Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Systematische Erfassung von Kindern und Jugendlichen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

10.12.2001


In Sachsen werden jetzt erstmals Kinder und Jugendliche mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) systematisch erfasst. Der bisherige Mangel an Datenmaterial zu CED in dieser Altersgruppe bringt Einschränkungen für Praxis und Forschung. Dabei manifestieren sich die Erkrankungen, vornehmlich Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, bei rund 30 bis 40 Prozent der Patienten bereits vor dem 20. Lebensjahr.

In Sachsen werden jetzt erstmals Kinder und Jugendliche mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) systematisch erfasst. Der bisherige Mangel an Datenmaterial zu CED in dieser Altersgruppe bringt Einschränkungen für Praxis und Forschung. Dabei manifestieren sich die Erkrankungen, vornehmlich Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, bei rund 30 bis 40 Prozent der Patienten bereits vor dem 20. Lebensjahr. "Rund 45 Prozent unsere Leipziger Patienten waren bei Erkrankungsbeginn sogar jünger als zwölf Jahre," betont Prof. Dr. Thomas Richter von der Kinderklinik der Universität Leipzig. Entschieden hat er zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen das Register aufgebaut.

Gerade für die jungen Patienten bringt die lebenslange Erkrankung oft große körperliche, aber auch psychische und soziale Belastungen mit sich. Die Erkrankungen gehen einher mit Symptomen wie Durchfall, Darmblutungen, Schmerzen im Bauchbereich, mit Wachstumsstörungen und Gewichtsabnahme, aber auch mit einem hohen Risiko einer generell verzögerten körperlicher Entwicklung und schließlich mit Begleiterkrankungen
wie Gelenkbeschwerden und Entzündungen von Augen und Leber.


Mit den Daten, die ein einfacher Fragebogen liefert, der am Institut für Medizinische Informatik und Biometrie der Technischen Universität Dresden erfasst und ausgewertet wird, erhofft sich Richter Antworten auf epidemiologische Fragen, z.B. nach Häufigkeit und Einfluss von Umweltfaktoren. Auch bilden die Ergebnisse die Grundlage für klinische Untersuchungen zum Verlauf der Krankheit und für Studien zu neuen Therapieansätzen. Bisher ist eine Heilung nicht möglich. Die lebenslange Therapie, die oftmals aus einer Kombinationen von medikamentöser und Ernährungstherapie besteht, kann immer nur darauf abzielen, möglichst große Abstände zwischen den Krankheitsschüben zu erreichen.

Auch Rahmenbedingungen wie Finanzierungs- und Versorgungsstrukturen (Betreuung und Therapie sind aufgrund komplexer Anforderungen u.U. sehr kostenintensiv) können auf Basis der Daten modifiziert werden. Schließlich wünscht sich der Experte eine verstärkte Zusammenarbeit aller Beteiligten bei der Bekämpfung der Krankheit, wobei die Daten eine Hilfe sein können. So arbeiten die Leipziger bereits mit der Universität Kiel zusammen. Auf der Suche nach dem genetischen Code der Erkrankung werden Blutproben aus Leipzig mit dem Einverständnis der Eltern untersucht.

Dr. Bärbel Adams | idw

Weitere Berichte zu: CED Darmerkrankung Morbus Crohn

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte