Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Spezial-Trage ermöglicht Transport lungenkranker Kinder

04.12.2006
Am Samstag, 9. Dezember 2006, wird an der Mannheimer Universitäts-Kinderklinik wieder einmal etwas Besonderes geboten: Um 15 Uhr treten die Heilbronner Klinikclowns mit einem Programm für Jung und Alt im Casino-Gebäude (Haus 40) des Universitätsklinikums auf.

Eingeladen sind kleine und große Patienten der Klinik sowie alle, die Spaß an Musik, Zauberei und fröhlichen Sketchen haben. Der Auftritt der Clowns ist eine Benefizveranstaltung zugunsten der Kinderklinik. Der Eintritt für Erwachsene beträgt drei Euro, für jedes Kind im Publikum wird um eine Spende gebeten. Im Anschluss an die Vorstellung wird Vertretern der Klinik eine neue Kinder-Intensivtrage übergeben, die mit Spezialgeräten zur Behandlung lungenkranker Kinder ausgerüstet ist. Dadurch wird es möglich, die schwer kranken Patienten auch während eines Hubschrauber-Transports optimal zu versorgen.

Kommt ein Kind auf die Welt, ist in der Regel die Freude bei den Eltern groß. Doch was, wenn das Baby nicht richtig atmet? Wenn die Geburtshelfer und Neugeborenen-Mediziner vor Ort ihre Möglichkeiten zur Stabilisierung der Lungenfunktion ausgeschöpft haben? Dann gilt es, den kleinen Patienten so schnell wie möglich in eine Klinik zu bringen, wo man ihn fachgerecht behandeln kann. Das Universitätsklinikum Mannheim verfügt mit seinem ECMO-Zentrum in der Kinderklinik über eine deutschlandweit anerkannte Fachabteilung für angeborene und erworbene Lungenerkrankungen. Mit Hilfe von so genannten ECMO- und anderen Geräten zur Beatmung können Kinder und Neugeborene versorgt werden, deren Lunge für eine selbstständige Atmung nicht ausreicht. Die Abkürzung ECMO steht für "Extrakorporale Membranoxygenierung", was bedeutet, dass die Aufgaben der Lunge außerhalb des Körpers von einer Maschine übernommen werden.

"Das Risiko eines Transports ist bei diesen Kindern immer gegen die Chancen der Stabilisierung vor Ort abzuwägen", sagt Dr. Thomas Schaible, Leiter der Kinder-Intensivstation der Mannheimer Universitäts-Kinderklinik, "und die optimale Versorgung auf dem Transport war bisher das Hauptproblem." Aufgrund der eingeschränkten Behandlungsmöglichkeiten während des Hubschrauberflugs bestand die Gefahr eines Sauerstoffmangels und damit von Folgeschäden in der geistigen oder motorischen Entwicklung. Mit der Anschaffung einer Kinder-Intensivtrage wird dieses Problem nun gelöst: Als erste Klinik in Deutschland und als eine der wenigen weltweit kann das Mannheimer Universitätsklinikum damit die lückenlose und fachgerechte Behandlung der kleinen Patienten vom Transport bis zur stationären Aufnahme im ECMO-Zentrum garantieren. Die Trage ist neben einem ECMO- mit zwei weiteren Spezialgeräten zur künstlichen Beatmung ausgestattet. Zudem sind bei jedem Einsatz ein Facharzt und eine erfahrene Kinderkrankenschwester an Bord. So können bereits auf dem Flug alle in Frage kommenden Therapieformen angeboten werden.

Jährlich werden rund 50 Kinder mit Lungenversagen ins Universitätsklinikum Mannheim gebracht, von denen zwei Drittel mit der künstlichen Lunge (ECMO) behandelt werden. Etwa 10 von ihnen benötigen diese Behandlung bereits während des Transports. "Wir gehen davon aus, mit Hilfe der neuen Trage in Zukunft noch mehr Kindern das Leben retten zu können", hofft Dr. Frederik Loersch, Arzt auf der Neugeborenen-Intensivstation, der dieses Projekt betreut und hierfür ein Jahr freigestellt wird. Ermöglicht wurde die 125.000 Euro teure Neuanschaffung übrigens durch großzügige Spenden der Dietmar Hopp Stiftung, der Heinrich Vetter Stiftung, der Röchling Stiftung, der Bild-Initiative "Ein Herz für Kinder" sowie der Radio-Regenbogen-Aktion "Kinder unterm Regenbogen".

Klaus Wingen | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum-mannheim.de

Weitere Berichte zu: Beatmung ECMO Kinder-Intensivtrage Lunge Trage

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Impfstoffe zuverlässig inaktivieren mit Elektronenstrahlen

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Darmkrebs: Wenn die Wachstumsbremse fehlt

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Riesensalamander, Geckos und Olme – Verschwundene Artenvielfalt in Sibirien

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie