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Manipulierte T-Zelle gegen Nierenkrebs

27.11.2001


Im Rahmen eines von der Niederländischen Forschungsorganisation NWO finanzierten Projekts wurde ein experimentelles Mittel gegen metastasierten Nierenkrebs entwickelt. Nach Manipulation der T-Zellen des patienteneigenen Abwehrsystems außerhalb des Körpers sind die Zellen imstande, dem Krebs zu Leibe zu rücken. In den kommenden Jahren müssen klinische Studien noch ausweisen, ob das Mittel auch außerhalb des Reagenzglases wirkt.

Kernbestandteil des neuen experimentellen Verfahrens sind die genannten manipulierten T-Zellen. Immunologen des Rotterdamer Universitätsklinikums AZR-Daniel entnahmen T-Zellen dem Abwehrsystem der Patienten und veränderten sie außerhalb des Körpers. Nach einer solchen Manipulation sind die Zellen imstande, im Körper nach metastasierten Nierenkrebszellen zu suchen. Hat eine T-Zelle ihr Ziel gefunden, tritt der Standardmechanismus des menschlichen Abwehrsystems in Wirkung. Der Körper greift die Krebszellen an und zerstört sie.
Die manipulierten T-Zellen haben in Reagenzglasexperimenten gut funktioniert. In den kommenden Jahren soll das Mittel im Zuge klinischer Studien ausführlich getestet werden.

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»Gen »Nierenkrebs »Rezeptor »T-Zelle

Da es unterschiedliche Nierenkrebsformen gibt, untersuchen die Wissenschaftler bei allen Patienten einzeln die Tumore. Manipulation der T-Zellen bedeutet, dass ein Gen eingepflanzt wird. Dieses Gen ist tumorspezifisch und erzeugt auf der T-Zelle Rezeptoren. Die Rezeptoren setzen sich an den Nierentumoren fest und lassen normale Körperzellen unberührt.
Zur Manipulation wurde ein Virus verwendet, das in T-Zellen eindringen kann. Es enthält das Gen für den Rezeptor, infiziert die T-Zelle und liefert das Gen ab.
Die Wissenschaftler bezeichnen ihre Immun-Gentherapie als "chimärisch durch Rezeptor herbeigeführt". Die Benennung bezieht sich auf die Chimäre der griechischen Sage, ein feuerspeiendes Ungeheuer mit Löwenhaupt, Ziegenleib und Schlangenschwanz. Das experimentelle Medikament verbindet aber keine Ziegen, Löwen und Schlangen, sondern T-Zellen mit Antistoffen bzw. das zelluläre mit dem humoralen Abwehrsystem.

In den Niederlanden sterben jährlich etwa vierhundert Personen an Nierenkrebs. Für Patienten mit Metastasen gibt es bisher noch keine gute Therapie. Chemotherapie und hormonale Therapie zeigen bei dieser Patientengruppe nur in weniger als zehn Prozent der Fälle Wirkung.
Nähere Informationen:
Mo Weijtens (Universitätsklinikum AZR-Daniel Rotterdam, inzwischen in der Abteilung Hämatologie des Universitätsklinikum Utrecht tätig)
T +31 30 250 9032 oder 250 6514
F +31 30 251 1893
E-Mail: j.dagelinckx@inter.nl.net

Msc Michel Philippens | idw

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