Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie im Erbgut von Dialysepatienten Schaden entsteht

19.12.2001


Ausgezeichnet: Helga Stopper


Bei nierenkranken Patienten, die kurz vor dem Eintritt in ein Dialyseprogramm stehen, sind sehr viele Schäden am Erbgut festzustellen. Dasselbe gilt für Menschen, die sich bereits seit vielen Jahren einer Dialyse unterziehen. Das hat die Professorin Dr. Helga Stopper von der Uni Würzburg herausgefunden.

Jetzt gilt die Aufmerksamkeit der Wissenschaftlerin kleinen Patientengruppen, die gerade in ein Dialyseprogramm aufgenommen wurden. Sie will feststellen, ob sich die Schäden am Erbgut in den ersten Jahren nach der Einleitung einer Dialyse möglicherweise verringern. In diesem Fall müsste dann überlegt werden, ob ein früherer Dialysebeginn von Vorteil ist, so die Professorin.

Bei diesen Studien arbeitet Helga Stopper mit PD Dr. Udo Bahner vom Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation Würzburg e.V. und mit Prof. Dr. August Heidland zusammen. Weil Dialysepatienten viel häufiger als andere Menschen Nierenkrebs bekommen, wollen die Wissenschaftler mögliche Erbgutschäden aufdecken und verschiedene therapeutische Maßnahmen entsprechend bewerten.

Für diese Arbeiten erhielt Prof. Stopper, die am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Würzburg tätig ist, den Bernd Tersteegen-Preis 2001. Diese mit 15.000 Mark dotierte Auszeichnung zielt darauf ab, insbesondere die anwendungsorientierte Forschung über die chronische Niereninsuffizienz zu fördern. Das Preisgeld wird von der Firma Hoffmann La Roche gesponsert.

Der Preis wird von der Deutschen Dialyse-Gesellschaft niedergelassener Ärzte e.V. jedes Jahr international ausgeschrieben. Er ist nach dem 1995 gestorbenen Düsseldorfer Arzt Dr. Bernd Tersteegen benannt, der als einer der innovativsten Nephrologen Deutschlands das so genannte Genius-Dialysesystem entwickelt hat und zugleich Gründer des Berufsverbandes der niedergelassenen Dialyseärzte war.

Künftig wird Helga Stopper zusammen mit Prof. Dr. Reinhard Schinzel vom Biozentrum der Uni Würzburg die Ursachen der Erbgutschädigung analysieren. Dreh- und Angelpunkt hierbei sind die so genannten "Advanced Glycation Endproducts" (AGE): Diese Moleküle sind bei Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion deutlich erhöht. Da sie toxische Wirkungen entfalten, wird jetzt untersucht, ob sie bei Nierenzellkulturen Schäden am Erbgut hervorrufen können. Prof. Stopper: "Nach aktuellen Daten scheint es möglich, dass die mit Niereninsuffizienz und Dialyse einher gehenden erhöhten AGE-Spiegel zusammen mit anderen Faktoren ursächlich an der Krebsentstehung beteiligt sein könnten."

Weitere Informationen: Prof. Dr. Helga Stopper, T (0931) 201-3427, Fax (0931) 201-3446, E-Mail: 
stopper@toxi.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Dialyse Dialysepatient Erbgut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Die bestmögliche Behandlung bei Hirntumor-Erkrankungen
28.03.2017 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Demenz: Forscher testen Wirkstoffe im Hochdurchsatz
28.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Warum der Brennstoffzelle die Luft wegbleibt

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chlamydien: Wie Bakterien das Ruder übernehmen

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Sterngeburt in den Winden supermassereicher Schwarzer Löcher

28.03.2017 | Physik Astronomie