Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Triptane lindern eine Migräne-Attacke bei frühzeitiger Einnahme besser

19.11.2001


Triptane, moderne Migränemittel, wirken umso besser, je früher sie bei einer Migräne-Attacke eingenommen werden. Das belegt eine aktuelle Untersuchung, über die in den Kopfschmerz-News der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) berichtet wird. Allerdings betonen die Spezialisten der DMKG, dass Patienten nur dann Triptane frühzeitig einnehmen sollten, wenn ihre Attacken selten sind. Bei mehr als drei bis vier Attacken pro Monat raten die Experten zur Migräne-Prophylaxe, um einen medikamentenbedingten Kopfschmerz zu vermeiden.

In ihren Therapie-Empfehlungen rät die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, dass Migräne-Attacken mit modernen Triptanen behandelt werden sollen, wenn die Schmerzen mittelstark bis stark sind.

Nun haben im Rahmen einer großen US-amerikanischen Studie 26 Patienten - irrtümlicherweise - insgesamt 46 Migräne-Attacken bereits zu einem frühen Zeitpunkt mit einem Triptan behandelt, als ihre Schmerzen noch gering waren. Dies veranlasste die Forscher des Kopfschmerz-Zentrums von Springfield im US-Bundesstaat Missouri, die Ergebnisse dieser Frühbehandlung gesondert zu analysieren. Ergebnis: Zwei Stunden nach der Medikamenteneinnahme war jeweils die Hälfte der Patienten schmerzfrei, nach vier Stunden hatten 78 Prozent keine Schmerzen mehr.

Dieselben 26 Patienten hatten auch 166 mittelschwere bis schwere Migräne-Anfälle mit einem Triptan behandelt. In diesem Fall waren von den Betroffenen nach zwei Stunden gerade einmal 27 Prozent und nach vier Stunden knapp die Hälfte schmerzfrei. Die Behandlung zu Beginn einer Attacke war also wirksamer. Hinzu kam, dass die Betroffenen dann auch seltener unter einem erneuten Aufflackern der Attacke (Wiederkehr-Kopfschmerz) litten.

"Ein Triptan wirkt umso besser, je früher es bei einer Migräne-Attacke genommen wird", lautet die Schlussfolgerung der Experten. Allerdings ist diese frühe Behandlung nur sinnvoll, wenn Patienten selten Attacken haben - nicht mehr als drei bis vier pro Monat. Bei häufigeren Attacken besteht die Gefahr, dass die Betroffenen die Medikamente zu oft einnehmen und so einen medikamentenbedingten Dauerkopfschmerz entwickeln.

Als Faustregel für den Einsatz von Triptanen bei Migräne empfehlen die DMKG-Experten: Nicht mehr als zwei Dosierungen innerhalb von 24 Stunden, nicht mehr als drei Dosierungen pro Attacke und die Kopfschmerzen höchstens an zehn Tagen pro Monat mit Schmerz- oder Migränemitteln wie den Triptanen behandeln. Ist eine solche Akutbehandlung nicht ausreichend, sollte eine prophylaktische Behandlung - mit medikamentösen und nicht-medikamentösen Strategien - eingeleitet werden.

Quelle: Kopfschmerz News der DMKG 3/2001

Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V.
Pressestelle:
Barbara Ritzert, ProScientia GmbH, Andechser Weg 17; 82343 Pöcking
Tel.: (08157) 93 97-0, Fax: (08157) 93 97-97 E-Mail: ritzert@proscientia.de

Dipl. Biol. Barbara Ritzert | idw
Weitere Informationen:
http://www.dmkg.de/

Weitere Berichte zu: DMKG Migräne Triptan

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie