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Spritzen ohne Spitzen / Schmerzfreie Injektion ohne Nadel und "Pieks"

21.11.2001


Patienten, denen bereits beim Gedanken an Spritzennadeln mulmig wird, träumen schon lange von ihr: Der Injektion ohne Nadel. Mit der Entwicklung des INJEXTM-Systems durch die Berliner Rösch AG Medizintechnik ging ihr Wunsch in Erfüllung, denn damit lassen sich flüssige Medikamente nahezu schmerzfrei und ohne den gefürchteten "Pieks" injizieren. Das Arzneimittel wird statt dessen unter kurzem, hohen Druck nadelfrei durch die Haut in das Gewebe gebracht. Um die hohen Stabilitätsanforderungen an das Injektionssystem sicher zu erfüllen, muss dieses aus einem sehr festen und haltbaren Material bestehen. Das schlagzähe und transparente Polycarbonat Makrolon® Rx 2530 der Bayer AG erweist sich dafür als ideal geeignet. Dessen ausschließliche Verwendung für die Herstellung stellt eine besondere Qualitätsgarantie für das fertige Produkt dar. Beide Unternehmen gaben kürzlich ihre Cobranding-Kooperation auf diesem Gebiet bekannt.

Die Rösch AG Medizintechnik hat sich auf innovative, verbraucherorientierte und kostensparende Medizintechnologie spezialisiert. Eine Stärke des 1990 gegründeten Unternehmens liegt in der frühzeitigen Erkennung neuer Entwicklungen und deren Umsetzung in innovative Produkte. In selektierten Nischenmärkten wird dabei jeweils die weltweite Marktführerschaft angestrebt. Ein besonderes Potenzial sieht der Vorstandsvorsitzende Andy Rösch derzeit für nadelfreie Injektionssysteme: "Im Bereich des INJEXTM Systems erwarten wir zurzeit die höchsten Zuwachsraten. Betrachtet man die weltweite Entwicklung des Diabetes Mellitus als ein Beispiel, so wird die Größenordnung dieses enormen Potenzials schnell deutlich: Jährlich werden mehrere Milliarden Insulin-Injektionen gegeben, mit deutlich steigender Tendenz, wie die Weltgesundheitsorganisation prognostiziert hat." Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist für Rösch aber auch die Produktqualität: "Um die konventionelle Spritzentechnik erfolgreich zu ersetzen ist es wichtig, dass ein Kunde nicht nur die Vorzüge des INJEXTM Systems, sondern auch den hohen Qualitätsstandard des Produkts sofort erkennt. Deshalb sehen wir in der neuen Markenkooperation mit der Bayer AG einen großen Vorteil."

Auch Hans-Dieter Reifenrath, bei Bayer zuständig für den Aufbau der Marke Makrolon, begrüßt die neue Kooperation: "Wir freuen uns, hier mit einem Partner zusammenzuarbeiten, der einen hervorragenden Ruf als innovatives Unternehmen in der Medizintechnik hat. Insbesondere sind wir glücklich darüber, dass Makrolon hier auf einem Gebiet zum Einsatz kommt, das bei Jung und Alt Emotionen weckt. Das nadelfreie Spritzensystem leistet einen aktiven Beitrag, um die Angst vor dem ´Pieks´ mit der Spritze abzubauen."

Die Verwendung des Injektionssystems ist höchst einfach: Die Ampulle mit dem Arzneimittel wird auf den Injektor geschraubt und dieser auf die desinfizierte Hautstelle aufgesetzt. Bei Betätigung des Abzugs löst sich eine integrierte vorgespannte Feder, die die Flüssigkeit durch eine Mikroöffnung in der Ampullenspitze etwa sechs bis neun Millimeter tief in das Fettgewebe unter die Haut drückt. Gegenüber der Injektion mit der Spritze ist diese Methode viel sicherer, denn dabei werden weder Blutgefäße und Nervenfasern noch die Knochensubstanz beschädigt. Anschließend lassen sich die Ampullen bequem entsorgen, ohne dass sich jemand unabsichtlich mit einer Nadelspitze verletzen könnte. Ein wesentlicher Vorteil liegt also in dem Ausschluss von Infektionsrisiken, sowohl an der Injektionsstelle als auch über kontaminierte Nadeln.

Abgesehen von der praxisnahen Konstruktion der Ampullen ist der Erfolg der spritzenfreien Injektion auch ein Verdienst der hervorragenden Materialeigenschaften. "Das dafür verwendete Makrolon zeichnet sich durch eine sehr hohe Festigkeit und Schlagzähigkeit aus", erläutert dazu Dr. Dirk Möckel, bei Bayer Branchenmanager für Medizintechnik in Europa: "Dadurch übersteht es problemlos die sehr hohen Drücke von bis zu 300 bar. Überdies verfügt es über eine ausgezeichnete Transparenz, so dass Patienten und Ärzte einfach kontrollieren können, welche Menge an Arzneimittel verabreicht wurde und ob die Injektion vollständig war." Bei der Sterilisierung mittels energiereicher Gamma-Strahlung tritt dank einer speziellen Stabilisierung keine Vergilbung der Ampullen auf.

Mit dem Ziel, vor allem bei Endverbrauchern ein Bewusstsein für Qualitätsprodukte zu schaffen, die mit dem Hightech-Kunststoff Makrolon hergestellt werden, führt die Bayer AG auch mit innovativen Unternehmen anderer Hightech-Branchen Cobranding-Kooperationen für Makrolon durch und wird diese Markenstrategie auch in der Zukunft konsequent fortsetzen.

BayNews Redaktion | BayNews

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