Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leipziger Symposium: Bewegungsaktive Kinderrehabilitation

29.01.2002


Die Hauptvorträge des Symposiums kommen sowohl aus der Sportwissenschaft als auch aus der Medizin. Dabei finden sportliche, medizinische, soziale und psychologische Aspekte Beachtung. Die am 2. Veranstaltungstag stattfindenden Workshops sind in zwei Arbeitsgruppen gegliedert. Die erste Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit Rehabilitation im stationären, teilstationären und ambulanten Bereich, die zweite mit Schul- und Vereinssport. Dabei dienen einige Workshops der Definition von Grundsatzfragen, die anderen sind praktisch orientiert. Krönender Abschluss des Gesamtprogramms wird die Verabschiedung der Leipziger Thesen zur bewegungsaktiven Kinderrehabilitation sein.

Auf dem 3. Leipziger Symposium Rehabilitation, Sporttherapie, Behindertensport widmet sich der Organisator Prof. Dr. Jürgen Innenmoser, Direktor des Instituts für Rehabilitationssport, Sporttherapie und Behindertensport an der Universität Leipzig, der bewegungsaktiven Kinderrehabilitation. Innenmoser möchte kranke und behinderte Kinder so schnell als möglich in eine "normale" Umwelt integriert wissen, um Ausgrenzungen und die damit verbundenen physischen und psychischen Konsequenzen zu vermeiden. Er weiß zu gut, dass diese Integration oft am körperlichen Leistungsvermögen chronisch oder akut kranker Kinder scheitert. "Der Abstand, die Distanz, zu den "normalen", gesunden Kindern wird deshalb immer größer.", meint Prof. Innenmoser, "Handlungsbedarf ist deshalb dringend gegeben".

Innenmoser sieht sich da in Übereinstimmung mit Kinderärzten, die es mit chronisch und schwerkranken Kindern zu tun haben. So arbeitet er eng zusammen mit Prof. Dieter Körholz, Krebsspezialist der Universitätskinderklinik. Beide streben eine nahtlose, möglichst schnelle Reintegration in die Normalsituation der Kinder an. Ein gemeinsames Projekt soll dieses Ziel unterstützen. Mit genau abgestimmten und der jeweiligen Verfassung des Kindes angepassten Konzepten können die krebskranken Kinder bereits unter der Chemo-Therapie mit ersten Bewegungsübungen beginnen. "Die Kinder kommen dadurch gar nicht erst ganz aus der Übung und haben dazu noch viel Spaß und eine gewisse Ablenkung vom Krankheitsgeschehen.", stellt Innenmoser fest. Also zum rein körperlichen Aspekt kommt der psychologische. Natürlich achtet man sehr darauf, dass die kleinen Patienten nicht überfordert werden.

Aber auch für Kinder mit chronischen Erkrankungen ist regelmäßige Bewegung ein Segen. "Asthmakinder z. B. lernen durch den Rehabilitationssport ihren aktuellen Gesundheitszustand besser einzuschätzen und auf kritische Situationen angemessen zu reagieren. Man muss den Kindern aber klarmachen, dass sich die Sache für sie lohnt und Wohlbefinden bringt", weiß Innenmoser. "Wenn sie dann mit ihren Freunden Fangen spielen können, ist das eine Belohnung, die manche Anstrengung vergessen lässt." Zudem können gesundheitliche Probleme, die Bewegungsmangel mit sich bringt, vermieden werden. Kreislauf und Atmung werden viel stabiler - ein Faktum, dass z.B. für Kinder mit Mukoviszidose sehr segensreich ist.

Natürlich sollten sportliche Übungen für chronisch kranke Kinder nur von speziell dafür ausgebildeten Sportlehrern begleitet werden. Die jeweilige Krankheit stellt an sich eine große körperliche Belastung für die Kinder dar. Man kann also nicht einfach loslegen. Auch deshalb führt das Institut für Rehabilitationssport, Sporttherapie und Behindertensport das diesjährige Symposium mit namhaften Referenten aus ganz Deutschland durch. Dabei kam es allen Beteiligten darauf an, den reibungslosen Übergang von der bewegungsaktiven Rehabilitation in der Akutklinik, in teilstationären Einrichtungen und im ambulanten Rehabilitationssport sowie im Schul- und Vereinssport zu favorisieren. Ärzte und Sporttherapeuten arbeiten dabei Hand in Hand.

Glanzpunkt des Symposiums sind die Workshops, die ganz praktische Arbeit vorführen. So wird Markus Wulftange, Mitarbeiter von Prof. Körholz, Bewegung, Spiel und Sport mit krebskranken Kindern demonstrieren, bei denen die Kinder sehr viel Spaß haben. Simone Zimmermann und Kathrin Junghans aus Leipzig führen Programme und Inhalte des Mobilitätstrainings für Kinder im Rollstuhl vor. Der Clou dabei ist, dass sich die Teilnehmer des Workshops selbst in den Rollstuhl setzen müssen, um sozusagen hautnah zu erfahren, wie sich die kleinen Rollstuhlfahrer fühlen und was man von ihnen erwarten kann. Bernd Knauf aus Emmendingen führt kleine Spiele in heterogenen Gruppen in der Förder- bzw. Sonderschule vor und Jan Möttig aus Bad Kösen zeigt, was Flagfootball in der Kinderrehabilitation ist.

Die Hauptvorträge des Symposiums kommen sowohl aus der Sportwissenschaft als auch aus der Medizin. Dabei finden sportliche, medizinische, soziale und psychologische Aspekte Beachtung. Dr. phil. Petra Warschburger aus Bremen wird sich mit psychologischen und verhaltenstherapeutischen Aspekten der Kinderrehabilitation beschäftigen. Dr. med. Dieter Bauer aus Geissach widmet sich speziellen Aspekten des Anstrengungsasthmas in der Kinderrehabilitation und Prof. Dr. rer. nat. Jürgen Innenmoser aus Leipzig wendet sich den sportwissenschaftlichen Aspekten in der Kinderrehabilitation zu. Daneben beschäftigen sich die Mediziner Prof. Körholz aus Leipzig und Dr. Andreas van Egmont-Fröhlich mit der bewegungsaktiven Kinder-Frührehabilitation aus onkologischer Sicht bzw. mit den Zielen und Aufgaben der stationären Kinderrehabilitation bei Asthma, Mukoviszidose und Adipositas.

Die am 2. Veranstaltungstag stattfindenden Workshops sind in zwei Arbeitsgruppen gegliedert. Die erste Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit Rehabilitation im stationären, teilstationären und ambulanten Bereich, die zweite mit Schul- und Vereinssport. Dabei dienen einige Workshops der Definition von Grundsatzfragen, die anderen sind praktisch orientiert. Krönender Abschluss des Gesamtprogramms wird die Verabschiedung der Leipziger Thesen zur bewegungsaktiven Kinderrehabilitation sein.

Dr. Bärbel Adams | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de/~sportfak/symp_reha.htm

Weitere Berichte zu: Rehabilitationssport Sporttherapie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Proteomik hilft den Einfluss genetischer Variationen zu verstehen
27.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE