Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Medikamente sorgten 2006 für medizinische Durchbrüche

26.01.2007
2006 haben neuartige Medikamente große Fortschritte in der Medizin ermöglicht. So können beispielsweise erstmals Mädchen und Frauen dem Gebärmutterhalskrebs mit einer Impfung vorbeugen. Patienten mit Nierenzellkrebs oder der chronischen Leberentzündung Hepatitis B lassen sich weitaus wirksamer behandeln als zuvor.

Zwei neuartige Antibiotika machen Bakterien unschädlich, die gegen andere Präparate bereits resistent geworden sind. Patienten mit den seltenen Erbkrankheiten Morbus Pompe und Mucopolysaccharidose VI können erstmals wirksam behandelt werden. Kinder profitieren beispielsweise von Impfstoffen gegen Brechdurchfall und einem neuen Leukämiemedikament. Im ganzen haben forschende Pharmaunternehmen im vergangenen Jahr 29 Medikamente mit neuen Wirkstoffen auf den Markt gebracht, dazu noch 19 Präparate, mit denen sich bekannte Wirkstoffe auf neue Art - und damit oft wirkungsvoller - verabreichen lassen.

Dazu Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VFA): "Mit vielen der neuen Präparate haben die Forscher völliges Neuland betreten; und sie haben für entscheidende medizinische Durchbrüche bei schweren und lebensbedrohlichen Krankheiten gesorgt. Nun steht zu hoffen, dass die Innovationen die Patienten auch erreichen."

Die Medikamente mit neuen Wirkstoffen verteilen sich auf die medizinischen Gebiete Krebs (6 Präparate), Infektionen (6), Herz-Kreislauf (4), Stoffwechsel (4), Nervensystem (3), Knochen- (1), Nieren- (1), Atemwegs- (1) und Augenkrankheiten (1), Geburtshilfe (1) und Vergiftungen (1). "Es zeigt sich ein klarer Schwerpunkt bei den lebensbedrohlichen Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Infektionen mit schwer zu bekämpfenden Erregern", so Yzer.

... mehr zu:
»Präparate »VFA »Wirkstoff

Ein Drittel der Präparate mit neuem Wirkstoff - insgesamt elf - sind Orphan Drugs, also Medikamente gegen seltene Krankheiten, an denen nicht mehr als einer von 2.000 EU-Bürgern leidet. "Das belegt, wie erfolgreich die europäische 'Verordnung über Arzneimittel für seltene Leiden' aus dem Jahr 2000 die industrielle Arzneimittelforschung angeregt hat", betonte Yzer. Für 2007 rechnet sie mit ebenso vielen neuen Orphan Drugs.

Neue Anwendungsformen für bekannte Wirkstoffe

Die Therapiemöglichkeiten erweitern auch 19 Präparate, mit denen sich schon bekannte Wirkstoffe auf neue Weise anwenden lassen: So kam beispielsweise der erste Impfstoff heraus, der gleichzeitig vor Mumps, Masern, Röteln und Windpocken schützen kann - bisher erforderte ein Windpockenschutz zusätzliche Spritzen. Ein viel verwendetes HIV-Medikament muss dank einer neuartigen Verarbeitungsmethode nicht mehr gekühlt werden, was seine Anwendung vereinfacht. In inhalierbarer Form ist Insulin nun auch Diabetikern zugänglich gemacht worden, die sich scheuen, das Hormon regelmäßig zu spritzen. Dazu Yzer: "Solche Weiterentwicklungen verbessern die Therapietreue und damit den Behandlungserfolg. Das ist gut für die Patienten, ist aber auch im Interesse der Krankenkassen, denn dann ist das Geld für die Arzneimitteltherapie gut angelegt."

Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA) ist der Wirtschaftsverband der forschenden Arzneimittelhersteller in Deutschland. Die 43 Mitglieder des VFA beschäftigen in Deutschland rund 86.000 Mitarbeiter. 15.300 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung.

Dr. Rolf Hömke | idw
Weitere Informationen:
http://www.vfa.de

Weitere Berichte zu: Präparate VFA Wirkstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte