Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DGCH: Chirurgisches Studienzentrum mit erster Modellstudie

08.12.2006
Chirurgisches Studienzentrum mit erster Modellstudie -
Komplikationen nach Bauchoperation verringern

Die erste Studie des Studienzentrums der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (SDGC) steht als Modell für den Nutzen klinischer Studien: Die so genannte INSECT-Studie untersucht die Häufigkeit von Narbenbrüchen bei verschiedenen Techniken, den Bauch nach einer Operation zu verschließen. Dies könnte zukünftig die Zahl der Patienten erheblich verringern, die einen Narbenbruch als späte Komplikation einer Bauch-OP erleiden. Aktuelle Projekte des Studienzentrums stellte die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) heute im Rahmen einer Pressekonferenz in Berlin vor.

Ein Narbenbruch ist nach wie vor eine bedeutende Komplikation einer Operation im Bauchraum: Bis zu 20 Prozent der Patienten müssen aufgrund dieser Spätfolge erneut operiert werden. Denn häufig bricht nach einer Operation die Bauchwand entlang der Narbe erneut auf. Der Narbenbruch wiederum wiederholt sich ebenfalls in bis zu 50 Prozent der Fälle. Angesichts ihrer Häufigkeit ist die Behandlung von Bauchwandbrüchen auch von großer sozioökonomischer Bedeutung. Im Rahmen der INSECT-Studie untersuchen Chirurgen deshalb die verschiedenen Nähverfahren: sie prüfen, wie sich die Bauchdecke so verschließen lässt, dass Narbenbrüche deutlich seltener auftreten.

Seit 2004 nehmen Patienten an der INSECT- Studie teil. Der Name leitet sich von ihrem internationalen Titel ab: "Interrupted or continous slowly absorbable sutures - evaluation of abdominal techniques". Durch enge Zusammenarbeit von mehr als 35 Kliniken aller Versorgungsstufen im ganzen Bundesgebiet sind inzwischen 620 Patienten in die Studie aufgenommen. Mit ersten Ergebnissen rechnet das SDGC im Frühjahr 2007.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Studienzentrum seit dem 1. Januar 2005 im Rahmen des Strukturprogramms zur Verbesserung der patientenorientierten Forschung in Deutschland. Dazu gehört auch die Förderung von weiteren fünf Chirurgischen Regionalzentren: Kiel/Lübeck, Berlin, Witten-Herdecke/Köln, Mainz, München haben gemeinsam mit dem SDGC als chirurgisches Studiennetzwerk CHIR-NET den Betrieb teils aufgenommen oder nehmen ihn zum 1. Januar 2007 auf. Diese fünf haben sich in einem Wettbewerb unter 22 teilnehmenden universitären Einrichtungen nach externer Begutachtung durch das BMBF qualifiziert.

Für die künftige Entwicklung der Deutschen Chirurgie ist das SDGC von großer Bedeutung. Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie hat gemeinsam mit ihren assoziierten chirurgisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften mit dem SDGC eine Einrichtung geschaffen, die derzeit einzigartig in der Landschaft der wissenschaftlichen Fachgesellschaften ist.

Kontakt für Rückfragen
Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCh)
Pressestelle
Anna Julia Voormann
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 89 31 552
Fax: 0711 89 31 167
E-Mail: info@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://awmf.org
http://www.dgch.de

Weitere Berichte zu: Chirurgie DGCH Modellstudie Narbenbruch SDGC Studienzentrum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Auf dem Gipfel der Evolution – Flechten bei der Artbildung zugeschaut

27.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Elektroimpulse säubern Industriewässer und Lacke

27.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

ZMP 2017 – Latenzzeitmesseinrichtung für moderne elektronische Zähler

27.04.2017 | Messenachrichten