Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie die Bildung neuer Blutgefäße unterdrückt werden kann

21.11.2001


Am Biozentrum der Universität Würzburg ist die Ärztin Dr. Ute Felbor der "Entstehung und Wirkweise des Angiogeneseinhibitors Endostatin" auf der Spur. Hinter diesem Projektnamen verstecken sich Forschungen, die langfristig unter anderem für die Bekämpfung von Krebserkrankungen von Bedeutung sind.

Die am Institut für Humangenetik angesiedelte Arbeitsgruppe von Dr. Felbor untersucht die molekularen Mechanismen, die bei der Bildung und beim Wachstum neuer Blutgefäße ablaufen. Diese Vorgänge sind für viele krankhafte Prozesse von Bedeutung, zum Beispiel für die Ausbreitung von Krebs.

Auch Tumoren müssen mit Blut versorgt werden, um überleben und wachsen zu können. In Tiermodellen wurde gezeigt, dass sich die Neubildung von Blutgefäßen und damit das Tumorwachstum mit synthetischen oder körpereigenen Hemmstoffen bremsen lassen.

Ein solcher körpereigener Hemmstoff ist das Molekül Endostatin, dessen Entstehung und Wirkungsweise Dr. Felbor aufklären will. Die Wissenschaftlerin hat bereits herausgefunden, dass Endostatin in der Umgebung von Tumorzellen durch die Vermittlung eines anderen Moleküls (Cathepsin L) freigesetzt wird.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt von Dr. Felbor: Die Würzburger Ärztin ist Emmy-Noether-Preisträgerin der DFG und bekommt als solche in den kommenden vier Jahren Personal- und Sachmittel zur Verfügung gestellt. Mit dem Noether-Programm will die DFG besonders qualifizierten Nachwuchsforschern den Weg zur frühen wissenschaftlichen Selbstständigkeit ebnen.

Das Programm der DFG ermöglicht es den Geförderten in einer ersten Phase nach der Promotion zu Forschungszwecken ins Ausland zu gehen. In der zweiten Phase erhalten die Preisträger im Inland die Möglichkeit, eine eigene Nachwuchsgruppe zu leiten. Letzten Endes sollen die jungen Wissenschaftler so die Voraussetzungen für eine Berufung als Hochschullehrer erlangen.

Bevor Ute Felbor Anfang 2001 ans Institut für Humangenetik kam, hatte sie einen dreijährigen Forschungsaufenthalt an der Harvard-Universität in Boston absolviert. Die Uni Würzburg ist der gebürtigen Dortmunderin nicht fremd, denn hier hat sie Medizin studiert, mit einem DFG-Stipendium am Institut für Humangenetik geforscht und als Wissenschaftliche Assistentin in der Augenklinik gearbeitet.

Weitere Informationen: Dr. Ute Felbor, T (0931) 888-4030, Fax (0931) 888-4069, E-Mail:
felbor@biozentrum.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Blutgefäß DFG Endostatin Humangenetik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Vitamin-Mangel, der Kampf gegen die Antriebslosigkeit und Nahrung für die Nerven
08.12.2016 | PhytoDoc Ltd.

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie