Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mammographie-Screening zeigt erste Erfolge

18.02.2002


Erste und noch vorläufige Ergebnisse des Modellprojektes Mammographie-Screening in Wiesbaden und Rheingau-Taunus-Kreis

Im Juli 2001 erfolgten die ersten schriftlichen Einladungen zur Teilnahme am Mammographie-Screening-Modell-Projekt in Wiesbaden und Rheingau-Taunus-Kreis.

Bis zum Ende Dezember wurden die 50-69jährigen Frauen in den Regionen Schlangenbad, Bad Schwalbach, Waldems, Hohenstein, Wiesbaden-Mitte und Wiesbaden-Norderstadt eingeladen. Da es bis zum Abschluss der ersten Einladungsrunde zwei Jahre dauert, kann eine Teilnahmerate noch nicht festgestellt werden. Allerdings zeigen die ersten Ergebnisse einen Trend: Von den 6104 schriftlich eingeladenen Frauen im ersten Halbjahr des Projekts haben 2874 (47%) die Einladung angenommen. Hiervon haben sich 2225 (77%) schon untersuchen lassen. Die übrigen haben einen festen Termin zur Untersuchung vereinbart. Darüber hinaus haben sich weitere 1183 Frauen, die zur Zielgruppe gehören, aber nicht auf die schriftliche Einladung warten wollten, bereits untersuchen lassen.

Von insgesamt 3408 untersuchten Frauen wurden 219 (6.4%) wegen eines auffälligen Befundes zur weiteren Abklärung ins Screeningzentrum eingeladen. Nach Untersuchung mit Tastuntersuchung, Ultraschall und in einigen Fällen mit weiteren Mammographien konnte der Verdacht bei 152 Frauen ausgeräumt werden. Bei 67 Frauen wurde eine Gewebeentnahme empfohlen. Dies konnte bei 62 Frauen durch Stanzbiopsie oder Vakuumbiopsie erfolgen. Bei 5 Frauen wurde aus medizinischen oder technischen Gründen primär eine offene Biopsie (Operation) durchgeführt.

Insgesamt wurden 28 Karzinome gefunden (27 durch Stanz- oder Vakuumbiopsie und 1 durch offene Biopsie). Von den 32 Frauen, die vom Screeningzentrum zur Operation ins Krankenhaus geschickt wurden, hatten nur 4 einen gutartigen Befund.

Die durch das Screening entdeckten Karzinome waren zu 28% maximal 1 cm groß, 61% der Tumoren waren maximal 1,5 cm groß. Bei 74% der invasiven Karzinome waren die Lymphknoten nicht befallen, so dass davon auszugehen ist, dass in vielen Fällen der Brustkrebs in einem heilbaren Stadium gefunden wurde.

Bei der Beurteilung dieser ersten vorläufigen Ergebnisse ist Zurückhaltung angebracht, da bisher erst etwa 10% der teilnahmeberechtigten Frauen eingeladen worden sind. Die vorliegenden Zahlen belegen jedoch eine hohe Qualität in der Anfangsphase des Screeningprogramms. Denn im Vergleich zu einer ersten Modellstudie Anfang der 90er Jahre in Norddeutschland (Deutsche Mammographie-Studie) bei der die europäischen Leitlinien zur Qualitätssicherung des Mammographie-Screenings nicht erfüllt wurden, sind im Wiesbadener Modellprojekt 2,5 mal mehr Karzinome entdeckt worden (8,2 pro Tausend vs. 3,3 pro Tausend). Die vergleichsweise hohe Entdeckungsrate entspricht dem nach den Leitlinien zu erwartenden Wert.

Die vorläufigen Ergebnisse zeigen die hohe Qualität der im Screeningzentrum durchgeführten Untersuchungen, der Befundung der Mammogramme durch die speziell ausgebildeten niedergelassenen Ärzte und der Folgediagnostik im Screeningzentrum und an den Wiesbadener Kliniken.

Kontakt: Dr.med.Friedrich Hansen, Tel.+Fax:040-4801872, mobil: 0179-2311908;

Dr. Friedrich Hansen | idw

Weitere Berichte zu: Biopsie Karzinom

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz: Nierenschädigungen therapieren, bevor Symptome auftreten
20.09.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie