Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Multiples Myelom/Plasmozytom: Studie zur optimalen Behandlung von Folgen der Intensivtherapie

31.05.2006


Jährlich wird in Deutschland bei etwa 3.500 Personen ein Multiples Myelom (Plasmozytom) diagnostiziert, eine bösartige Erkrankung des Immunsystems. Intensive Therapien können zwar inzwischen die Überlebenszeit erhöhen, doch gilt die Erkrankung weiterhin als unheilbar. Das Multiple Myelom entwickelt zunehmend den Charakter einer chronischen Erkrankung. Die Betroffenen sind belastet durch erkrankungsbedingte Einschränkungen und durch zum Teil gravierende Therapiefolgen. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie wird nun an der Klinik für Tumorbiologie in Freiburg untersucht, unter welchen Folgestörungen der Intensivtherapie die Patienten am meisten leiden und wie diese im Rahmen einer spezifischen Rehabilitation optimal behandelt werden können.



Ziel der von der Fördergesellschaft Forschung Tumorbiologie e.V. unterstützten Studie ist es, zu untersuchen, welche Folgestörungen der Intensivtherapie die Zielparameter einer Rehabilitation sein können und durch welche Faktoren der Erfolg der Rehabilitation beeinflusst wird. Die Studie besteht aus einer Pilot- und einer Hauptstudie. Die Pilotstudie wurde von Juli bis Ende des Jahres 2005 durchgeführt. Sie zeigte, dass das Spektrum der Probleme von Patienten mit Multiplem Myelom breiter und unterschiedlicher ist, als bei anderen Tumorpatienten. Für die Gesamtgruppe ergab sich ein hoher Behandlungsbedarf im Bereich der Sport- und Physiotherapie mit dem Ziel, therapie- und krankheitsbedingte Defizite zu beseitigen, das körperliche Leistungsvermögen allgemein zu steigern und damit auch die Selbständigkeit im Alltag zu verbessern.



Krankheitsbezogene Informationen und psychosoziale Hilfen zur Krankheitsbewältigung waren besonders für Patienten bedeutsam, bei denen die Diagnosestellung erst relativ kurze Zeit zurücklag. Der psychoonkologische Bedarf ist tendenziell geringer als zum Beispiel bei Patientinnen mit oder nach Brustkrebs, kann im Einzelfall aber durchaus hoch sein. Insgesamt konnten bei der Lebensqualität von Patienten mit Multiplem Myelom nach der Rehabilitation Verbesserungen festgestellt werden. Unter anderem nahmen krankheitsbezogene Beschwerden und Zukunftsängste deutlich ab.

Die Pilotstudie diente dazu, Erfahrungen mit den eingesetzten Messinstrumenten für die Hauptstudie zu gewinnen, an der bis Ende 2006 rund 80 Patienten teilnehmen werden. Um auch mittelfristige Reha-Effekte feststellen zu können, wird ein halbes Jahr nach dem Ende der stationären Rehabilitation eine Nachbefragung erfolgen.

Das sowohl der Pilot- als auch der Hauptstudie zu Grunde liegende Reha-Programm wird Patienten seit Anfang 2005 angeboten. Es beinhaltet zum einen diagnostische und therapeutische Elemente, die auf die besonderen Bedürfnisse von Patienten mit Multiplem Myelom abgestimmt sind, zum anderen diagnoseübergreifende Therapieangebote. Alle Patienten werden nach einem vorgegebenen Plan physiotherapeutisch beurteilt, um die Behandlung möglichst umfassend an den individuellen Problemen auszurichten. Im Mittelpunkt der krankengymnastischen Therapie steht der Bewegungsapparat, insbesondere die Funktionseinheit aus Wirbelsäule und Rückenmuskulatur. Im Rahmen einer onkologisch-orthopädischen Konferenz arbeiten ein Reha erfahrener Orthopäde, ein Orthopädietechniker, eine Krankengymnastin, der behandelnde Arzt und nicht zuletzt der Betroffenen selbst zusammen, um optimale Effekte zu erreichen. Ergänzt wird das Angebot durch Informationsveranstaltungen und Gesprächsrunden.

Kontakt:
Barbara Riess
Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Breisacher Str. 117
79106 Freiburg
Tel.: 0761 206 1109
E-Mail: riess@tumorbio.uni-freiburg.de

oder
Dr. Andreas Mumm
mumm@tumorbio.uni-freiburg.de

Barbara Riess | idw
Weitere Informationen:
http://www.tumorbio.uni-freiburg.de

Weitere Berichte zu: Multiples Myelom Myelom/Plasmozytom

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften