partnerschaft der einzelnen Fachgebiete habe sich zum Wohle der Patientinnen bewährt.

Bedeutsam ist die psychologische Betreuung der Patientinnen. Die Behandlung von Patientinnen mit Krebserkrankungen muss umfassend sein. Daher haben wir eine in der Betreuung onkologischer Patientinnen erfahrene Psychologin, die sich nur um diese Patientengruppe kümmert. Sie hilft den Patientinnen und auch den Angehörigen, die Erkrankung zu verarbeiten und sich auf ein Leben mit dieser Diagnose einzustellen. In die Betreuung bindet sie dabei auch eine in der Maltherapie erfahrene Mitarbeiterin ein.

Die Deutsche Krebsgesellschaft fordert von den zertifizierten Brustzentren, dass diese ihre Arbeit auf Grundlage international anerkannter Richtlinien (zum Beispiel Qualitätsmanagementsystem nach DIN ISO 9001) organisieren und kontinuierlich optimieren. Die Organisationsstruktur und die Optimierung von Diagnostik und Behandlung werden jährlich im Rahmen eines Re-Audits durch staatlich zugelassene Gesellschaften wie Nis-Zert und TÜV überprüft. Alle drei Jahre steht die Zertifizierung auf dem Prüfstand.

Das Brustzentrum Halle am Universitätsklinikum der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg arbeitet auch eng zusammen mit dem Brustzentrum am Elisabethkrankenhaus Halle und dem Brustzentrum Weißenfels-Hohenmölsen.

Jens Müller | Uni Halle
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de

Weitere Berichte zu: Brustzentrum Chemotherapie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise