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Darmkrebs: Behandlungskonzept verbessern

15.08.2006
Durch Therapie-Optimierung Metastasen verhindern

Mehr als 70.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland neu an Darmkrebs, davon 30.000 an einem Krebs des Enddarms. Früh erkannt, ist Darmkrebs heilbar. Doch oft wird die Diagnose zu spät gestellt. Dann sind Kombinationsbehandlungen notwendig, die aus Operation, Bestrahlung und Chemotherapie bestehen. Um diese Verfahren zu verbessern, fördert die Deutsche Krebshilfe jetzt eine Studie mit 1,8 Millionen Euro. Die Studie wird von Professor Dr. Rolf Sauer, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Erlangen, koordiniert und in mehr als 30 Zentren in Deutschland und Österreich durchgeführt. Patienten mit fortgeschrittenem Enddarmkrebs können dadurch neue Hoffnung schöpfen.

Unter dem Oberbegriff Darmkrebs werden Krebserkrankungen des Dickdarms, des Enddarms (Rektum) und des Anus zusammengefasst. Der Enddarm ist am häufigsten betroffen. Professor Sauer und die Studiengruppe haben ein Therapiekonzept entwickelt, das die Heilungschancen und die Lebensqualität bei Patienten mit einem Rektumkarzinom erhöht: Noch vor der Operation erhalten die Betroffenen eine Radiochemotherapie - eine Kombination aus Bestrahlung und Medikamenten. Durch diese prä-operative Behandlung verkleinert sich der Tumor, so dass der Arzt ihn anschließend leichter entfernen kann, ohne dass Krebszellen im Wundbereich verbleiben. Außerdem kann der Schließmuskel oft erhalten werden. "Mit dieser Kombinationstherapie gelingt es in den meisten Fällen, den Tumor lokal, also im kleinen Becken, dauerhaft zu beherrschen und die Lebensqualität der Patienten zu erhalten" betont Sauer. Seine Methode ist mittlerweile weltweit als Standard etabliert.

Bei etwa einem Drittel der Betroffenen treten jedoch im weiteren Verlauf der Erkrankung Metastasen auf: beispielsweise in der Leber oder der Lunge - trotz einer weiteren Chemotherapie nach der Operation. Dadurch verschlechtern sich die Überlebenschancen erheblich. In der von der Deutschen Krebshilfe geförderten Studie möchte die Arbeitsgruppe um Professor Sauer das Therapiekonzept weiter optimieren. Die an der Studie beteiligten Ärzte prüfen, ob durch Hinzunahme moderner Chemotherapeutika wie Oxaliplatin weniger Rückfälle bei besserer Lebensqualität erreicht werden können.

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"Die Studie leistet einen wesentlichen Beitrag zur weiteren Verbesserung der Therapie beim Rektumkarzinom. Die Heilungschancen und die Lebensqualität für Patienten mit fortgeschrittenem Enddarmkrebs können sich deutlich erhöhen", betont Professor Dr. Wolfgang Hiddemann, Vorsitzender des Fachausschusses 'Krebs-Therapiestudien' der Deutschen Krebshilfe und Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik des Klinikums Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Professor Sauer wurde mit der diesjährigen Johann-Georg-Zimmermann-Medaille ausgezeichnet. Die Auszeichnung erhielt er für seine wegweisenden wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet der Strahlentherapie zur Entwicklung von Kombinationsbehandlungen. Die Johann-Georg-Zimmermann-Medaille gehört zu den höchsten deutschen Auszeichnungen für Verdienste in der Krebsforschung.

Informationen zum Thema Darmkrebs:

Darmkrebs ist die häufigste Krebsart in Deutschland. Jedes Jahr erkranken über 70.000 Menschen neu daran. Über 27.000 Betroffene sterben an einem bösartigen Tumor des Darms. Die wichtigste Waffe gegen Darmkrebs ist die Früherkennung. Denn früh genug erkannt, ist der Tumor in über 90 Prozent der Fälle heilbar. Die Deutsche Krebshilfe gibt den allgemeinverständlichen Ratgeber "Darmkrebs" heraus, der kostenlos bestellt werden kann: Deutsche Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn, oder im Internet unter www.krebshilfe.de (pdf-Datei). Projektnummer: 106759

Dr. med. Eva M. Kalbheim | idw
Weitere Informationen:
http://www.krebshilfe.de

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