Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bakterium legt Schilddrüsentabletten lahm

16.10.2006
Bei erhöhtem Thyroxinbedarf empfiehlt der BDN einen Helicobacter-pylori-Test

Pegeln sich bei Schilddrüsenpatienten trotz regelmäßiger Einnahme eines Thyroxinpräparates die Hormonwerte nicht ein, können Magenprobleme die Ursache sein. Eine aktuelle Studie der Universität Rom zeigt, dass eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori nicht nur Magengeschwüre hervorruft, sondern auch die Aufnahme des Schilddrüsenhormons Thyroxin beeinträchtigt. Patienten, bei denen eine Thyroxin-Therapie nicht anschlägt, sollten sich deshalb auf Helicobacter pylori testen lassen. Diese Empfehlung gab der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e.V. (BDN) am Wochenende auf seiner Jahrestagung in München.

Das Schilddrüsenhormon Thyroxin reguliert den Stoffwechsel des Körpers. Ist die Hormonproduktion gestört oder ein Kropf vorhanden, müssen die Betroffenen meist synthetisches Thyroxin - so genanntes L-Thyroxin - einnehmen. Prof. Marco Centanni von der Universität Rom untersuchte 259 Schilddrüsen-Patienten, die mit L-Thyroxin behandelt werden sollten. Vor Beginn der Therapie wurden die Probanden auf Helicobacter pylori getestet. Patienten, die das Bakterium in sich trugen, benötigten deutlich größere Mengen an L-Thyroxin als Patienten ohne Magenprobleme.

"Diese Erkenntnisse sind völlig neu und haben unmittelbare Auswirkungen auf die medizinische Versorgung von Schilddrüsenpatienten", berichtet Prof. Jörg Mahlstedt, Vorsitzender des BDN, auf der Jahrestagung des Verbandes. In der Regel können Patienten mit Struma oder einer Schilddrüsenunterfunktion problemlos auf eine moderate Thyroxin-Dosis eingestellt werden. "Werden über eine längere Zeit auch mit höheren Dosen nicht die gewünschten Hormonwerte erreicht, vermuten wir Ärzte häufig, dass die Patienten ihre Tabletten nicht regelmäßig nehmen. Doch nun wissen wir, dass auch Magenprobleme die Ursache sein können", so Prof. Mahlstedt. Der Essener Nuklearmediziner rät in diesen Fällen dringend zu einem Helicobacter-pylori-Test.

Mit dem Heliprobe System steht ein wirkungsvolles nuklearmedizinisches Verfahren für die Helicobacter-pylori-Diagnostik zur Verfügung. Das Bakterium, das häufig Gastritis und auch Magenkrebs verursacht, wird damit schnell und zuverlässig aufgespürt. Nach der Einnahme einer mit einem Kohlenstoffisotop markierten Kapsel pustet der Patient lediglich in eine Atemkarte. Mithilfe eines kleinen Gerätes stellt der Arzt dann innerhalb weniger Minuten fest, ob eine Infektion vorliegt. Das Heliprobe[TM] System wird von Medipan, einem Berliner Unternehmen für innovative Diagnostika vertrieben. Seit der Einführung des Tests in Deutschland im vergangenen Jahr unterstützt der BDN dessen Etablierung im Praxisalltag. Mit Erfolg, wie auf der Jahrestagung bilanziert wurde: Mittlerweile bieten nuklearmedizinische Praxen zunehmend den Atemtest als freiwillige Zusatzleistung (IGeL) an.

Katrin Lewandowski | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.bdn-online.de

Weitere Berichte zu: BDN Bakterium Helicobacter L-Thyroxin Thyroxin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie